Zuchtwertschätzung Dezember 2011

Neues Spitzentrio etabliert

WILLE
Mit GZW 147 und MW 138 unangefochten an der Spitze - WILLE
WIPEG
Der Neueinsteiger - WIPEG
WALDBRAND
WALDBRAND - der Dritte im Bund

Nach der erstmaligen Veröffentlichung von zwei Toplisten im August konnten inzwischen die ersten Erfahrungen im Umgang mit den Genomzuchtwerten vertieft werden. Der unmittelbar nach jeder Zuchtwertschätzung tagende Lenkungsausschuss von FLECKVIEH AUSTRIA hat alle Neuerungen in der gleichen Form bestätigt, sodass wiederum beide Toplisten veröffentlicht und auch die interessantesten Neueinsteiger sowohl bei den nachkommengeprüften Vererbern als auch bei den Jungstieren separat vorgestellt werden. Auf die Auswahl einer gemeinsamen Liste von nachkommengeprüften Stieren und Jungstieren für die gezielte Paarung wird vorerst verzichtet, da der Zeitpunkt des ersten Einsatzes der als Stierväter ausgewählten Jungstiere gebietsweise unterschiedlich gehandhabt wird.

Traditionelle Topliste

Die aktuelle WINNIPEG-Welle bringt noch einmal Bewegung in die Reihung der ersten Zehn. Hinter WILLE (MV.: Humlang), der unangefochten ganz vorne bleibt, platziert sich WIPEG, ein WINNIPEG-Sohn aus ROMOR mit enormer Milchmengenvererbung (+ 1.314 M-kg) und dem zweitbesten Fitnesszuchtwert (127) aller Top-Ten. Ganz besonders herausragend ist die Melkbarkeit mit einem Zuchtwert von 139 bei durchschnittlicher Zellzahlvererbung. Weitere Söhne des gleichen Vererbers im Vorderfeld sind WALDBRAND (MV.: Malefiz) auf Platz 3 und GS WEIZ (MV.: Morror) auf Position 6 sowie WINDSTURM (MV.: Engadin) auf 11 und WINNI (MV.: Holger) auf 14.

Weitere Väter im Spitzenfeld

VANSTEIN ist mit den Söhnen VANDER (MV.: Pano-ET) auf Rang 5, VAKANT (MV.: Poldi) auf 9 sowie GS VULVUS (MV.: Eis) auf 13 gereiht. Sehr gut halten sich weiterhin die beiden RUMBA-Söhne GS RUMGO und GS RAU, der nochmals 2 Punkte im GZW zugelegt hat, sowie Oldie WAL . Auch der ZAHNER-Sohn ZAUBER kann seinen Top-Ten-Platz erfolgreich verteidigen. Diese Auflistung der Bestenliste zeigt ganz klar die Dominanz einiger weniger Linien, sodass die Erhaltung der genetischen Breite immer mehr auch beim Fleckvieh zu einer großen Herausforderung wird.

Genomische Jungstiere

Echt beeindruckend ist das genetische Niveau der Auswahl an jungen Stieren. Die Grenze der besten 78 liegt über einem GZW von 129. Im Vergleich zur traditionellen Primelist sind hier die Veränderungen naturgemäß weit geringer. Lediglich die in den letzten vier Monaten neu angekauften Stiere ordnen sich hier ein. Es fällt auch auf, dass die Linienführung hier etwas breiter aufgestellt ist, bedingt durch entsprechende Schwerpunktsetzung in der gezielten Paarung. Bleibt zu wünschen, dass auch die Intensität des Test- bzw. Besamungseinsatzes nicht zu asymmetrisch abläuft. Denn nur so kann die genomische Selektion auch einen positiven Beitrag zur Erhaltung der genetischen Breite bewirken.

Autor: Ing. Johann Tanzler, AGÖF

 

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