2. EUROgenetik-Schau am 8.9.2017 - beste Werbung für Fleckvieh

Die EUROgenetik Schau, die nach 2015 heuer das zweite Mal stattfand, lockte am 8. September wieder viele interessierte Besucher aus dem In- und Ausland auf die Tribünen der Tierarena auf der Rieder Messe. Die ausgestellten Kühe waren beste Werbung für die Rasse Fleckvieh und die Schau auf alle Fälle eine Reise wert.

Elf Zuchtverbände - aus Österreich der FIH, RZO, der RZV Tirol, der VFS und kärntnerrind sowie aus Deutschland die Rinderunion Baden-Württemberg, RZV Franken, RZV Oberfranken, RZO Oberpfalz, ZB Hessen und ZV Wertingen - präsentierten in 13 Gruppen fast 100 Fleckviehtiere. Der Salzburger Fleckviehzüchter Rupert Viehhauser richtete äußerst souverän und kompetent die Gruppen und kommentierte gut nachvollziehbar seine Entscheidungen.

Eingeleitet wurde die EUROgenetik-Schau mit der Präsentation einer kleinen Gruppe von Stieren. Für den Preisrichter war der POLARBAER-Sohn PIRLO (MV.: Vanstein), Züchter: Werner Jutz, Breitenbrunn/DE, Hälter: Reinhard Prammer, Neumarkt im Mühlkreis, Besitzer: Rinderzucht Tirol, aufgrund seines sehr feinen Fundamentes klar die Nummer 1 dieser Gruppe. Reservesieger wurde der lange, gut bemuskelte, genetisch hornlose SANDRO-Sohn SKORPION Pp* (MV.: Imposium), Züchter: Wolfgang Huemer, St. Georgen /Attersee, Hälter: Maria u. Josef Kimberger, St. Ulrich/Steyr, Besitzer: OÖ Besamungsstation GmbH.

Top-Jungkühe
Es folgten drei Gruppen mit Erstlingskühen. In der ersten gewann die WALDBRAND-Tochter VIDEO (MV: Imposium) von Margit und Franz Schmid aus Waldzell, FIH. Sie zeichnete sich durch das beste Gesamtpaket dieser Gruppe aus. Die ODES-Tochter REGINA (MV: Wille) von Thomas Burger aus Biederbach/DE, RBW sicherte sich mit ihrem drüsigen, festsitzenden Euter den zweiten Platz.

Die harmonische, drüsig beeuterte GS PANDORA-Tochter GISMO (MV: GS Rau) von Reinhard Freinschlag aus Grein, RZO führte die hervorragende zweite Gruppe der Jungkühe an. Ihr folgte als Reservesiegerin die nicht minder beeindruckende MANGAN-Tochter MAIGLOECKERL (MV: Waldbrand) von Gerlinde und Franz Feichtlbauer aus Raab, FIH.

„An der Spitze stehen Hammerkühe“, war Preisrichter Viehhauser von den Siegertieren der dritten Gruppe der jungen Fleckviehkühe begeistert. Zur Siegerin ernannte er die MANTON-Tochter ESTELLA (MV: Ilion) von Uwe und Mark Habermehl aus Lauterbach/DE, ZB Hessen. Die WABAN-Tochter HALMA (MV: Salamander) von Gerhard Fassnacht aus Altheim, Horb/DE, RBW holte sich mit ihren perfekten Hinterbeinen und ihrer sehr guten Strichplatzierung den Gruppenreservesieg.

In der Finalrunde kürte Rupert Viehhauser die MANTON-Tochter ESTELLA, die mit ihrer Ausgeglichenheit, ihrem optimal gelagerten Becken und ihrem festsitzenden Euter überzeugte, zur Gesamtsiegerin der Jungkühe vor der GS PANDORA-Tochter GISMO, die mit feinem Fundament brillierte.

ESTELLA (V.: Manton) Gesamsiegerin der Jungkühe; Bes.: Habermehl aus Lauterbach/DEGesamtsiegerin der Jungkühe: ESTELLA
 
Hornlos-Genetik
Mit der Präsentation einer Kollektion genetisch hornloser Kühe wurde den Besuchern ein realistischer Überblick über den aktuellen Stand der Hornloszucht geboten. In der Gruppe mit Teillaktationen siegte die ROLAND-Tochter MADONNA Pp (MV: Maximilian) von Gebr. Lang aus Uffenheim /DE, RZV Franken. Der Preisrichter hob ihr langes, optimal gelagertes Becken hervor, das ihr auch den Gesamtsieg bei den Hornlos-Kühen sicherte. Als Gruppenreservesiegerin entschied sich Rupert Viehhauser für die gut bemuskelte WISCHER-Tochter LOISA (MV: Rechberg) von Rosa und Josef Gruber, St. Georgen am Walde, RZO.

In der zweiten Gruppe gefiel die MESSLATTN-Tochter STARLET Pp* (MV: Ralmesbacher) von Manuel Mayer aus Hüttlingen/DE, RBW mit ihrer tiefen Rippe und ihrem sehr feinen, drüsigen Euter am besten. Sie durfte auch den Gesamtreservetitel der Hornlos-Genetik mit nach Hause nehmen. Zweite in dieser Gruppe wurde aufgrund ihrer guten Strichplatzierung die IROLA-Tochter GENIA P (MV: Hall) von Christine und Franz Wimmer aus Pram, FIH.     

Leistungsstarke Fleckviehkühe mit zwei bis vier Abkalbungen
Die mittleren Kühe wurden in fünf Gruppen gezeigt. Bei den neumelken Zweitkalbskühen holte sich die kapitale, sehr kompakte HERMANN-Tochter GERA (MV: Rainer) von Silvester und Rosa Felberbauer aus Ternberg, RZO vor der sehr jugendlichen mit einem starken Zentralband ausgestatteten ROMARIO-Tochter SIMONE (MV: Velvet) von Wilhelmine Fischer aus Bruck-Waasen, FIH den Gruppensieg.

In der Gruppe der altmelken Kühe mit zwei Abkalbungen stachen dem Preisrichter gleich beim Eintrieb zwei Kühe besonders ins Auge: Zum einen die überaus bekannte WILLE-Tochter PENELOPE (MV: GS Rau) von Andreas Übetsroider aus Nussdorf, VFS und zum anderen die mit ihrer straffen Oberlinie und ihrer enormen Geschlossenheit auffallende VLAX-Tochter BERNINA (MV: Mertin) von Christa Lauterbach aus Kirchenpingarten/DE, RZV Oberfranken. Mit ihrer besonderen Ausstrahlung setzte sich PENELOPE an die Spitze ihrer Gruppe und wurde dann auch Gesamtreservesiegerin der mittleren Kühe. 

Die GS RAVE-Tochter LETICIA (MV: Hades) von Stefan Enzenhofer, Bad Leonfelden, RZO zeigte in der Gruppe der neumelken Kühe mit drei Abkalbungen das ausgeglichenste Gesamtpaket und wurde dafür mit dem Gruppensieg belohnt. Hinter ihr konnte sich die typstarke GS MG-Tochter IRLA (MV: Vanstein) von Emmerich Hörmandinger aus Bruck-Waasen, FIH einreihen.

Eine klare Gruppensiegerin fand Rupert Viehhauser bei den altmelken Drittkalbskühen: Die WALDBRAND-Tochter GIZMARA (MV: Samut) sei eine Kuh zum Verlieben, meinte der Preisrichter – kein Wunder, dass die in allen Merkmalen brillierende WALDBRAND-Tochter von Christiane Böhm aus Aufsess/Neuhaus/DE, RZV Oberfranken bei der Gesamtsiegerwahl mittel schließlich auch zur Siegerin gekürt wurde. In ihrer Gruppe konnte sich eine weitere WALDBRAND-Tochter mit ihrem enorm drüsigen, breiten und feinen Euter als Reservesiegerin durchsetzen: MORELLE (MV: Malhaxl) von Gerlinde und Franz Feichtlbauer aus Raab, FIH.

GIZMARA (V.: Waldbrand) Gesamtsiegerin der Kühe mittel; B.: Christiane Böhm aus Aufsess/Neuhaus/DEGesamtsiegerin der mittleren Kühe: GIZMARA 

Auch bei den Kühen mit vier Kälbern dominierten die zwei Halbbrüder WALDBRAND und WILLE die Gruppe. Die körperstarke, aber trotzdem auf einem feinen Fundament stehende WALDBRAND-Tochter GIESI (MV: Rodeo) von Veronika Anzengruber aus Pram, FIH siegte klar vor der den Milchtyp charakterisierenden WILLE-Tochter GISELLE (MV: Weinold) von Wilhelmine Fischer aus Bruck-Waasen, FIH.

Doppelsieg für Tirol und für HUPSOL bei älteren Kühen
Die HUPSOL-Tochter MAJA (MV: Repteit) von Johann Schipflinger aus Itter, RZV Tirol konnte sich in der Gruppe der Fünftkalbskühe mit ihrem festsitzenden, drüsigen Euter eindeutig an die Spitze setzen. Ihr folgte auf Platz 2 die sehr feingliedrige, jugendliche IMPOSIUM-Tochter VIVIEN (MV: Weinold) von Margit und Franz Schmid, Waldzell, FIH.

In der letzten Gruppe - Kühe mit sechs und mehr Kälbern - konnte wieder eine HUPSOL-Tochter aus Tirol den Sieg für sich verbuchen: MALI (MV: Vanstein) von Bernhard Mariacher aus Virgen, RZV Tirol überzeugte mit straffer Oberlinie und straffen Verbindungen. Den zweiten Platz belegte die sehr ausgeglichene, mit einem ausbalancierten Euter ausgestattete RUREX-Tochter ALASKA (MV: GS Dionis) von Christiane Böhm aus Aufsess/Neuhaus/DE, RZV Oberfranken.

Bei der Gesamtsiegerwahl der älteren Kühe entschied sich der Preisrichter für die klar den Doppelnutzungstyp repräsentierende MAJA als Siegerin vor der auf sehr stabilem Fundament stehenden Siebtkalbskuh MALI.

MAJA (V.: Hupsol) Gesamtsiegerin der älteren Kühe; Bes.: Johann Schipflinger, Itter, RZV TirolGesamtsiegerin der älteren Kühe: MAJA 

Die ENGADIN-Tochter LIE (MV: Hilbert) von Erich Landwehr aus Neu-Ulm/DE, SFZ war mit elf Abkalbungen mit Abstand die älteste Kuh der Schau. Sie beeindruckte durch ihre Frische und ihren guten Verbindungen. Zu Recht wurde sie aus der Gruppe der Kühe mit sechs und mehr Kälbern herausgestellt. Spontan wurde eine eigene Gruppe kreiert und sie somit Gruppensiegerin.

Die Schau wurde noch durch die Vorstellung von sieben Töchtern des nachkommengeprüften Stieres WALOT bereichert, die auf viel Interesse seitens der Züchter stieß.

Der FIH und seine EUROgenetik-Partner haben mit dieser gelungenen Schau eindrucksvoll die Rasse Fleckvieh präsentiert. Die Schau war nach der Bundesfleckviehschau im Frühjahr eindeutig ein weiteres Highlight in diesem Jahr.

Siegerliste