AMA-Info: Erzeugermilchpreis – Milchanlieferung November 2017

Die Molkereien zahlten den Landwirten im November für konventionell erzeugte Milch 38,10 Cent und für Bio-Milch 49,64 Cent netto pro Kilogramm (4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß). Die Milchanlieferungsmenge lag im November um 10 Prozent über der Liefermenge im November 2016. Die Molkereien überlegen sich Programme zur Stabilisierung der Mengen.

Im Durchschnitt aller Qualitäten mit 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß errechnete sich ein Auszahlungspreis von 40,58 Cent/kg netto. Auch für Dezember wird nach Einschätzung der AMA ein stabiler Milchpreis erwartet. 

Durchschnittlicher Erzeugerpreis netto pro kg Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß; November 2017, Vergleich mit Oktober 2017 und November 2016:
Durchschnittlicher Erzeugerpreis netto pro kg Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß; November 2017, Vergleich mit Oktober 2017 und November 2016

Milchanlieferung auf Rekordniveau
Die Milchanlieferung in Österreich stieg im November im Vergleich zum Vorjahr um 10,2 Prozent; die Milchmenge hebt immer stärker vom Vorjahr ab. Nicht nur in Österreich, sondern auch EU-weit bewegt sich die Milchanlieferung auf Rekordniveau, dabei steht in der gesamten EU die Phase der saisonal stärksten Milchanlieferung noch bevor. Im Vorjahresvergleich wird in den USA, Ozeanien und auch in allen anderen marktrelevanten Ländern deutlich mehr Milch angeliefert.

Das hohe Angebot an Rohmilch bedeutet einen Preisrückgang, der bereits bei allen international gehandelten Milchprodukten zu beobachten ist. Die in den letzten Monaten rasant angestiegenen EU-Butterpreise sind am ebenso steilen Weg zurück auf „normales Niveau“, die EU-Magermilchpulverpreise sind im historischen Tief und auch die EU-Käsepreise sind rückläufig. Die rückläufige Preisentwicklung am internationalen Markt mit der zusätzlichen Bürde der hohen EU-Magermilchpulverbestände beeinflusst auch den österreichischen Markt neben der hohen heimischen Milchanlieferung. Diese Faktoren werden sich negativ auf den Erzeugermilchpreis auswirken.

Österreichische Molkereien überlegen daher, ein individuelles Programm zur Stabilisierung der Mengen für ihre Milchlieferanten einzuführen. Ziel dieses Programms ist es, nicht mehr Milch angeliefert zu bekommen als verarbeitet und zu kostendeckenden Preisen abgesetzt werden kann. Im Vergleich zum Vorjahr versenden österreichische Molkereien seit Mitte des Jahres 2017 mehr Milch an andere Mitgliedstaaten. Im November wurden bereits 30.680 t Milch an andere Mitgliedsstaaten versendet. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 53,9 Prozent.

Quelle: AMA-Milch-Marktbericht