AGÖF-Vollversammlung am 26. April 2010
AGÖF-Obmann Willibald Rechberger konnte die Obmänner und Geschäftsführer der Mitgliedsverbände sowie die Vertreter von Wissenschaft und der ZAR begrüßen. Er berichtete von einer steigenden Zahl der Fleckvieh-Herdebuchkühe und einer jedoch rückläufigen Zahl der Betriebe. Die Ziele im Zuchtprogramm konnten umgesetzt werden und auch künftig hat sich FLECKVIEH AUSTRIA so einiges vorgenommen.
Ehrgeiziges Arbeitsprogramm
• In der Genomselektion werden die Schritte gemeinsam mit Bayern gesetzt.
• In der Exterieurbewertung ist es ein Ziel, die züchterisch wichtige Bewertung der Prüfstiertöchter nach der 2. Abkalbung in Österreich bzw. nach der 3. Abkalbung in Bayern zu vereinheitlichen.
• Tschechien wird zukünftig in die gemeinsame Zuchtwertschätzung Deutschland – Österreich eingebunden werden, was eine Vergrößerung der Fleckviehpopulation um 180.000 Tiere bedeutet.
• Für die Fleckvieh-Doppelnutzung wird in Zukunft die Führung von Herdebüchern in anderen Ländern überlegt.
• Das Hollandprojekt bietet Fleckvieh große Chancen im Bekanntheitsgrad auf der ganzen Welt.
• Die Entwicklung der Gesundheitszuchtwerte hat sich nach anfänglicher Skepsis zu einem großen Erfolg für die Positionierung von Fleckvieh entwickelt. Die Vollversammlung hat beschlossen, dass Gesundheitsmerkmale als weitere Leistungsmerkmale in das Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA aufgenommen werden.
• Die Vorbereitungen für die Bundesfleckviehschau 2011 in Ried laufen bereits mit Installierung einer Arbeitsgruppe an.
• FLECKVIEH AUSTRIA wird kompetent auf vielen großen internationalen Messen, wie in Berlin, Hannover, Novisad, Russland etc., vertreten sein.
• Das Medienkonzept der AGÖF wird durch den Vertrieb des Fleckviehmagazins durch alle Mitgliedsorganisationen optimal unterstützt.
Genomselektion ermöglicht frühere und bessere Vorhersage
Aktuell wurden bisher in Österreich 2.000 Stiere mit sicher geschätztem Zuchtwert genotypisiert. Diese bilden mit ca. 2.500 Stieren aus Deutschland die Lernstichprobe für die Entwicklung einer Schätzformel für genomische Zuchtwerte, um die Zuchtwerte von ungeprüften Jungtieren vorherzusagen. Mit der Information aus der Genomzuchtwertschätzung wird die Vorhersagesicherheit des Ahnenindex fast verdoppelt.
Die arbeitsteilige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich hat das Ziel, eine offizielle genomische Zuchtwertschätzung zu entwickeln. Für den Sommer 2010 werden die Ergebnisse aus einem ersten Testlauf erwartet.
Ehrungen
Im Mittelpunkt der Vollversammlung standen die „Fleckviehzüchter des Jahres 2009“:
1. Ing. Reinhard Scherzer, KRZV (Züchter von RAST, ROKUS ET und ISRAEL)
2. Mathilde und Gottfried Schönbacher, RZ Steiermark (Züchter von MODER und HATEKO)
3. Johann Ratzberger, NÖ Genetik (Züchter von GS VIDOR)
4. Margarethe und Franz Maier, NÖ Genetik (Züchter von GS HUMAX)
5. Franz und Josef Weber, NÖ Genetik (Züchter von GS RAWALF)
Autor: DI Peter Stückler, Rinderzucht Steiermark

