Doppelt hält besser!

Das Exterieur nimmt traditionell einen sehr hohen Stellenwert in der Rinderzucht ein. Bei der Exterieurbewertung geht es in erster Linie um die Funktionalität der Kuh und nicht um die Schönheit.

Die Beschreibung und Bewertung von Teststiertöchtern zur Feststellung der Exterieurvererbung der Stiere ist ein sehr aufwendiger Teil im Rahmen des Zuchtprogramms. Diese sogenannte Lineare Nachzuchtbeschreibung wird grundsätzlich bei Erstlingskühen durchgeführt und stellt die Basis für die Exterieur-Zuchtwerte dar.

Kühe entwickeln sich unterschiedlich
Bekanntlich können sich die Kühe sehr unterschiedlich weiterentwickeln. Ein Spitzeneuter in der 1. Laktation hält oft nicht was es versprochen hat und kann in manchen Fällen nach wenigen Laktationen schon deutlich zu tief sein. Umgekehrt kann sich eine eher kleinrahmige Kuh in ein, zwei Jahren noch ausgezeichnet entwickeln und als ausgewachsene Kuh im Rahmen voll entsprechen. Dieser unterschiedlichen Entwicklung der Kühe konnte mit dem bisherigen System nicht Rechnung getragen werden.

Zweitbewertung – was ist das?
Aus diesem Grund werden seit ca. 2 Jahren im Zuchtprogramm Fleckvieh Austria auch Exterieurbewertungen bei Kühen nach dem 2. Kalb durchgeführt. Bei der Zweitbewertung werden möglichst viele Kühe, die bereits nach dem 1. Kalb bewertet wurden, noch einmal bewertet. Dabei liegen den Bewertern die Ergebnisse der Erstbewertung nicht vor, um unvoreingenommen urteilen zu können.
Mittlerweile liegen erstmals ausreichend Daten vor, um diesbezüglich Ergebnisse präsentieren zu können. Bisher wurden 761 Zweitkalbskühe bewertet, wodurch aktuell die Ergebnisse von 17 Stieren mit mindestens 20 Töchtern veröffentlicht werden können. (Auszug aus dem Artikel „Erste Ergebnisse aus der Exterieurbewertung nach dem 2. Kalb")

Autor: Dr. Christian Fürst, ZuchtData

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