Extensive Milchproduktion – züchterische Neuausrichtung notwendig?

Vollweidesystemen für Milchviehherden wird von Wissenschaft und Beratung mit Blick auf die Kostenentwicklung bei Kraftfutter und Energie einerseits und den Milchmarktpreis andererseits seit einiger Zeit erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt.

Dr. Steinwidder vom LFZ Raumberg-Gumpenstein hält Milchleistungen von 6.000 bis 7.500 kg bei Vollweidehaltung für möglich. Können Vollweidebetriebe mit der aktuellen Genetik erfolgreich arbeiten, oder muss sich die Zucht neu orientieren?

„Extensive“ Betriebe
Unabhängig von der Vollweide-Diskussion produzieren derzeit 74 % der Fleckviehbetriebe,  69 % der Braunvieh- und 30 % der Holsteinbetriebe in der Steiermark im Leistungsniveau unter 7.500 kg.

Zuchtfortschritt
Der genetische Zuchtfortschritt bei Fleckvieh hat sich im Laufe des letzten Jahrzehntes gewandelt. Vergleicht man den Zuchtfortschritt im Durchschnitt der letzten zehn Jahre mit jenem der letzten fünf Jahre, so ist bei Fleckvieh der klare Trend zu erkennen, dass die Geschwindigkeit des Zuchtfortschrittes bei den reinen Milchleistungsmerkmalen abgenommen und der Zuchtfortschritt bei den Fitnessmerkmalen deutlich zugenommen hat.

Zucht und neue Rahmenbedingungen
Wenn man davon spricht, dass die Rinderzucht auf aktuelle Rahmenbedingungen und Beratungsschwerpunkte reagieren soll, muss man wissen, dass von der Gezielten Paarung (= züchterische Reaktion auf zu erwartende Rahmenbedingungen) bis zum Vorliegen der Zuchtwertschätzung des Stieres, der daraus resultiert,  fast sechs Jahre vergehen. Wer kann heute exakt vorhersagen, unter welchen Bedingungen in sechs Jahren Milch produziert wird? Rinderzucht kann sich also nur an langfristig gültigen Zusammenhängen orientieren. (Auszug aus dem Artikel „Extensive Milchproduktion – züchterische Neuausrichtung notwendig?“, gesamter Beitrag in Ausgabe 4/09)

Autor: DI Peter Stückler, Rinderzucht Steiermark

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