Zuchtwertschätzung April 2013
Spitzenquartett konstant – „Genomische“ im Fokus
Erstmals wechselte mit dieser Zuchtwertschätzung ein Teil der überproportional stark eingesetzten Jungstiere mit sehr hohen genomischen Zuchtwerten auf die Seite der nachkommengeprüften Vererber. Wie von den Experten nicht anders erwartet, sind die Veränderungen der Zuchtwerte beim Auflaufen der ersten eigenen Töchter relativ groß und zeigen, wie wichtig es ist, das Risiko zu streuen. Entsprechend der Theorie sollten insgesamt gesehen die Abweichungen gleichmäßig in beide Richtungen gehen. Man wird sehen, ob das auch für die extrem selektierte Gruppe der Stiere mit einem Gesamtzuchtwert von über 130, wie sie auf unserer blauen Topliste dargestellt ist, uneingeschränkt gilt. Das Studium der ersten konkreten Resultate einzelner Stiere soll uns ein besseres Gefühl für die notwendige Risikoabsicherung geben und uns helfen, die richtige Balance zu finden zwischen dem Einsatz von Jungstieren einerseits und nachkommengeprüften Stieren mit einem schon sichereren Vererbungsprofil andererseits.
Die Top-Ten
Das gleichbleibende Spitzenquartett der Topliste der nachkommengeprüften Stiere rückt etwas zusammen, WALDBRAND und GS WEIZ gewinnen je einen Platz auf Kosten von GS RUMGO, WILLE bleibt weiter auf Nummer eins. Auf Rang 5 liegt mit GS MG einer der eingangs angesprochenen Stiere, die von der „blauen“ Liste der genomischen Jungstiere mit einem Gesamtzuchtwert größer oder gleich 130 kommen. Der Milchwert und der Fitnesswert waren in der genomischen Zuchtwertschätzung ohne Nachkommen deutlich höher, die Zuchtwerte für das Exterieur kann MG sehr gut bestätigen.
Rang sechs gehört ZAUBER, der seine Werte unter Berücksichtigung der Basisanpassung völlig konstant hält. Es folgt mit RAUL ein erster GS RAU-Sohn, der die tolle Eutervererbung seines Vaters weitergibt und auch sonst ein sehr ausgeglichenes Vererbungsbild aufweist. Dieser Stier konnte sich im Vergleich zu seinem letzten Zuchtwert aus der blauen Liste um zwei Punkte im GZW verbessern. Ebenfalls mit einem Plus kann MALFINA, ein fundamentstarker Stier aus der Kombination MAL x WEBAL, einsteigen. WIESE *TA hält seine Werte und bleibt der vierte WINNIPEG-Sohn unter den ersten Zehn. Auch MELENAOS kann sein Vererbungsbild auf hohem Niveau festigen.
Aufsteiger und Einsteiger
Knapp dran an den Top-Ten sind weiterhin Oldie GS RAU oder die 2006-er Jahrgänge GEPARD und VINZENZ *TA genauso wie die zwar bereits bekannten, jedoch auf dieser Liste neuen Stiere GS RAVE und ILLUMINATI *TA. RAVE vererbt die exzellenten Euter seines Vaters, liegt jedoch unter dem Mittel beim Rahmen. ILLUMINATI besticht mit hoher Nutzungsdauer, guter maternaler Fruchtbarkeit und sehr solidem Exterieur.
Klare Zuwächse im Gesamtzuchtwert verzeichneten die Stiere ZANETTI, MANNHEIM, RAURUAPA, RAUHERKULM, GS MANCHESTE(R) und GS VITAL.
Autor: Ing. Johann Tanzler, AGÖF
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