Betriebsreportage Fam. Burgstaller, Oberösterreich

Als Regina und Josef Burgstaller 1987 den elterlichen Milchviehbetrieb im oberen Mühlviertel übernommen haben, konnte noch keiner ahnen, wo die Reise hingehen wird. Begonnen hat alles schon im Jahr 1985, als einige Landwirte, unter anderem auch Josef Burgstaller, die Ausbildung zum Eigenbestandsbesamer in Deutschland absolviert haben.

Regina und Josef Burgstaller, Kinder Martin (25), Lisa (22) und Andreas (17) Damals ist dies nicht nur auf Zustimmung gestoßen. Doch die innovative Denkweise zeigte sich als zukunftsweisende, erfolgversprechende und richtige Entscheidung.

Nördlich der Landeshauptstadt

Der Betrieb liegt ca. 20 km nördlich von Linz in der Gemeinde Gramastetten auf 600 m Seehöhe mit ca. 700 mm Niederschlag. Bewirtschaftet werden 56 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, von der die Hälfte zugepachtet ist, und 7,5 ha Wald. Neben 25 ha Grünland und 8 ha Kleegras werden 10 ha Mais und 13 ha Getreide angebaut.

Meilensteine in der Entwicklung

1987 wurde der alte Stall vom Mittellangstand auf Kurzstand mit befahrbarem Futtertisch umgebaut, wo 23 Milchkühe und die eigene Nachzucht Platz fanden. Die männlichen Kälber wurden selbst gemästet. Bald wurde klar, dass ohne Milchleistungsprüfung und Mitgliedschaft beim Zuchtverband keine erfolgreiche und rentable Milchproduktion und Rinderhaltung möglich ist. 1990 trat der Betrieb Burgstaller dem Landeskontrollverband für Milchleistungsprüfung und dem Rinderzuchtverband Oberösterreich bei. Seit 1998 ist der Betrieb auch Mitglied beim Arbeitskreis Milch.
Im Jahr 2000 wurde dann der Anbindestall, und in den folgenden Jahren auch der Jungviehstall, in einen Laufstall umgebaut sowie ein Kälberstall mit Tränkeautomaten errichtet. Die letzte bauliche Maßnahme wurde 2010 gesetzt, bei der der Laufstall für die Kühe erweitert wurde. Für die Trockensteher wurden zwei Fahrsilos zu einem Tieflaufstall umfunktioniert.

Alle Absatzvarianten genutzt

Obwohl die Kuhzahl ständig stieg und die Aufstockung aus eigener Nachzucht erfolgte, nützte der Betrieb Burgstaller alle Absatzvarianten des Zuchtverbandes sehr gut. Neben dem Ab-Hof-Export und Jungkuhverkauf wurden hauptsächlich trächtige Kalbinnen auf den Versteigerungen angeboten. Darunter war zum Beispiel auch die Kalbin WELPE, eine HORNER-Tochter, die an Wiesmayr in Feldkirchen/Donau verkauft wurde. Nach der Abkalbung konnte sich WELPE bei der HORNER-Nachzuchtsammlung in Freistadt anlässlich der RZO-Mitgliederversammlung im Jahr 2008 bestens präsentieren und damit die gute Genetik und Leistungsbereitschaft der Herde des Zuchtbetriebes Burgstaller bestätigen. Eine PROFAN-Tochter erreichte die 100.000 Liter-Marke. Auf der Welser Messe 2010 präsentierte der Betrieb BIMMEL, eine sehr gute STRELLER-Tochter in der 6. Laktation. Diese Kuh konnte sich  an der Spitze der OÖ-Rinderzucht sehr gut beweisen.
Bei der RAINER-Tochter SABRINA wurde kürzlich ein Embryotransfer erfolgreich durchgeführt.
Es wurden auch schon züchterisch interessante Stierkälber aus der STRELLER-Tochter WEINDL angekauft.

Seit dem Jahr 1999 erfolgt die Futtervorlage mittels Futtermischwagens. Es wird eine aufgewertete Grundfutterration für 22 Liter vorgelegt. Der Rest des Kraftfutters wird über die Kraftfutterstation verabreicht.

Für die Zukunft

Die Ziele für die Zukunft sind, den Zuchtviehverkauf noch zu steigern und die Milchleistung auf einem hohen Niveau zu halten bzw. zu erhöhen (8.500 – 9.000 Liter Milch). Das Wichtigste für die Betriebsleiter ist aber natürlich die Gesundheit der Herde und nicht unbedingt die höchste Leistung, um auch in Zukunft die Rinderzucht und die Milchproduktion erfolgreich bestreiten zu können.

Betriebsdaten

Regina und Josef Burgstaller, vulgo Bründl, Lassersdorf 9, 4201 Gramastetten

Familie:  Betriebsführer Regina und Josef Burgstaller, Kinder Martin (25), Lisa (22) und Andreas (17), Eltern Maria und Josef Burgstaller
Eigenbestandsbesamer: seit 1985
Mitglied Arbeitskreis Milch: seit 1998
Seehöhe: 600 m
Niederschlagsmenge: ca. 700 mm
Viehbestand: ca. 60 Milchkühe mit 70 Stück weiblicher Nachzucht, männliche Stierkälber werden zur Mast verkauft
Flächenausstattung: 56 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 28 ha Pacht; 7,5 ha Wald
Bewirtschaftung: 10 ha Mais, 13 ha Getreide, 8 ha Kleegras, 25 ha Grünland
Bauliche Entwicklung:
1987   Anbindestall mit Kurzstand
2000   Bau eines Laufstalls mit 60 Liegeboxen (Tiefbucht); 2x5 Fischgrät-Melksystem der Fa. Happel mit Abnahmeautomatik
2002  Umbau des Jungvieh- und Stierstalles in einen Laufstall mit Spalten und Hochbuchten
2004  Kälberstall mit Tränkeautomaten
2010  Erweiterung des Laufstalles mit Auslauf
Güllelager: 1.550 m³
Fahrsilo:  1.250 m³
Traunsteinsilo: 1.300 m³; Getreidelager mit Reinigung und Säurekonservierung für 120 Tonnen
Leistungsentwicklung:    
Jahr      Anzahl       Milch-kg       Fett %     EW %   F+E-kg        
2010        57,6           8.451           4,10        3,58       649
2005        50,5           7.559           4,17        3,70       595
2000        32,0           6.270           4,15        3,58       485
1995        24,1           4.918           4,23        3,36       374
1990        18,2           3.925           4,04        3,20       284

Autor: Wolfgang Grillberger, RZO

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