Betriebs-Reportage Fam. Radler, Zwettl, OÖ

Obwohl der Betrieb Radler erst im Jahre 1994 dem Rinderzuchtverband OÖ beigetreten ist, hat sich die Familie Radler durch konsequente Zuchtarbeit einen bemerkenswerten Bestand aufgebaut. Als 1974 der Betrieb von Leopoldine und Alois sen. Radler übernommen wurde, standen 24 Fleckvieh-Rinder im Stall.

1978 erfolgte der Stallumbau auf Kurzstand für 24 Milchkühe. 1999 wurde ein Liegeboxen- laufstall für ca. 55 Milchkühe plus Nachzucht mit Stroh-Tiefboxen und Schrapperentmistung errichtet, wobei wahlweise Gülle (Sommer) bzw. Festmist (Winter) produziert wird. Der Bestand wurde immer wieder durch die eigene Nachzucht ergänzt und umfasst derzeit ca. 100 Tiere.

Seit langem schon Eigenbestandsbesamer

Durch das zukunftsorientierte Agieren am Be- trieb konnten diese Wachstumsschritte erfolg- reich absolviert werden. Zwei Beispiele dafür sind, dass am Betrieb Radler seit Mitte der 80er Jahre Eigenbestandsbesamungen durchgeführt werden, welche damals in Österreich noch nicht „erlaubt“ waren. Durch die genauen Aufzeichnungen, die Alois sen. seit diesem Zeitpunkt führte, waren 1994 beim Beitritt zum RZO schon sehr wertvolle Abstammungsdaten vorhanden. Das zweite Beispiel ist das Auslandpraktikum 1999 in den USA von Alois jun., der 2007 den Betrieb übernommen hat.

Zucht

Das Ziel am Betrieb Radler ist es, „TMR-taugliche“ Kühe zu züchten, das heißt gesunde Kühe mit gutem Fundament, gutem festsitzenden Euter, sehr guter Persistenz und guter Zellzahl. Bezüglich Rahmen ist eher der großrahmige Typ wegen der hohen Grundfutteraufnahme erwünscht.
Derzeit werden folgende Stiere eingesetzt: HADES, RECHBERG, WEBAL, MALINT, RIESLING, RODEO, RORB, VANSTEIN, RAU, RESS und WEINOLD.
Der bislang größte Erfolg der Zuchtarbeit war die Teilnahme an der Bundesstiermutterschau 2006 in Wels mit der RUMBA-Tochter SALVE.

Fütterung und Melktechnik

Gleichzeitig mit dem Bau des Laufstalles wurde auch ein Futtermischwagen angekauft. Die Kühe in Milch bekom-men eine auf rund 23 Liter aufgewertete Grundfutterration. Zusätzlich erfolgt 2x täglich eine händische Zuteilung von Kraftfutter. Darauf werde am Betrieb Radler sehr viel Wert gelegt, weil dadurch eine sehr gute Kontrollmöglichkeit bezüglich Kondition und Fresslust der Tiere bestehe, so der Betriebsleiter. Heu steht an der Raufe zur Verfügung, zusätzlich werden noch Futterrüben aus eigenem Anbau zur Erhöhung der Fresslust angeboten.
Derzeit wird in einem 1x8 Side by Side-Melkstand mit Anrüst- und Abschaltautomatik gemolken. Der Ankauf eines Melkroboters ist derzeit kein Thema.

Vermarktung

Stierkälber und Schlachtkühe werden über die österreichische Rinderbörse vermarktet. Die weiblichen Zuchttiere werden derzeit meist Ab-Hof oder über die Exportschiene angeboten. Die Vermarktung von Jungkühen über die Versteigerung soll ausgebaut werden.

Ziele für die Zukunft und Motto

•    Kuhzahl konstant halten bzw. etwas erhöhen
•    Vermarktung über Versteigerungen ausbauen
•    Holstein-Anteil nicht erhöhen

Leistungssichere, problemlose Kühe züchten  - keine Höchstleistungen -, einfache, störungsfreie Technik, wenig „Schnick-Schnack“.

Betriebs-Daten

Alois Radler jun. vulgo „Wittibschlager“, Saumstraß 25, 4180 Zwettl

Arbeitskräfte:
Betriebsführer Alois (Lehrer an der Lw. Fachschule Kirchschlag) und Eltern Leopoldine und Alois sen.
Betriebsgröße:
gesamt 67 ha
aufgeteilt in:  53 ha landw. Nutzfläche (davon 26,5 ha Pacht)
davon:  24 ha Acker (6 ha Mais, 7 ha Feldfutter, 1 ha Fütterrüben, 10 ha Getreide), 29 ha Grünland
14 ha Wald
Klima:                          
Seehöhe: 680 m  
jährliche Niederschlagsmenge: ca. 800 mm
92 BHK-Punkte
Viehbestand:
ca. 100 Stück davon 58 Kühe
Bauliche Anlagen:
Laufstall mit Tiefboxen und Schrapper, 1x8 Side by Side-Melkstand   
Milchleistung:
2002:    51,2     7.815 – 4,32 – 3,39 – 602
2003:    55,7     7.633 – 4,24 – 3,43 – 585 
2004:    53,1     8.036 – 4,34 – 3,49 – 630
2005:    56,5     7.760 – 4,17 – 3,37 – 585
2006     53,0     7.942 – 4,22 – 3,39 – 604
2007     55,5     8.280 – 4,09 – 3,28 – 611
FL    38,6    8.108 – 4,08 – 3,37 – 604
HF    16,9    8.674 – 4,11 – 3,10 – 626    
Fütterung: Ganzjahres-Silage, aufgewertete Grundfutterration auf 23 Liter Milch
Grundfutter: 2/3 Grassilage, 1/3 Mais, (restliches Kraftfutter - händisch max. 4 kg) und Futterrübe
Maschinen: Futtermischwagen - Vertikalmischer, sämtliche Maschinen zur Grünland- und  Ackerbewirtschaftung                                  

Autor: Wolfgang Grillberger, RZO

zu den Fotos  

   
                                     

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