Betriebsreportage Familie Bramböck, Tirol

In der idyllischen und bäuerlich geprägten 1.000 Einwohner zählenden Gemeinde Angath – mitten im Bezirk Kufstein nördlich des Inns - befindet sich der „Breitenhof“ von Familie Bramböck. Mit mehreren Betriebszweigen wird der Fleckviehzuchtbetrieb mittlerer Größe erfolgreich in die Zukunft geführt.

Der Breitenhof wird bereits seit vielen Generationen von Familie Bramböck bewirtschaftet. Der heutige Betriebsführer Franz ist, wie auch seine Vorgänger waren, sehr zukunftsorientiert und deshalb stets bemüht, den Hof weiterzuentwickeln und auf mehrere Standbeine zu stellen. So wurde bereits in den frühen 70er Jahren neben der Landwirtschaft auch in die touristische Vermietung investiert. Dieser Betriebszweig bedarf natürlich auch wie die Land- und Viehwirtschaft einer stetigen Weiterentwicklung.
Am Breitenhof sind Gäste herzlich willkommenAm Breitenhof sind Gäste herzlich willkommen.
Im Jahr 2012 wurde ein benachbartes Grundstück gekauft und ein wunderschönes Haus - in dem nun das Betriebsführerehepaar wohnt - gebaut. Im Zuge dieses Baus wurden neue, liebevoll gestaltete Gästeräumlichkeiten geschaffen und die bereits bestehenden saniert.

Gastgeberin aus Leidenschaft
Christine Bramböck, die Frau von Franz, ist Gastgeberin aus Leidenschaft und seit vielen Jahren Mitglied beim Landesverband „Urlaub am Bauernhof“. (siehe auch: www.UrlaubamBauernhof.at/Breitenhof). Für die Gäste stehen komfortable Räumlichkeiten bereit und überdies besteht die Möglichkeit, am Hof einen - auf Wunsch auch aktiven - Einblick in die Landwirtschaft zu erhalten und köstliche hauseigene Produkte zu genießen.
Die kleinen Gäste können, neben den zahlreichen Entdeckungs- und Spielmöglichkeiten, überdies auch die Gelegenheit nutzen, mit den drei vorhandenen Haflingerstuten einen kleinen Ausritt in der Koppel zu wagen - selbstverständlich unter Aufsicht. Am Breitenhof kommt somit bei kleinen und großen Gästen keine Langeweile auf.

Gut gelungener Stallumbau
Franz und Christine übernahmen 1993 den Hof - damals noch mit Anbindehaltung, Futterbergung im Hochsilo und das Heu wurde wie üblich in der Tenne gelagert. Im Jahr 2001 wurde die Entscheidung getroffen, einen Stallumbau zu tätigen. Die wichtigste Überlegung dabei war, dass auch eine Arbeitskraft alleine den Stall mit knapp 70 Stück Vieh bewältigen kann.
So entstand ein Spaltenlaufstall mit Tiefstreubuchten, 2x4er-Fischgräten- Melkstand, Kraftfutterstation und ein Silage-Nachrücksystem am Futtertisch. Bei diesem System werden die Siloballen mittels Kettenzug und Schild zum Fressgitter nachgerückt. Der Umbau ist sehr gut gelungen – es konnten sowohl kurze Arbeitswege für den Betriebsführer Franz als auch ein hoher Kuhkomfort geschaffen werden.
Das Jungvieh findet ebenfalls Platz im ehemaligen Altbestand. Die Kälber bekamen durch den Umbau ein neues Zuhause im Freien in mehreren Einzeliglus und einem Großraumiglu.

Futterbergung und Fütterung
Die Futterbergung wird seither ausschließlich mit Silorundballen vorgenommen. Es werden vier Schnitte beim Grünland und fünf Schnitte bei den Wechselwiesen durchgeführt. Teile vom ersten und zweiten Schnitt werden je nach Witterung geheut. Der Mais wird ebenfalls in Rundballen konserviert.
Gefüttert wird mit möglichst geringem Aufwand. Die Rundballen werden am Futtertisch vorgelegt und das Kraftfutter mittels Station verfüttert. Die Jungtiere werden im Sommer zur Gänze für knapp vier Monate gealpt, im Winter werden sie mit Grünroggensilage und Heu gefüttert. Das Erstkalbealter liegt im Durchschnitt bei 30 Monaten.

Mechanisierung
Der Breitenhof ist maschinell nur mit den wichtigsten Maschinen und Geräten ausgestattet. Ernte und spezielle Arbeitsgänge werden größtenteils über Lohnunternehmen ausgeführt. Franz Bramböck will möglichst kostensparend und trotzdem schlagkräftig die Erntearbeiten ausführen. Seit 2015 ist außerdem ein Spaltenroboter zum Reinigen der Spalten im Stall in Betrieb.

Zuchtarbeit
Franz Bramböck ist seit langem eine fixe Größe im Tiroler Schauwesen und konnte zahlreiche Erfolge auf Landesebene erzielen. Er ist überdies auch im Ehrenamt des Tiroler Rinderzuchtverbandes als Vorstandsmitglied und als stellvertretender Fleckvieh-Rassenobmann tätig.
Mit dem derzeitigen Aushängeschild der Herde, der WILLE-Tochter WALLI konnte der „Breitenhof“ seinen bislang größten Schauerfolg erreichen.
Familie Bramböck mit WALLI (V.: Wille), Gesamtchampion der Jungkühe bei der EUROgenetik-Schau in Ried 2015Familie Bramböck mit WALLI (V.: Wille)
WALLI wurde Jungkuhchampion bei der ersten EUROgenetik-Schau in Ried! Diese WILLE-Tochter verkörpert auch ideal den Kuhtyp, den sich Franz Bramböck wünscht: eine mittel- bis großrahmige Fleckviehkuh mit bestem Fundament und sehr gutem Euter, die auch ruhig etwas RH-Blut im Pedigree haben kann.
Hofübernehmer Josef mit TINA (V.: Dryland) – Typreservesiegerin des JZ-Cups Bezirk Kufstein im November 2015Sohn Josef mit TINA (V.: Dryland) – Typreservesiegerin des JZ-Cups Bezirk Kufstein im November 2015
Josef Bramböck, der zukünftige Hofübernehmer und ausgebildete Jungzüchterprofi, greift auch, wie sein Vater, gerne einmal auf einen Red Holsteinstier als Kreuzungspartner zurück. Die Zuchtarbeit obliegt derzeit noch mehr beim Betriebsführer, wenngleich der Jungbauer stets in die Entscheidungen miteinbezogen wird. Am Betrieb wird selbst besamt, wobei Wert darauf gelegt wird, dass ein Verhältnis von geprüften zu genomischen Vererbern im Verhältnis von 50:50 besteht.
BESSY (V.: Rumen), 5/5 9.380-4,48-3,73-770; HL 4. 10.141-4,38-3,82-831BESSY (V.: Rumen), 5/5 9.380-4,48-3,73-770; HL 4. 10.141-4,38-3,82-831
Seit heuer wird auch mit Embryonenzukauf gearbeitet. Die Embryonen werden über den Zuchtverband und die EUROgenetik bezogen. Der Hornloszucht soll zukünftig auch vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Vermarktung
Sämtliches Zuchtvieh wird über die Vermarktungsanlage des Tiroler Rinderzuchtverbandes verkauft. Dies sind ca. 10-12 Jungkühe und 2-3 Zuchtstiere für den Natursprung pro Jahr. Nutz- und Schlachtvieh wird über den im Ort ansässigen Metzger vermarktet. Die männlichen Einstellkälber werden ab Hof mit ca. 80 kg verkauft.
Der „Breitenhof“ in Angath mit seinen verschiedenen stetig mit der Zeit gewachsenen Betriebszweigen ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie es möglich ist, auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten einen mittelgroßen Milchviehbetrieb erfolgreich zu bewirtschaften und mit viel Optimismus in die Zukunft blicken zu können.

Betriebsdaten

Franz und Christine Bramböck vulgo „Breitenhof“, Mitterweg 2, 6321 Angath
E-Mail: breitenhof(at)gmx.at; Internet: www.breitenhof-tirol.at oder www.UrlaubamBauernhof.at/breiten;

Arbeitskräfte: Betriebsführer Franz, Ehefrau Christine und fallweise die Söhne Franz jun, Andreas und Josef (Hofnachfolger)
Viehbestand: 25 Milchkühe, ca. 45 Stück Nachzucht, 2-3 Zuchtstiere und 3 Haflinger Zuchtstuten
Betriebsgröße: 3 ha Wald, 21 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 9 ha gepachtet
Flächennutzung: 17 ha Grünland, davon 4 ha Dauerwiese und 13 ha Feldfutter, sowie 4ha Mais
Leistungsentwicklung:
Leistungsentwicklung am Betrieb Bramböck

Autor: Josef Schipflinger, RZV Tirol