Verein Vorarlberger Fleckviehzüchter: Jahreshauptversammlung 2018

Sachlich und informativ hielt Obmann Johann Kaufmann am 13. April 2018 die Jahreshauptversammlung des Vereins Vorarlberger Fleckviehzüchter im BSBZ Hohenems ab. Neben den Formalitäten, u.a. wurde KR Gerhard Malin, Satteins, in den Aufsichtsrat von Vorarlberg Rind gewählt, gab es einen umfassenden Tätigkeitsbericht vom Obmann.

Der Bericht beinhaltete die Themen Zuchtviehankäufe in Ried und Wieselburg, Neuerungen in der Probennahme für A2-Milch, Aktuelles aus Vorarlberg Rind und LVV. Obmann Kaufmann wies darauf hin, dass auch sehr gute Qualität auf der Versteigerung in Dornbirn erhältlich sei und dass es dafür auch die Ankaufsbeihilfe der LK Vorarlberg zu holen gebe. Um Fleckviehkälber im Land zu halten, wäre der eine oder andere Spezialist in der Fresserproduktion gefragt, von dem die Einsteller weiter in die Mast gehen könnten. Alp- oder Weiderindprogramme, die eine Bewirtschaftung der Alpen mit Ochsen oder Rindern sichern, sähe er ebenfalls sehr gerne, meinte der Obmann.

Zuchtleiter Gerhard Fruhauf berichtete, wie viel Freude ihm seine Aufgabe aktuell bereite. Hoffnungsvolle Zuchtkälber, mastfähige Stierkälber und top Jungkuhqualität ließen ihn optimistisch in die Zukunft blicken. Er besprach die Zuchtwertänderungen der aktuellen Stiere seit der August Zuchtwertschätzung und stellte mit Hooligan, GS Vilsberg und GS Dragoner SV drei Neulinge für das Frühjahr vor. Sie können v.a. Schwächen bei Inhaltsstoffen und Melkbarkeit ausgleichen. Ein großes Anliegen sei ihm auch der Zusammenhalt innerhalb der Bauernschaft, so Fruhauf.

Typische GS RAU-Tochter: GEVA, EL 30,6, von Hartmann Markus, Dünserberg. GS RAU findet sich bei vielen Stieren, die in letzter Zeit in Vorarlberg eingesetzt wurden, im Pedigree. Aktuell als Muttersvater bei JANDA und EQUADOR.Typische GS RAU-Tochter: GEVA, EL 30,6, von Hartmann Markus, Dünserberg. GS RAU findet sich bei vielen Stieren, die in letzter Zeit in Vorarlberg eingesetzt wurden, im Pedigree. Aktuell als Muttersvater bei JANDA und EQUADOR.

GS VERSETTO-Tochter WICKY, EL 30,2 von Ammann Tobias, Röns. WICKY ist ebenfalls ein gutes Beispiel für den heurigen FV-Jungkuhjahrgang. GS VERSETTO war vor drei Jahren ein gut nachgefragter Vererber in Vorarlberg.GS VERSETTO-Tochter WICKY, EL 30,2 von Ammann Tobias, Röns. WICKY ist ebenfalls ein gutes Beispiel für den heurigen FV-Jungkuhjahrgang. GS VERSETTO war vor drei Jahren ein gut nachgefragter Vererber in Vorarlberg.

Referat „Genetik von morgen!“
AGÖF-Geschäftsführer Johann Tanzler referierte über Megatrends in der Rinderzucht, die Genetik von morgen. Er brachte den Züchtern den richtigen Umgang mit der genomischen Zuchtwertschätzung näher und zeigte die weltweite Überlegenheit der Rasse bei Klimaeffizienz, Eutergesundheit und in der Drüsigkeit der Euter auf - Dinge, die in Zukunft sehr gefragt sein werden!

Doppelnutzung funktioniert (nicht)?!
Eine interessante Erkenntnis aus "Efficent Cow" ist, dass die Bemuskelungsnote von Fleckviehkühen mit zunehmendem Alter stetig ansteigt, bei Milchrassen hingegen abnimmt. Ein Umstand, der beide Züchter in ihren Vorurteilen bestärkt: Milchrassezüchtern scheint es offensichtlich, dass Doppelnutzung nicht funktioniert, während Fleckviehzüchter erkennen, dass Doppelnutzung sehr wohl funktioniert. Praktische Auswirkung davon ist, dass Fleckviehkühe im Wert steigen und daher bei allfälligen Problemen eine Trennung relativ leicht fällt. Zusätzlich wird auch die Lebensleistung praktisch bald gleich sein. Sogenannte Futterkühe machen bei Fleckvieh Sinn und oft aus einer O- noch eine R-Kuh.

Von den anwesenden Ehrengästen LR Christian Gantner, LVV Obm. Rupert Nigsch, GF Vorarlberg Rind Dr. Thomas Jutz, Obmann Fleckvieh Vorarlberg Z+P Johannes Mathis ergriff noch Landtagsabgeordneter Markus Hartmann das Wort. Seine Informationen aus der Tagespolitik und seine Grußworte beendeten den Abend.

Autor: Mag. Gerhard Fruhauf, VVF
17.4.2018