Bundesfleckviehschau 09: Richard Pichler zieht Bilanz
Ing. Richard Pichler war der zuständige Mann für das Gästemanagement. Er organisierte die Betreuung der Besucher vor, während und nach der Bundesfleckviehschau, kümmerte sich um Unterbringung, Verpflegung, Exkursionstouren und Kulturprogramm. FLECKVIEH AUSTRIA dankt ihm dafür sehr herzlich. Lesen Sie im Folgenden seine Abschlussbilanz.
Mehr als 1.000 ausländische Fachbesucher gaben den österreichischen Fleckviehzüchtern bei der Bundesfleckviehschau am 3.und 4. April in Greinbach die Ehre ihrer Anwesenheit und dokumentierten damit eindrucksvoll das große Interesse am Zweinutzungs-Fleckvieh, wie es in Österreich gezüchtet und gehalten wird. Eine Bilanz, die die Erwartungen bei Weitem übertraf, womit das doch sehr zeitaufwändige Gästemanagement bestens belohnt wurde.
Thank you for your visit!
Allen Gästen, die aus folgenden Ländern angereist kamen, sagen wir ein aufrichtiges „Thank you for your visit!“:
Deutschland, Schweiz, Tschechien, Italien, Niederlande, Schweden, Slowenien, Slowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, Griechenland, Kroatien, Serbien, Russland, Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Mazedonien, Türkei, Syrien, Brasilien, Nicaragua und Kanada. Das 25. Land war der Gastgeber selbst mit geschätzten 5.000 Besuchern quer durch alle Bundesländer.
Unisono großes internationales Lob für Tierqualität und Programmangebot
Aus den zahlreich entgegengenommenen sehr persönlich formulierten Dankesworten bei der Verabschiedung der Gäste und aus den vielen E-Mails wiederholte sich unisono die Feststellung: Großartig. Super. Perfekt. Dass wir uns alle darüber sehr freuen, sei gestattet. Dass es weitgehend gelang, Schwachstellen und kleine Pannen unseren Gästen wenig spürbar zu machen, hing ganz gewiss mit dem sehr gut funktionierenden Mitarbeiternetzwerk zusammen. Daher: Ein großes Danke an alle, die in diesem Gästemanagment, in welcher Form immer, so toll mitgearbeitet haben! Einen besonderen Dank sprechen wir vor allem auch der GENETIC AUSTRIA mit Geschäftsführer Mag. Peter Kreuzhuber und unseren Exportfirmen aus, die wichtige Kaufinteressenten nach Österreich holten und ihnen kostensparende An- und Rückreisen ermöglichten.
Eine kleine Statistik für die FLECKVIEH AUSTRIA-Chronik
Wir registrierten 815 Anmeldungen aus dem Ausland, weitere rund 250 Gäste aus den direkt angrenzenden Nachbarländern besuchten als Tagesgäste die Schau. Kurzfristig entschuldigen mussten sich angesagte Züchtergruppen aus Litauen, Bosnien und Russland. Frankreichs Fleckviehzüchter waren durch eine eigene nationale Ausstellung in Epinal verhindert.
Wahre Besuchermassen strömten aus Slowenien, Deutschland, Kroatien, Rumänien, Polen, Serbien, Tschechien und Italien nach Greinbach. Sehr beeindruckend war die starke Beteiligung der Schweiz sowohl mit einer hervorragenden Kuhkollektion beim Europa-Championat – im Wettbewerb mit Deutschland, Tschechien und Österreich – wie auch mit einer großen Züchtergruppe per Bus mit einer Anreisestrecke von rund 1.000 Kilometern. Besonders geehrt fühlten wir uns über die Anwesenheit und aktive Mitarbeit der Präsidenten Bruce Holmquist, Kanada (Weltvereinigung der Fleckviehzüchter) und Dr. Josef Kucera, Tschechien (Europäische Vereinigung der Fleckviehzüchter). Rumänien „marschierte“ sogar mit 4 Delegationen auf, darunter die Redaktionsteams der staatlichen TV-Station ROMANIA 1 und des bekannten Züchtermagazins REVISTA. Dass sich der ORF die Bundesfleckviehschau als eine der besten Spitzenveranstaltungen der österreichischen und europäischen Landwirtschaft entgehen ließ, ist Tatsache, verstehen kann man es wohl kaum….
Dr. Milan Bolic – Überreichung des Ehrendiploms der EVF
Zur großen Freude des früheren Präsidenten der Europäischen Vereinigung der Fleckviehzüchter, Ing. Richard Pichler, bot sich die Gelegenheit, dem Österreich-Freund und langjährigen Selektor für den Export von Fleckvieh nach Kroatien, Dr. Milan Bolic, nachträglich das Ehrendiplom der EVF zu überreichen. Dr. Bolic besuchte die Bundesfleckviehschau aus privatem Interesse, nachdem er sich bereits im wohlverdienten Ruhestand befindet.
Jungzüchter scharenweise live dabei und sehr gelungener Abschiedsabend
Auch die Züchterjugend aus Europa bereicherte das Spektakel in besonderer Weise. Mehrtägige Exkursionen mit nächtlicher Anreise und einem umfangreichen Aktivprogramm wurden absolviert. Hierzu zählten Zuchtbetriebsbesuche in der Steiermark und in Niederösterreich, ein GoKart - Championat auf Europas größter GoKart-Rennbahn neben der Greinbachhalle, eine ausgiebige Schaubeobachtung und ein zünftiger Heurigenabend im Buschenschankbetrieb Pusswald in Hartberg, wo die Gschaidter Musikkapelle – darunter LKV-Mitarbeiter Josef Höller aus der Buckligen Welt - die Stimmung der 200 Schlachtenbummler aus 11 Ländern am Samstagabend nach Schauende zum Siedepunkt brachte. Mit großer Fitness ausgestattet, wurde bis spät in die Nacht gefeiert, nicht nur die internationale Züchterjugend sondern auch die „reiferen“ Gäste waren mit von der Partie. Mag. Peter Kreuzhuber und Ing. Richard Pichler waren um die Kontaktpflege an diesem Abend besonders bemüht. Dem syrischen Ehepaar Raya wurde symbolisch die erste Fleckviehkuh aus Österreich in Form einer Modellanfertigung überreicht in der Erwartung, dass viele echte Fleckviehtiere in dieses neue Land folgen mögen.
16 Exkursionsziele vor und nach der Schau
Nö.Genetik, die Rinderzucht Steiermark und der RZV Burgenland sorgten für einen „Tag der offenen Stalltür“ für die vielen Schaubesucher auf der meist sehr weiten An- und Rückreise.
Steirische Betriebe
Sommersguter, Sommersgut, Wenigzell, 36,9 Kühe 10.296 – 4,14 – 426 – 3,53 – 364 – 790
Schweighofer, Rabenwald, Pöllau, 46,1 Kühe 9.011 – 4,02 – 362 – 3,55 – 320 – 682
Rechberger, Thal, Turnau, 28,5 Kühe 10.343 – 4,45 – 3,59 – 832
Derler, Piregg, Birkfeld, 23,5 Kühe 7.680 – 3,89 – 299 – 3,43 – 264 – 563
Spath, Mayersdorf, Hitzendorf, 30,7 Kühe 11.077 – 4,10 – 3,58 – 850
Krenn, Raabau, Feldbach, 20 Kühe 7.793 – 4,13 – 3,65 – 606
Rinderbesamung Tieberhof, Gleisdorf
Niederösterreichische Betriebe
Milchhof Steiner, Dorfstraße, Neusiedl, 107 Kühe 9.626 – 3,97 – 382 – 3,42 – 330 – 712
Fachschule Warth, Warth, Aichhof, 36,6 Kühe 9.961 – 3,99 – 398 – 3,62 – 361 – 759
Pichlbauer, Aigen, Kirchschlag, 26,7 Kühe 9.000 – 4,12 – 371 – 3,49 – 314 – 685
Maier, Schoderlehstr., Altlengbach, 46,1 Kühe 10.780 – 4,12 – 444 – 3,60 – 388 – 832
Eder, Reithof, Leiben, 52,2 Kühe 8.620 – 4,01 - 345 – 3,54 -305 – 650
Ratzberger, Ramingtal, St. Peter/Au, 40,1 Kühe 9.704 – 4,45 – 432 – 3,50 – 340 – 771
Samm, Grimmenstein, Fleckvieh-Fleisch
NÖ Genetik Besamung, Wieselburg
Burgenländischer Betrieb
Koch, Markt Allhau, 35,7 – 7.779 – 4,12 – 3,57
Alle Besichtigungsbetriebe konstatierten riesiges Interesse seitens der Exkursionsteilnehmer. Wenn Einzelkühe dieser Betriebe auf der Schau siegreich waren und wenn dann auch die gesamte Herdengenetik am Herkunftsbetrieb „studiert“ werden kann, so freut sich darüber nicht nur jedes Züchterherz, sondern es bewirken derartige Programmpakete die besten und nachhaltigsten Werbeeffekte für unsere Fleckviehzucht. In diesem Zusammenhang sei allen Züchterfamilien für ihr großartiges Engagement bei der Betriebsvorstellung und bei der Gästebewirtung herzlichst gedankt, ebenso den Lotsendiensten wie dem steirischen Jungzüchterclub und den Gästebetreuern in Niederösterreich durch Zuchtberater und Kontrollassistenten. Nachdem gerade der LKV NÖ. mit seinem Personal immer wieder wertvolle Servicedienste in wichtigen Exportländern durchführt, möchte sich die AGÖF bei LKV-Geschäftsführer Dipl-Ing. Karl Zottl besonders bedanken.
Dass auch die Hotellerie und Gastronomie inklusive ihrer Tourismusverbände, insbesonders jener von Hartberg, auf ihre Rechnung kamen, sei vor allem angesichts der vollkommen ausgebuchten Unterkünfte in und um Hartberg festgestellt. Man darf wohl die Behauptung aufstellen, dass diese Bundesfleckviehschau das absolute Highlight mit den meisten internationalen Gästen binnen zweier Schautage im Veranstaltungskalender der Gemeinden Hartberg und Greinbach gewesen sein dürfte. Vielleicht findet die Bundesfleckviehschau in den Chroniken dieser Gemeinden aber auch des Bundeslandes Steiermark eine würdige Erwähnung.
Autor: Ing. Richard Pichler
