Betriebsreportage Familie Faschang, Weng i. I. OÖ
Um auf die Anfänge der Fleckviehzucht am Betrieb „Müller in Bauerding“ zu stoßen, muss man schon sehr weit zurück blättern. Bereits vor rund hundert Jahren waren die ersten Simmental-Stiere aus der Schweiz im Einsatz, um die Qualität der heimischen Tiere zu verbessern.
Schon der Urgroßvater des heutigen Betriebs- führers war mit Leidenschaft bei der Sache, wenn es um die Aufzucht wertvoller Stiere für den Natursprung ging. Unzählig viele Stiere wurden schon in der Vorkriegszeit am Betrieb aufgezogen und haben somit dazu beige- tragen, dass sich die Rasse „Simmentaler“ im Innviertel rasch ausgebreitet hat. In vielen Jahrzehnten der Betriebsführung stand neben der traditionellen „Müllerarbeit“ die Fleckvieh- zucht im Vordergrund der täglichen Arbeit. Auch über den Generationenwechsel hinweg blieb die Leidenschaft an der Zuchtarbeit bis zum heutigen Tag erhalten. Von kleinen Nachzuchtschauen am Betrieb oder im engeren Umfeld bis hin zu Verbands-, Landes- und Bundesschauen war der Betrieb „Müller in Bauerding“ stets mit Begeisterung und Stolz vertreten.
Der Betrieb im Wandel der Zeit
Im Wandel der Zeit haben sich auch auf dem Betrieb die Bewirtschaftungsschwerpunkte immer wieder verändert. Die Fleckviehzucht stand über die Jahrzehnte hinweg jedoch immer im Mittelpunkt des Geschehens. 1962 wurde die „Müllerei“ eingestellt und die Schweine- und Milchviehhaltung ausgebaut und intensiviert. Auch die Stieraufzucht und der Zukauf interessanter Stierkälber wurden weiter vorangetrieben. In dieser Zeit konnten viele Stiere für den Prüfeinsatz im In- und Ausland verkauft werden. Auch ausländische Ankaufsdelegationen fanden und finden sich immer wieder am Betrieb Faschang ein.
1990 hat sich die Elternfamilie dazu entschlossen, mit der Schweinehaltung aufzuhören und einen Masthühnerstall für 20.000 Stück zu errichten. Durch die veränderten Marktkräfte in der Europäischen Union hat sich die Familie Faschang im Jahr 2000 jedoch dazu entschieden, die Milchproduktion einzustellen, um sich noch intensiver mit der Stieraufzucht beschäftigen zu können.
Stieraufzucht auf höchstem Niveau
2001 erfolgte, inspiriert durch bayerische Vorbilder, der Stallneubau für eine professionelle Stieraufzucht. Seither werden jährlich rund 30 bis 40 Kälber aus den besten Herden und Kuhfamilien in Österreich und Bayern zugekauft. Sorgfältige Auswahl der Kälber, eine tierfreundliche Haltung sowie fachgerechte Fütterung sind die Garanten für eine erfolgreiche Arbeit. 10 bis 15 Stiere werden durchschnittlich jährlich von den Besamungsstationen in Österreich und Deutschland angekauft. Stiere aus dem Betrieb Faschang finden auch weit über diese Grenzen hinaus ihre neue Heimat wie zum Beispiel in Russland, Ukraine, Kroatien, Serbien oder Rumänien. 90% der Stiere werden über die Zuchtrinderversteigerungen in Ried vermarktet. Hin und wieder gelingt es der Familie Faschang mit genetischen „Gusto-Stückerln“ Spitzenpreise zu erzielen.
Betriebsdaten
Faschang Ursula und Kurt, Müller in Bauerding 1, 4952 Weng im Innkreis
Flächenausstattung: 40 ha, davon 35 ha Acker, 3 ha Wiesen und 2 ha Wald
Seehöhe: 365 m
Niederschlag: 1.000 mm
Viehbestand: 50 Stiere, 20.000 Masthühner
Arbeitskräfte: Besitzerfamilie und Eltern
Autor: Ing. Alfred Zechmeister, FIH
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