Kanadischer Milchpreis lässt neidisch werden
Die laufenden Diskussionen um die Zukunft des Milchkontingents und Milchpreises lassen oft nach Kanada blicken. Kanada hat wohl einen der höchsten Milchpreise weltweit. Auf einen Milchpreis von fast 50 Cent kann man wahrlich neidisch werden. Eine strikte Regelung von Angebot und Nachfrage sind Grundpfeiler des Systems.
Es gibt in Kanada derzeit um die 13.600 Milchfarmer. Durchschnittlich hält jede Milchfarm mehr als 60 Milchkühe. Generell werden in Kanada viele Tiere in Anbindesystemen gehalten. Die Zahl der Laufställe nimmt aber zu. Im Westen sind die Farmen größer, im Osten kleiner. Trotzdem werden rund 80 % der kanadischen Milch in den östlichen Provinzen Quebec und Ontario produziert.
Keine Überproduktion
Grundlage für das erfolgreiche kanadische Milchquotensystem ist, dass es „keine“ Überproduktion gibt. Seit einigen Jahren wird keine Milch mehr exportiert. Dadurch ist man den Schwankungen des Weltmarktes nicht so sehr ausgesetzt. Das System ist abgeschottet durch Importzölle. Vor allem aus den Vereinigten Staaten wäre der Importdruck riesengroß, würde der kanadische Milchmarkt nicht durch Zölle geschützt. So gesehen haben auch die kanadischen Milchfarmer keine große Freude mit den Zielen in den Verhandlungen von WTO II, wo Importzölle abgeschafft werden sollen. Dies wäre für das kanadische System ruinös.
Wie schon eingangs geschrieben, basiert das kanadische System auf eine strikte Angebot- und Nachfrageregelung. Für Übermilch erhält der Produzent keinen Cent. Er muss sogar eine Art Strafe zahlen in Form eines Beitrages für Logistik in Höhe von etwa 7 €-Cent. Da hört sich die Übermilchproduktion dann gleich auf. (Auszug aus dem Artikel „Kanadischer Milchpreis lässt neidisch werden“; gesamter Beitrag in Ausgabe 4/09)
Autor: Ing. Christian Moser, RZV Tirol
