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Zuchtwertschätzung Dezember 2019

Starke Basis und eine neue Spitze

Dass die Änderungen diesmal stärker als üblich ausfielen, liegt nicht nur an Korrekturen bei einzelnen relativ neuen NK-geprüften Stieren, die dann ganze Söhne- und Töchtergruppen mitbewegen, sondern auch an der „Abschreibung“.

Mit 1,3 Punkten beim Gesamtzuchtwert und 1,0 Punkten beim Milchwert war die Basisanpassung außergewöhnlich hoch, wobei je nach Rundung schon allein dadurch 2 Punkte abgeschrieben werden. Die mitunter auftretenden Sprünge, die Stiere zwischen dem ersten nachkommengeprüften Zuchtwert und dem zweiten nachkommengeprüften Zuchtwert (=Eintritt in die Kalibrierung) machen, gehören der Vergangenheit an, sobald das ONE-STEP-Verfahren fertig entwickelt ist und eingesetzt werden kann. Beim Exterieur ist das bereits der Fall und wir sehen, dass sich auch die Sicherheiten entsprechend erhöhen.

Neueinsteiger VARTA an der Spitze
Mit gleichmäßig hohen Teilzuchtwerten bei Milch, Fleisch und Fitness setzt sich VARTA bei den nachkommengeprüften Stieren an die Spitze. Beim Exterieur liegen die Stärken des VALEUR-Sohnes ganz klar beim Euter, die hervorragenden Fleischeigenschaften stammen von Vatersvater VANADIN. Da HERZSCHLAG seinen überragenden Milchwert um 5 Punkte nach unten korrigiert, wird er von HURLY überholt, der damit Rang 2 behält. Hinter VINCENZO folgt jetzt SEHRGUT, der relativ gesehen leicht zulegt. Die nächsten Top-Ten-Platzierungen gehen an die bereits bestens etablierten MAHANGO, VILLEROY, VESTEL, WOBBLER und ERBHOF.
Aus besagten Gründen können diesmal neben VARTA nur die Stiere GS RENEGADE und WIGWAM ihren Gesamtzuchtwert verbessern.

Jungvererber: 5 Newcomer unter den besten 17
Das Triumvirat an der Spitze bleibt, wobei die beiden IMPERATIV-Söhne IMMENS und ICEBREAKER jetzt vor JACK-Sohn GS JEDERMANN führen. Bei den Neueinsteigern fallen die beiden WORLDCUP-Söhne WUESTENSOHN und WESTWIND besonders auf. Mit GS WANDLER und ENRICO sind die ersten Söhne von WOBBLER bzw. GS ENJO im Rennen.

Für Züchter, die gerne den Ökologischen Gesamtzuchtwert in ihren Anpaarungsentscheidungen berücksichtigen, stellen wir bereits seit einiger Zeit eine zusätzliche Topliste mit den besten acht nachkommengeprüften Stieren und den besten neun Jungvererbern zur Verfügung. Die Überlappung mit den konventionellen Toplisten ist derart gut, dass damit auch für diese Betriebe ein Mitwirken in der Hochzucht uneingeschränkt möglich ist.

Fleckviehgenetik universell einsetzbar
Dass die Spitze der Fleckviehgenetik universell einsetzbar ist, zeigt sich auch dadurch, dass in der Fleischrinderzucht Stiere mit hohem GZW beste Arbeit leisten. Sicher keinen Fehler machen Fleckvieh-Fleisch-Züchter, wenn sie auf Stiere wie beispielsweise MCDRIVE setzen, der jetzt neu im Besamungsprogramm der Fleischrinder ist. Sie bekommen damit Hornlosgenetik, beste Fitness, Resilienz und Robustheit und vor allem Kühe mit einer exzellenten Milchleistung. Bei konsequentem Einsatz dieser Genetik rückt ein neues Betriebsmodell in den Fokus, das bereits von einzelnen Fleckvieh-Fleisch-Betrieben im In- und Ausland angewendet wird: Dabei werden von einer Mutterkuh zwei Kälber aufgezogen und damit die Effizienz ganz wesentlich erhöht.

Toplisten   Vererbungsschwerpunkte   Stiere in gezielter Paarung

Autor: Ing. Johann Tanzler, AGÖF