Kroatien: GS MALHAX-Enkelin Gesamtchampion

Anlässlich ihres 100-jährigen Bestandsjubiläums veranstaltete die kroatische Züchtervereinigung Durđevac, nahe der ungarischen Grenze, eine Fleckviehschau mit etwa 50 Tieren. Zur Gesamtsiegerin wurde eine sehr harmonische GS MALHAX-Enkelin gekürt, die aus einem österreichischen Zuchtbetrieb stammt.

Schon seit vielen Jahren werden Zuchtrinder aus Österreich in das Zuchtgebiet Durđevac exportiert, was man auch in den Abstammungen der Schautiere bestens erkennen konnte. Besonders erfreulich für Österreich war, dass neben vielen anderen Kühen die Gesamtsiegerin der Jubiläumsschau, eine sehr edle, milchbetonte, harmonische 6-jährige Kuh mit 4 Kälbern und einer Höchstleistung von 8.132-4,24-345-3,16-257 aus einem österreichischen Zuchtbetrieb stammt. Erfolgreich weitergezüchtet wird mit dieser Championkuh im Betrieb Darko Imbrišić in Kozarevac, der insgesamt 4 Schaukühe zeigte.

Sehr positiv fiel auf, dass sich der ausgestellte Fleckviehtyp nicht zuletzt durch die Importe und den Einsatz international anerkannter Besamungsstiere immer mehr dem mitteleuropäischen Fleckvieh-Zuchtziel anpasst. Waren die kroatischen Fleckviehkühe in früheren Jahren überdurchschnittlich schwer und fleischbetont, geht man nun den Weg zu einer milchbetonteren, edleren Fleckviehkuh.

Nach Aussagen des Zuchtleiters des neuen kroatischen Fleckviehzuchtverbandes, Dipl.-Ing. Dalibor Janda, ist man in erster Linie bemüht, das allgemeine Leistungsniveau und die Euterqualität zu verbessern. Ebenfalls hervorzuheben sind die gebotenen Schaubilder mit einer Nachzuchtsammlung des in Kroatien gezüchteten Stieres SURI HB 7578, die Präsentation von Kälbern durch den Jungzüchterverein und die laktierenden Kühe in verschiedenen Altersgruppen insbesonders auch der Stiermütter.

Insgesamt konnte man den Eindruck gewinnen, dass die überregionale und internationale Zusammenarbeit in der Fleckviehzucht sehr wohl ihre Früchte trägt. Kroatien arbeitet beispielsweise auch in der Exterieurgruppe der Europäischen Vereinigung der Fleckviehzüchter aktiv mit und erwägt auch einen Eintritt in die gemeinsame Zuchtwertschätzung mit Deutschland und Österreich.

Autor: Ing. Richard Pichler

zur Bildergalerie