Betriebsreportage Fam. Schipflinger, Itter, Tirol

Familie Schipflinger aus dem Tiroler Brixental ist nicht nur als Fleckviehzüchter mit Leib und Seele bekannt, sondern stellt auch köstlichen Heumilchkäse her und bietet auf ihrem wunderschön gelegenen Betrieb Urlaub am Bauernhof an.

Der Name Schipflinger ist in Tirol bereits seit Generationen ein Begriff, wenn es um erfolgreiche Fleckviehzucht geht. Durch zahlreiche Erfolge bei landes- und bundesweiten Schauen so wie durch Aufzucht und Absatz sehr guter Stiere und exterieurstarker Kühe konnte man sich auf dem Gebiet der Fleckviehzucht einen Namen erarbeiten.Durch zahlreiche Erfolge bei landes- und bundesweiten Schauen so wie durch Aufzucht und Absatz sehr guter Stiere und exterieurstarker Kühe konnte man sich auf dem Gebiet der Fleckviehzucht einen Namen erarbeiten.

Fleckviehzucht seit 50 Jahren
Der Betrieb „ Maurerhof “ ist in der Gemeinde Itter, im Bezirk Kitzbühel, am Eingang des Brixentales auf einem Hochplateau beheimatet. Seit nun mehr drei Generationen wird am Maurerhof Fleckvieh gezüchtet. Die ersten Kühe kaufte der Großvater des heutigen Betriebsführers Johann Georg Schipflinger schon 1949 und stellte in kurzer Zeit eine neue Herde zusammen, wo vorher Pinzgauerkühe gemolken wurden. Dieser Großvater zeichnete sich auch als Gründungsmitglied des örtlichen Fleckviehzuchtvereines aus und legte somit den Grundstein für eine erfolgreiche Zuchtarbeit.

Zuchtbegeistert sind sie alle
Johann Schipflinger übernahm die Landwirtschaft 1968 und vergrößerte diese durch den Zukauf und durch Anpachtung von Flächen. Derzeit gehören 18 ha Eigengrünland, 16 ha Pachtgrünland und ca. 320 ha Almfläche (Gemeinschaftsalm mit einem weiteren Eigentümer) zum Hof. Johann sen. war und ist ein leidenschaftlicher Züchter, der auch heute noch auf keiner Schau und Versteigerung fehlt. Diese große Begeisterung konnte er auch an seine vier Söhne weitergeben, die alle aktiv bei den Jungzüchtern waren und noch sind.
2007 übernahm Johann Georg Schipflinger mit seiner Frau Burgi und den vier Kindern im Alter von 4 bis 11 Jahren den Betrieb. Johann Georg ist Funktionär beim Tiroler Rinderzuchtverband, Gebietsobmann des Gebietes Wildschönau-Brixental und Obmann des Fleckviehzuchtvereins Itter. Der Fleckviehzucht wird somit weiter große Aufmerksamkeit geschenkt.

Betrieb setzt auf neue Genetik
Am Betrieb stehen derzeit 40 Fleckviehkühe, ein Deckstier, 50 Stück Jungvieh und 20 Kälber. Die Jungtiere stammen von Vererbern wie VANSTEIN, VAUSTRIA, WEINOLD, HAGAT, HORITO, HIPPO und REPTEIT. Besamt wird fast immer mit der neuesten Genetik, derzeit mit HUPRICH, HADES, DON JUAN und mit den Fitness-Spezialisten MANITOBA, HUPSOL und RÖMER Alle Erstkalbskühe werden aber selbstverständlich mit der allerneuesten Genetik belegt, nämlich den Teststieren.

Ein Aushängeschild der Herde ist Dauerleistungskuh MARGRETH (V.: Morror), die mit einer Lebensleistung von 52.000 kg Milch bei bester Gesundheit und  ausgezeichnetem Exterieur glänzt. Sie wurde wie ihre Mutter mit Euternote 9 bewertet. Als eine sehr vielversprechende Jungkuh in der Herde der Schipflingers präsentiert sich die Schwester von MARGRETH, die Stiermutter MARTINA, eine sehr leistungsbereite, großrahmige REPTEIT – Tochter. Von Teststiermutter DORA (V.: Dionis) stehen zwei hoffnungsvolle Nachkommen nach RESS und RUREX in Aufzucht.
Der Betriebsführer bevorzugt leistungsbereite, großrahmige, ausreichend bemuskelte Kühe mit besten Eutern und hohen Fitnesswerten. Da die Tiere im Anbindestall gehalten werden, wird besonderes Augenmerk auf ein gutes Fundament gelegt, was auch für die Alpung von besonderer Bedeutung ist. Es werden nur Stiere eingesetzt, die im Merkmal Fundament positiv vererben.

Auf Schaubewerben anzutreffen
Gerne nimmt Familie Schipflinger auch an Schaubewerben teil und hat auch schon so manchen Sieg eingefahren, wie vor einem Jahr mit einer LAUREL RED Tochter beim Bundesjungzüchterchampionat in Greinbach, wo die Kalbin den Gesamt-Reservesieg im Typbewerb der Gruppen „Fleckvieh über 30 % RF“ gewann oder erst kürzlich beim Tiroler Jungzüchtercup 2009 in Rotholz, bei dem Junior Hannes mit MIRIAM (V: Vaustria, MV: Mufti) Vorführsieger in der Gruppe „Bambini-Jahrgang 1997“ wurde. Stolz blickt man auch auf den Staatspreis in Silber für die Stiermutter STOLZ im Jahr 1986 und in Gold für Stiermutter ELSA im Jahr 1991 zurück.

Heumilch-Lieferant
Familie Schipflinger hat sich auf die Produktion von Heumilch spezialisiert, 228.000 kg Milch jährlich, die sie an die Tirol Milch liefert. 25 ha des Grünlandes werden dreimal, 9 ha zweimal gemäht und sämtliches Heu wird mit einer großen Belüftungsanlage nachgetrocknet, so dass beste Futterqualität erzeugt werden kann, auf die der Betriebsleiter besonderen Wert legt. Zusätzlich, um den Betrieb durch ein zweites Standbein abzusichern, wird in den Wintermonaten ein Teil der Milch in der eigenen, modern ausgestatteten Hofkäserei zu Heumilch-Bergkäse und Heumilch-Schnittkäse verarbeitet. Die Käserei befindet sich in den Kellerräumen des Wohnhauses, welche mit der Milchkammer im Stall verbunden ist. Die Produkte werden zur Gänze an Privatkunden ab Hof verkauft. Der Absatz ist gut und soll in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden.

Aus der großen Herde können jährlich ca. 15 Jungkühe und drei Zuchtstiere auf den Märkten in Rotholz angeboten worden. Die männlichen Nutzkälber und das Schlachtvieh werden über die Tiroler Viehmarketing vermarktet.

Alm macht fit!
Ein Herzstück des Maurerhofes ist die große Alm, die sich zu gleichen Teilen im Besitz der Familie Schipflinger sowie der Familie Hölzl befindet und auch gemeinsam bewirtschaftet wird. Die Alm gliedert sich in drei „Leger“, das heißt, die Tiere wechseln dreimal die Standorte im Verlauf des Sommers. Dies ist natürlich mit sehr hohen Kosten verbunden, da auf allen Legern teils neue Gebäude errichtet wurden und erhalten werden müssen. Sämtliche Tiere werden gealpt, die Johann Georg mit der ganzen Familie betreut. Obwohl es doch hin und wieder mühsam ist, lohnt sich die Alpung mit ihren positiven Auswirkungen auf die Fitness und die Gesundheit der Kühe und Jungtiere.

Urlauben bei Schipflingers
Um das Einkommen für die Familie in Zukunft noch besser abzusichern, wurde vorausschauend auch in eine zusätzliche, andere Sparte investiert: Durch die touristische Gunstlage, im Winter direkter Zugang zum Schigebiet „Skiwelt Wilder Kaiser – Brixental“ und im Sommer zentraler Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Ausflugsziele, bot es sich an, im neu errichteten Wohnhaus Zimmer und Appartements einzurichten. Besuchen Sie den Maurerhof auch im Internet unter www.tiscover.at/maurerhof

Betriebsdaten

Burgi und Johann Georg Schipflinger, Schwendter Weg 3, 630 Itter, Tel. 05335 / 2693, E-Mail

Betriebsgröße   
34 ha Grünland ( zwei und drei Schnitte ), davon 18 ha Eigengrund 16 ha Pachtgrund, 8 ha Wald, 320 ha Almfläche ( von 1.000 m bis 2.200 m Seehöhe)
Arbeitskräfte       
Betriebsführerehepaar Johann und Burgi Schipflinger, Eltern Johann und Rosa Schipflinger, fallweise Brüder des Betriebsführers
Viehbestand
       
40 Milchkühe,50 Stk. Jungvieh, 20 Kälber, 1 Deckstier
Milchquote 
      
A-Quote 228.000 kg, Heumilchlieferant der Tirol – Milch
D-Quote 18.000 kg
Milchleistungsentwicklung
2000    33,8    6.484    4,03    3,46    485
2002    33,1    6.606    4,03    3,54    500
2004    36,0    7.274    4,12    3,50    554
2006    39,1    7.264    4,09    3,48    550
2008    40,2    8.198    3,98    3,41    608

Autor: Josef Schipflinger, RZV Tirol

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