Zuchtwertschätzung Fruchtbarkeit neu!
Leistungsstarke, problemlose Kühe, die mit der ersten Besamung trächtig werden und jedes Jahr ein Kalb bekommen, wünscht sich jeder Milchviehbetrieb. In der Praxis sieht es allerdings oft ganz anders aus, wie man aus dem erhöhten Besamungsindex oder den verlängerten Zwischenkalbezeiten erkennen kann.
RÖMER - der Stier mit dem höchsten Zuchtwert in der maternalen Fruchtbarkeit. Im Bild RÖMER - Tochter WIOLINE
Mangelnde Fruchtbarkeit ist seit Jahren die häufigste Abgangsursache in Österreich. Ungefähr ein Viertel aller abgegangenen Kühe geht wegen Fruchtbarkeitsproblemen ab.
Die Fruchtbarkeit kann aufgrund der niedrigen Erblichkeit wesentlich schneller durch ein optimiertes Management verbessert werden, trotzdem liefern die Fruchtbarkeits-Zuchtwerte auch wertvolle Informationen um das Fruchtbarkeitsgeschehen am Betrieb vor allem längerfristig zu verbessern. Zur züchterischen Verbesserung ist eine möglichst ausgefeilte Zuchtwertschätzung eine Grundvoraussetzung. Die Zuchtwertschätzung für Fruchtbarkeit existiert in Österreich seit 1995, seit 2002 wird die Zuchtwertschätzung gemeinsam für Deutschland und Österreich bei jedem ZWS-Termin von der ZuchtData durchgeführt. Bisher werden für die Non-Return-Rate am 90. Tag nach der Erstbesamung (NR90) paternale und maternale Zuchtwerte geschätzt. Die Fruchtbarkeit stellt allerdings ein sehr komplexes Merkmal dar, das durch die NR90 nur unzureichend beschrieben wird. Im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien (Dr. Birgit Gredler) wurde in Zusammenarbeit mit der ZuchtData eine verbesserte ZWS für Fruchtbarkeit entwickelt, die bei diesem ZWS-Termin eingeführt wurde.
