Kurzinfo Fleckvieh Austria
Populationsumfang
Rund 1,597.500 Tiere, 77,37 % des Gesamtrinderbestandes, 16.195 Herdebuchzuchtbetriebe mit 277.579 eingetragenen Kühen, 73 % aller Zuchtbetriebe liegen in benachteiligten Gebieten.
Leistungsstand-Milch 2010/2011
235.059 Herdebuchkühe erzielten 6.840 kg Milch, 4,15 % Fett, 3,41 % Eiweiß und 517 kg Fett + Eiweiß. Die Leistungen der 68.933 Erstlingskühe lagen bei 6.215 - 4,15 - 3,39 – 469. Die im Zuchtprogramm geführten 1.294 Teststiermütter wiesen eine Leistung von 9.428 kg Milch mit 727 kg Fett + Eiweiß auf.
Leistungsstand-Fleisch
Auf den 2 Eigenleistungsprüfstationen Rosenau und Kalsdorf wurden bei insgesamt 123 geprüften Jungstieren am 420. Lebenstag 1439 g tägliche Zuwachsleistung erzielt. 399 gekörte Herdebuchstiere wiesen bei einem Alter von 463 Tagen eine tägl. Zuwachsleistung von 1391 g, eine Widerristhöhe von 140 cm und einen Brustumfang von 202 cm auf. Das österreichische Fleckvieh ist auch in der Mutterkuhhaltung die wichtigste Mutterrasse.
Künstliche Besamung, Zuchtprogramm und Zuchtziel
Etwa 96 % aller Fleckviehrinder in Herdebuchbetrieben werden künstlich besamt. Ca. 19 % der Kühe - in der Regel Kühe zum zweiten Kalb - werden mit Prüfstieren besamt. Das neue gemeinsame Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA hat eine Basis von ungefähr 1.294 Teststiermüttern, welche mit den 12 - 15 besten Vererbern des In- und Auslandes gezielt gepaart werden. Der Embryotransfer hat steigende Bedeutung, es werden rund 1.200 Embryonen pro Jahr gewonnen.
Jährlich werden etwa 150 - 160 Prüfstiere selektiert. Nach Vorliegen der Zuchtwertschätzung können ca. 25 positiv geprüfte Vererber erwartet werden. Die Selektionsgrundlage ist der ökonomische Gesamtzuchtwert, welcher gleichzeitig auch die Definition des Zuchtzieles für das österreichische Fleckvieh darstellt. Milch : Fleisch : Fitness sind im Verhältnis von 37,8 : 16,5 : 43,7 gewichtet. Die Fitnessmerkmale Fruchtbarkeit, Kalbeverlauf, Nutzungsdauer, Persistenz, Totgeburtenrate, Zellzahl haben in Summe hohe wirtschaftliche Gewichte. Weitere Selektionsmerkmale sind die Exterieureigenschaften Rahmen, Bemuskelung, Fundament, Euter sowie die Melkbarkeit. Der in Anwendung befindliche Gebrauchskreuzungszuchtwert ist mit 70 : 30 = Fleischzuchtwert : Fitness gewichtet. Ein spezieller Gesamtzuchtwert für die Mutterkuhhaltung mit der Gewichtung Milch : Fleisch : Fitness = 10 : 40 : 50 steht in Diskussion.
Vermarktung
Auf über 131 Zuchtrinderversteigerungen auf 14 Standorten werden jährlich 22.000 - 26.000 Fleckviehtiere (Stiere, Kühe, Kalbinnen, Zuchtkälber) vermarktet. Zusätzlich gelangen rund 8.400 Zuchttiere im Wege der Ab Hof-Vermarktung zum Verkauf. Insgesamt werden ca. 28.000 Fleckviehzuchtrinder exportiert. Darüber hinaus wird Genetik im Container (Sperma, Embryonen) von den 6 Rinderbesamungsstationen am in- und ausländischen Markt über die Genetic Austria angeboten. Besonderes Interesse finden die Fleckviehkälber für die Qualitätskalb- und Rindfleischerzeugung. Etwa 65.000 Stück werden pro Jahr über die Zuchtverbände vermittelt.
Die Arbeitsgemeinschaft österreichischer Fleckviehzüchter (AGÖF) mit ihren 11 Mitgliedsverbänden ist bestrebt, auf nationaler und internationaler Ebene durch bestmögliche Kooperation im züchterischen Bereich sowie durch modernes Marketing den fleckviehhaltenden Betrieben jene Hilfestellung zu gewähren, die sie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit benötigen.
