Betriebsreportage Fam. Klausberger, Molln, OÖ

Der Fleckviehzuchtbetrieb von Ingrid und Hubert Klausberger, vulgo Serner, liegt in Molln, Bezirk Kirchdorf/Krems. Das Ehepaar übernahm 1996 den landwirtschaftlichen Betrieb, dessen Schwerpunkte in der Milchproduktion, Zuchtrindervermarktung und in der Gästebeherbergung liegen.

Tierkomfort steht ganz oben

1997 wurde mit der Errichtung eines Laufstalles begonnen. Grundsatz bei der Planung war Funktionstüchtigkeit und Minimierung der Technik. Als Liegebuchtensystem wählte man im Milchviehbereich Tiefbuchten mit Strohein- streu, während im Jungviehbereich Hochbuch- ten mit Gummimatten Einzug fanden. Alle Tiere werden auf Spalten gehalten, wobei jene im Kuhbereich zusätzlich mit Gummimatten aus- gelegt wurden. Diese Baumaßnahme äußerte sich sehr rasch in einer Steigerung der Milchleistung. Akut auftretende Klauenprobleme oder Lahmheiten werden durch den Betriebs- leiter sofort am fix adaptierten Kippklauen- pflegestand durchgeführt, der sich im über- dachten Auslauf befindet.

Fütterung mit Vertikalmischer

Zur Steigerung der Grundfutteraufnahme wurde ein Vertikalmischer angeschafft. Die AGR (Aufgewertete Grundration) wird auf ein Tagesgemelk von 25 l eingestellt, wobei sich die Rationskomponenten folgendermaßen zusammensetzen: Grassilage, Heu, 7 kg Biertreter, 3 kg CCM und Mineralstoffmischung. Ausgleichsfutter wird mit einer maximalen Menge von 7,5 kg über den Transponder verabreicht. Bei Trockenstehern und Kalbinnen wird die Grassilage mit einem Strohanteil von 10 % gestreckt, um Verfettung zu vermeiden. Während der warmen Jahreszeit befindet sich das gesamte Jungvieh auf der hofeigenen Alm auf Sommerfrische.

Milch, Fleisch Fitness

Der Betrieb trat im Jahr 1999 dem Leistungskontrollverband sowie dem RZO bei. Oberstes Zuchtziel ist Fleckvieh in Reinzucht. Der Einsatz von Red Holstein ist kein Thema. Angestrebt werden großrahmige, problemlose Kühe mit gut aufgehängten, drüsigen Eutern. Neben Milchmenge und Inhaltsstoffen wird weiters auf gute Fundamente und auf einen entsprechenden Fleischansatz höchster Wert gelegt. Die Lebensleistung als Kennzahl für langlebige und leistungsbereite Kühe liegt bei 30.000 kg. Durch gezielte Selektion und durch konsequentes Herdenmanagement konnte bei der Auswertung zum Fleckviehzüchter des Jahres 2008 der hervorragende 19. Platz erreicht werden.

Kurze Zwischenkalbezeit

Das durchschnittliche Erstkalbealter am Betrieb Klausberger beträgt 30,9 Monate. Aufgrund des intensiven Alm- und Weideganges ergibt sich bei der ersten Belegung der Kalbinnen ein Alter von 18 bis 20 Monaten. Die durchschnittliche Zwischenkalbezeit von 354 Tagen kann sich wahrlich sehen lassen. Diese kann nur erreicht werden, wenn die Kühe schon ca. 6 Wochen nach der Geburt wieder belegt werden. Die NRR liegt bei 65 %.
Eutergesundheit wird am Betrieb sehr groß geschrieben. Dies zeigt sich in der durchschnittlichen Zellzahl von 97.000. Erreicht wird dies durch Zitzendippen auf biologischer Basis und durch Zwischendesinfektion mit 0,5 %iger Essigsäure. Bei Trockenstellern und Problemkühen wird rasch gehandelt: eine bakterielle Untersuchung schafft Klarheit über den Erreger und über die richtige Behandlungsmethode.

Top-Vererber auf der männlichen und weiblichen Seite

Der durchschnittliche GZW der eingesetzten Väter beträgt 126. Derzeit werden verstärkt die Vererber HUPSOL, RETRAKT, HADES, IMPOSIUM, RECHBERG, RIVALDO, POLARI und MANDOR eingesetzt. Die Teststierverpflichtung auf Zweitkalbskühe wird zu 100 % eingehalten. Das Herzstück auf der weiblichen Seite im Stall stellt sicherlich die leistungsstarke STROWEIN-Tochter ALWINA dar (5/4:12.223-4,16-3,39-923). Die Stiermutter zeichnet sich weiters durch ein starkes Exterieur (2. 8-6-8-9) sowie durch hervorragende Melkbarkeit und eine hohe Fruchtbarkeit aus (ZKZ 352 Tage). Ihr ROIBOS-Sohn ROGL wurde als Teststier von der OÖ-Besamungsstation angekauft und ging im August 2008 in den Prüfeinsatz.

Vermarktung von Einstellern und Jungkühen

Zuchtrinder vom Betrieb Klausberger sind gerne und häufig gesehene Teilnehmer auf Absatzveranstaltungen. Im Jahr 2008 wurden 16 Jungkühe mit einer Ø EL von 26,0 kg auf den Versteigerungen in Wels vermarktet. Die männlichen Tiere werden mit ca. 200 bis 250 kg auf den regionalen Einstellermärkten in Maria Neustift abgesetzt.

Aktive Jungzüchter

Ziel der Betriebsleiter für die Zukunft ist, weiterhin als Vollerwerbsbetrieb ein gutes Einkommen in der Milchproduktion und durch die Zuchtrindervermarktung zu erzielen und ihren Kindern Freude an der Landwirtschaft und an der Arbeit mit den Tieren und in der Natur weiterzugeben. Man kann sagen, dass dies bereits geglückt ist, denn die Kinder Alexander (11), Mathias (8) und Johannes (5) nehmen mit viel Begeisterung an den zahlreichen Jungzüchterbewerben teil.

Betriebs-Daten

Familie:
Betriebsleiterehepaar Hubert und Ingrid
Kinder Alexander (11), Mathias (8) und Johannes (5)
Betriebsschwerpunkte:   
Milchproduktion, Zuchtrindervermarktung, Urlaub am Bauernhof
Seehöhe:
440 m
Niederschlagsmenge:
1.200 l/m²
BHK-Punkte:
132
Flächenausstattung:
54 ha, davon 31 ha Pacht, 6 ha Alm, 9 ha Weide
Tierbestand:
31 Fleckviehkühe, 60 Jungtiere
Quotenausstattung:
220.000 A-Quote, zusätzl. 30.000 kg für Einstellerproduktion
Gülleraum:
1.350 m³, Ausbringung mit Verschlauchung
Futterbergung:
Traunsteinsilo (3 Stück, insg. 1.100 m³)
Melktechnik:
2 x 2 Tandem-Melkstand
Leistungsentwicklung:
1999    12,7    6.107-3,78-3,43-440
2001    22.4    7.532-3,94-3,44-556
2003    27,7    8.056-4,06-3,54-612
2005    31,2    8.662-4,21-3,45-663
2006    29,5    9.250-3,99-3,50-692
2007    28,0    9.935-3,92-3,46-733
2008    30,6    9.646-4,03-3,47-724

Autor: Johannes Penz, RZO

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