Betriebsreportage Fam. Schmölzer, Kärnten
Im mittleren Drautal, östlich von Spittal/Drau und nur wenige Kilometer vom Millstätter See entfernt findet man den Fleckviehzuchtbetrieb der Familie Schmölzer, einen der Vorzeigebetriebe des Kärntner Rinderzuchtverbandes. Milchproduktion, Zuchtviehverkauf und Rindermast sind die Hauptstandbeine des Betriebes.
Auf einer soliden Basis von 45,5 ha Eigenfläche, samt Wald, und 8 ha Pachtflächen betreibt der noch junge Betriebsführer Hannes Schmölzer mit Gattin Monika und seinen Eltern Johann und Waltraud mit Begeisterung eine Fleckviehrein- zucht. Die Gunst der Lage nutzend wird auch schon seit Jahren auf ein paar Hektar Kartoffel- und Weißkraut angebaut. Erstere werden Ab-Hof verkauft, Zweitere über die Rewe/ADEG-Zentrale Kärnten AGM - zwei einträgliche Betriebszweige, aber arbeitsintensiv, sodass sie nicht weiter ausgebaut werden.
Umstieg auf Fleckvieh
Der Zuchtbetrieb Schmölzer steht seit 1960 unter Milchleistungskontrolle und war ursprüng- lich, wie alle Betriebe in dieser Gegend, ein Pinzgauerzuchtbetrieb. 1971 begann die Fleckviehzucht durch Zukauf von fünf Zuchttieren aus der Steiermark. An- schließend erwarb man kontinuierlich einzelne Fleckviehtiere und 1985 konnten die ersten eigenen Fleckviehzuchtrinder über die Versteigerung vermarktet werden. Heute werden sieben bis acht Jungkühe über den Marktstandort St. Donat und zwei bis drei Jungkühe Ab-Hof verkauft. Alle Stierkälber verbleiben, teilweise zur Aufzucht, teilweise zur Mast, am Hof.
Zuchtziel erreicht
Als Zuchtziel ergibt sich für den Milch- und Mastbetrieb klarerweise die vitale, robuste, wirtschaftliche Zweinutzungskuh mit einem gut aufgehängten, drüsigen Euter auf einem Leistungsniveau von 8.000 bis 9.000 kg Milch, die auch gut mastfähige Kälber bringt. Das Zuchtziel des Betriebes ist in Wahrheit eigentlich kein Ziel mehr, sondern bereits Status quo, schaut man sich die Leistungsdaten der Herde aus dem Jahr 2009 an: 28 Kühe, 9.208 kg Milch, 4,31 % Fett, 3,65 % Eiweiß und 733 kg Fett-und-Eiweiß. Seit nunmehr acht Jahren wird die gesetzte Leistungsgrenze erreicht. „Überschaubares Wachstum“ und keine übertriebenen Zielvorstellungen sind schon immer das Motto am Betrieb gewesen und damit ist man bis lang gut gefahren. Dazu passt auch die risikomindernde Absicherung des Betriebes durch mehrere Standbeine und die Aussage, dass man sich in der Zucht nicht auf eine Kuh-Linie konzentrieren will, sondern drei verschiedene, bewährte Linien anstrebt.
Nur reinrassige Fleckviehstiere
Bei der Stierauswahl legt Hannes Schmölzer, seit zwei Jahren Eigenbestandsbesamer, großen Wert auf Kombination, Leistung, Fitness und gute Fundamente. In Frage kommen für ihn nur reinrassige Fleckviehstiere. Selbstverständlich werden alle Kühe zum zweiten Kalb mit einem Teststier belegt. Tiere, die nach der zweiten Besamung nicht trächtig sind, werden mit dem Genossenschaftsstier, der im Ort steht, im Natursprung gedeckt.
Haltung und Fütterung
Die Tiere werden seit 2004 im Laufstall gehalten. Der ursprüngliche Anbindestall entsprach nicht mehr den Tierhalterichtlinien. Aus Platzmangel am Heimbetrieb musste der neue Stall ca. 300 Meter vom Haus entfernt errichtet werden. Im alten Stallgebäude werden nur noch die Maststiere auf Vollspaltenboden gehalten.
Die Kühe werden mit 50 % Grassilage und 50 % Maissilage gefüttert. Darüber hinaus erhalten sie Heu zur freien Entnahme und maximal 6 kg Kraftfutter über den Transponder. Die Ration der Kalbinnen besteht aus 70 % Grassilage, 20 % Maissilage, 10 % Heu und Stroh. Kraftfutter wird nur bis maximal 10 Monate beigefüttert. Den Sommer verbringen ca. 30 Kalbinnen auf der Alm. Während ca. 15 trächtige Kalbinnen im Anschluss an die Niederalm auf die Hochalm (1.500 – 2.000 m Seehöhe) gehen, verbleiben die jüngeren auf der Niederalm mit einer Seehöhe von 1.100 bis 1.500 m. Die Kälber werden die ersten drei Monate mit Vollmilch, Heu, Kraftfutter und eigenem Gerstenschrot gefüttert.
Zucht trägt Früchte
Die konsequente Zuchtarbeit trägt auch zunehmend Früchte am Schausektor. Seit 1999 nimmt der Betrieb Schmölzer an Rinderschauen teil. Waren der Familie anfangs „nur“ Gruppenreservesiege beschieden, wie bei der Gebietsrinderschau der VZG Oberkärnten durch MOREIF-Tochter STERNE (geb. 1996, 8/7 7.316 – 4,45 – 3,64 – 591), 2004 auf der Kärntner Landesrinderschau durch MALF-Tochter KRANZE (geb. 1997, 6/5 8.620 – 4,60 – 3,72 – 717) und 2006 bei der Kärntnermilch Gebietsrinderschau am Litzlhof durch die RUMBA-Tochter GERDA (geb. 2002, 3/2 6.513 – 4,88 – 4,07 – 583), konnte Familie Schmölzer beim Milchkuhkirchtag 2008 in St. Donat gleich mit zwei Gruppensiegen auftrumpfen: ROMEO-Tochter MARA, 3/2 8.200 – 4,98 – 3,79 719 wurde Siegerin in der Gruppe Kühe mit 2 Abkalbungen und SIRENE, V: Waterberg, 1/1 8.120 – 4,24 – 3,74 648, in der Gruppe Kühe mit einer Abkalbung.
Von der MALF-Tochter KRANZE stammt der Fitness-Vererber RIVALDO (FIT 121), ein RAMBO-Sohn, der auf der Besamungsstation Perkohof seinen Dienst leistete.
Betriebsspiegel
Familie Hannes Schmölzer vlg. Mar, Molzbichl 15, 9701 Rothenthurn, Tel.: 04767/274
Arbeitskräfte:
Betriebsführer Hannes (37 Jahre, landwirtschaftlicher Meister, staatl. geprüfter Skialpintrainer und Schilehrer), Gattin Monika (35), Eltern Johann (63) und Waltraud (59)
Kinder:
Mathias (7 Jahre), Katharina (4 Jahre), Johanna (3 Jahre)
Seehöhe und Niederschlag:
530 m, 800 – 1.100 mm
Betriebsgröße:
53,5 ha, davon 29,5 ha eigene landwirtschaftliche Nutzfläche,16 ha Wald, 8 ha landwirtschaftliche Nutzfläche in Pacht
Milchquote:
202.000 kg mit 4,11 % Fett (keine Überlieferung)
Stallform:
• Kühe: Laufstall mit Spaltenboden und Schrapperbahn, Tiefboxen mit Doppel-3-er-Fischgrätenmelkstand
• Kalbinnen: Laufstall mit Spaltenboden und Hochboxen
• Kälber: die ersten 3 – 4 Wochen in Iglus, anschließend Gruppenhaltung in Tiefstreu
• Maststiere: im Altstall auf Vollspaltenboden
Viehbestand:
28 Kühe, 40 Stück weibliche Nachzucht, 6 Stierkälber, 10 Maststiere
Siloraum:
700 m³ Fahrsilo, 400 m³ in drei Traunsteinsilos
Gülleraum:
850 m³
Mechanisierung:
• Eigenmechanisierung: Steyr 760 (38 Jahre, 60 PS), John Deere (21 Jahre, 62 PS), John Deere (6 Jahre, 92 PS), Kurzschnittladewagen (15 Jahre Pöttinger Ernteboss 2 -28 m³), Kreisler, Schwader, Mähwerk, Pflug, Kipper 10 t, Güllefass 8.000 l
• Gemeinschaftsmaschinen: Feldspritze, Wiesenreibe, Egge, Sämaschine,
Kartoffelvollernter
• Maschinenringeinsatz: Silomaisernte
Leistungsentwicklung seit 1979
Jahr Kühe M-kg F-% E-% F+E-kg
1979 9,7 4.598 4,27 - -
1989 14,7 5.898 4,18 3,37 445
1999 15,1 6.924 4,34 3,68 555
2002 17,3 8.171 4,48 3,59 659
2003 17,3 8.577 4,24 3,60 673
2004 18,5 8.235 4,33 3,60 653
2005 20,9 8.240 4,35 3,56 652
2006 24,2 8.212 4,14 3,59 635
2007 26,4 8.924 4,19 3,57 693
2008 25,6 8.876 4,29 3,64 704
2009 28,3 9.208 4,31 3,65 733
Autor: Gerhard Altziebler, KRZV
