Zuchtwertschätzung April 2017 - Kommentar zur Topliste

Wer die Ergebnisse der Topstiere genau verfolgt wird feststellen, dass diesmal auffallend viele Trends der letzten Zuchtwertschätzung einfach fortgeschrieben wurden. So sind die Gewinner vom Dezember auch jetzt wieder Gewinner. Das gilt für WABAN, WALFRIED und JANDA, während der bisherige Leader MANDRIN nach seinem fulminanten Aufstieg im August Punkte abgibt und nun Platz 7 belegt.

WABAN übernimmt die Spitze

WABAN-Tochter ELMA vom Betrieb Höfler, Julbach, OÖWer die Ergebnisse der Topstiere genau verfolgt wird feststellen, dass diesmal auffallend viele Trends der letzten Zuchtwertschätzung einfach fortgeschrieben wurden. So sind die Gewinner vom Dezember auch jetzt wieder Gewinner. Das gilt für WABAN, WALFRIED und JANDA, während der bisherige Leader MANDRIN nach seinem fulminanten Aufstieg im August zum zweiten Mal in Serie Punkte abgibt und auf Platz 7 abrutscht.

WABAN – die Nummer 1
Die Töchter von WABAN zeigen ein klar über der Vorschätzung liegendes Anhaltevermögen bei der Milch, was sich in einem überragenden Persistenzzuchtwert von 127 manifestiert. In Verbindung mit einer Halbierung der negativen Abweichung beim Zuchtwert für Fettprozent und weiteren Verbesserungen bei Einzelmerkmalen wie der Zellzahl ergibt das Platz 1 mit einem Gesamtzuchtwert (GZW), der höher ist als bei allen derzeit systematisch eingesetzten Jungstieren. Blutführung und die unterdurchschnittliche Vererbung beim Fundament sollten bei der Anpaarung berücksichtigt werden.

Weiters unter den Top Ten
WALFRIED verbucht die ersten 25 abgeschlossenen Zweitlaktationen und gewinnt damit zwei Punkte bei Milchwert und GZW und einen Platz im Ranking. WIKINGER bleibt vor allem in der Milchmenge extrem stark und ist der zweite WILLE-Sohn im Top-Segment. WOBBLER, mit einer sehr ausgeglichenen positiven Vererbungstendenz in fast allen Merkmalen, legt diesmal zwei Punkte zu und belegt Rang 4. Es folgt HULKOR-Sohn HURRICAN mit einem satten Plus von fünf Punkten beim Milchwert. Vom Typ her mehr auf der Fleischseite liegend sind seine Stärken der hohe Milchwert mit guten Inhaltsstoffen sowie die extrem hohe Persistenz und die gute Eutergesundheit. Einige weitere Fitnesskriterien sind negativ, Fundament und Euter neutral. Für JANDA gilt das gleiche wie schon im Dezember: Er verfestigt seine guten Ergebnisse und gewinnt bei der Milch. Mit REMMEL steht ein extrem milch- und euterstarker Vererber neu zur Verfügung. Das Vererbungsbild beim Fleischwert impliziert einen idealen Fleckviehtyp und erfreulicherweise drehen einige aus der Vorschätzung negative Fitnessmerkmale mit zunehmender Töchterinformation nach oben. RALDI und SEEWALCHEN, die beide ihr Ergebnis halten, komplettieren die Liste der zehn besten nachkommengeprüften Fleckviehvererber.

Weitere Aufsteiger
Weiter nach oben geht’s mit ROMARIO-Sohn ROYAL, der, so wie schon im Dezember, sechs Punkte dazu gewinnt. Drei oder mehr Punkte beim GZW gewinnen auch die Stiere WETTENDASS, WIEWEIT und WALOT sowie VALENTIN, der mit einer Nachzuchtgruppe auf der Bundesfleckviehschau überzeugen konnte.

Genomische Jungvererber
Die mit 125 beim GZW begrenzte Liste umfasst aktuell 154 Stiere und damit um 25 mehr als noch im Dezember. Die seit der letzten Schätzung neu hinzugekommenen Stiere sind auf der Topliste mit einem * vor der Rangnummer gekennzeichnet. Die unserer Einschätzung beste verfügbare Hornlosgenetik wird wiederum separat angeführt. Bei der Auswahl der genomischen Jungstiere für die gezielte Paarung im Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA wird jetzt konsequent dem Faktor Zeit entsprechend nach zwei Schätzterminen gewechselt. Dies bedeutet, dass neben den neuen Stieren nur mehr jene, die erst im Dezember eingestiegen sind, aufgelistet sind.

Autor: Ing. Johann Tanzler, AGÖF