Fleckvieh-Fleisch: Auf in die Zukunft!

Am 31. Oktober 2009 ging die Mutterkuhfachtagung Österreich - Fleckvieh-Fleisch in der Freizeitanlage Zechner in Kobenz über die Bühne. Zahlreiche Ehrengäste aus dem In- und Ausland sowie 300 Fleckvieh-Fleischzüchter und Mutterkuhhalter ließen sich diese Veranstaltung nicht entgehen.

An der Spitze der Ehrengäste konnte der Obmann der AGÖF ÖKR Willibald Rechberger Herrn Bundesminister DI Niki Berlakovich begrüßen. Neben dem Vorsitzenden des viehwirtschaftlichen Ausschusses, LK-Präsident Walfried Wutscher sind DI Johannes Fankhauser vom Landwirtschaftsministerium, ZAR-Obmann ÖKR Anton Wagner, der Obmann der ARGE Fleischrinder Hans Harsch, Tierzuchtdirektor DI Erwin Brunner, ZAR-Geschäftsführer Mag. Franz Sturmlechner, ARGE Rind Obmann Josef Fradler sowie ARGE Rind Geschäftsführer Ing. Rudolf Rogl der Einladung gefolgt. Eine besondere Ehre war es die Gäste aus dem Ausland, die Vorsitzende der deutschen Simmentalzüchter Claudia Pieter und ihren Stellvertreter Hans Zill sowie den Präsident der dänischen Simmentalzüchter und Mutterkuhhalter Henning Hansen aus Dänemark, zu begrüßen. Im Rahmen der Eröffnung verwies Obmann Rechberger auf den aufstrebenden Betriebszweig Mutterkuhhaltung in Österreich und auf die Bedeutung von Fleckvieh-Fleisch mit dem Zitat: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah!"

In seiner Festrede sah Bundesminister DI Niki Berlakovich sehr gute Chancen für eine qualitätsorientierte Rinderzucht und -produktion. Es soll jedoch nicht auf die Vermarktungsmöglichkeiten vergessen werden, wobei jeder Beteiligte aufgerufen ist, für die Produkte der heimischen Landwirtschaft bei den Konsumenten zu werben. Er spricht sich klar für eine gemeinsame Agrarpolitik über 2013 hinaus aus. Der Minister wird sich für den Erhalt der gekoppelten Mutterkuhprämie nach 2013 einsetzen, wobei er klar stellte, dass dies nicht einfach werden wird, da es bis jetzt von Kommissionsseite nach Entkoppelung aller Prämien aussieht.

Ing. Hannes Tanzler strich in seinem Vortrag die Bedeutung von Fleckvieh/Simmental in Österreich, Europa und der Welt hervor. Die Rasse ist weltweit sowohl die 2. verbreitetste Milchrasse als auch die bedeutendste Fleischrinderrasse. Nach einigen Beispielen von international erfolgreichen Projekten stellte er kurz den Werdegang der neu gegründeten Arbeitsgruppe Fleckvieh-Fleisch mit Obmann Karl Sommer vor.

Henning Hansen verwies in seinem Referat auf die Bedeutung der österreichischen Fleckvieh-Genetik für die dänische Simmentalzucht. Er gab einen Überblick über die Zucht in den nordeuropäischen Ländern und deren Ziele. Besonders unterstrich er dabei die Bedeutung von Fleckvieh-Fleisch in Dänemark, das in den Tageszunahmen die Rasse Nummer 1 ist. Konsequente Zuchtarbeit über mehr als zwei Jahrzehnte hat wesentlich zum Erfolg beigetragen. Sichtlich mit Stolz konnte Hansen von Rekordergebnissen, wie beispielsweise 864 kg Lebendgewicht eines 13-monatigen Jungbullens, berichten.

Ebenso wie Henning Hansen strich Karl Sommer die Vorteile von Fleckvieh-Fleisch durch Milchreichtum, hohes Wachstumsvermögen und den guten Fleischansatz hervor. Der Obmann stellte auch die Ziele der Arbeitsgruppe Fleckvieh-Fleisch vor, die im Wesentlichen aus dem gemeinsamen Zuchtprogramm zur Remontierung für die Mutterkuhhaltung im ausgewogenen funktionalen Typ besteht. Durch gutes Marketing, internationale Zusammenarbeit sowie die gemeinsame Umsetzung der Ziele sollen diese so rasch wie möglich erreicht werden. „Die Mutterkuhhaltung ist unsere Stärke, wenn wir eine Schwäche dafür haben!"

Ing. Rudolf Rogl stellte die unterschiedliche weltweite Ausgangslage in der Rindfleischproduktion dar. Er unterstrich einmal mehr die Notwendigkeit einer qualitätsorientierten und marktgerechten Produktion.

Den Abschluss der Vorträge bildete das Ehepaar Veronika und Johannes Penz aus Gutau in Oberösterreich. Sie stellten ihren Zuchtbetrieb und ihre Liebe und gleichzeitig Schwäche zu Fleckvieh-Fleisch vor. Die durchschnittlichen Zwischenkalbezeiten der letzten drei Jahre von 340 - 369 Tagen sowie die Steigerung der täglichen Zunahmen der Jungtiere um über 200 g/Tag in den letzten vier Jahren sind für sie die Bestätigung des eingeschlagenen Weges mit Leistungsprüfung und Rinderzucht. „Wir sind überzeugt, dass die Leistungsprüfung, das Bewusstmachen, die Daten zu haben, für jeden Mutterkuhhalter eine Weiterentwicklung seines Betriebes ist."

Ein Höhepunkt war mit Sicherheit die Verlosung von 10 wertvollen Sachpreisen, darunter eine Zuchtkalbin, Paneele oder Wiegebalken, die von den Firmen Agrana (Actiprot), Hörmann, LBG-Computerdienst, Garant Tiernahrung, Scheikl-Stall-und Weidetechnik, Pirabe sowie den Besamungsstationen Genostar und Hohenzell gesponsert wurden. Außerdem wurde das Frühstücksbuffet von der NÖM AG und das Mittagessen von ARGE Rind unterstützt. Der Obmann der ZAR ÖKR Anton Wagner dankte abschließend Karl Sommer für sein Engagement und gratulierte für die Organisation der tollen Veranstaltung.