1. NÖ Vereinscup und Landesfleckviehschau am 24.11.2018

Der mit Spannung erwartete 1. NÖ Fleckvieh-Vereinscup, der nach einer Idee von Ernst Grabner, Zuchtleiter von NÖ-Genetik, abgehalten wurde, war auf allen Ebenen ein voller Erfolg. Präzise organisiert, perfekt abgelaufen, ein fachlich und rhetorisch versierter Preisrichter, hervorragende Fleckviehkühe sowie sehr viele Besucher aus nah und fern waren die Komponenten dieser gelungenen Premiere.

Der Vereinscup
Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung standen 31 Rinderzuchtvereine aus Niederösterreich, die mit jeweils vier Kühen (einer Jungkuh, zwei Kühen mit zwei bis vier Abkalbungen und einer Kuh mit fünf und mehr Kälbern) gegeneinander antraten. In der ersten Runde kamen neun Gruppen mit jeweils drei und eine Gruppe mit vier Vereinen in den Ring. Der renommierte bayerische Preisrichter Josef Zieglgänsberger, Zuchtleiter vom Zuchtverband Mühldorf und Pfaffenhofen, hatte die Aufgabe, aus jeder Gruppe einen Verein auszuwählen, der in das Viertelfinale des Vereinscups aufstieg. Zusätzlich hatte der Preisrichter die Möglichkeit, vier Vereine, die in ihrer Gruppe knapp nicht zum Zug kamen, als „Lucky Looser“, also als glückliche Verlierer, in eine eigene Gruppe zu entsenden, aus der die zwei besten Vereine ebenfalls ins Viertelfinale aufsteigen durften. Somit standen 12 Vereine im Viertelfinale. Ins Halbfinale stiegen die Rinderzuchtvereine Amstetten, Haag, Kirchberg (Pielachtal), Neulengbach, Persenbeug und Scheibbs auf. Im Finale standen sich dann die Vereine Amstetten, Scheibbs und Persenbeug gegenüber. Zum Sieger kürte der Preisrichter schlussendlich den Rinderzuchtverein Persenbeug.

Die besonders ausgeglichene Kuhgruppe sicherte dem Rinderzuchtverein Persenbeug den Sieg des VereinscupsDie besonders ausgeglichene Kuhgruppe sicherte dem Rinderzuchtverein Persenbeug den Sieg des Vereinscups

Niederösterreichische Fleckviehlandesschau
Gleichzeitig bot der Vereinscup die Möglichkeit, die niederösterreichischen Fleckvieh-Landeschampions zu ermitteln. Dazu wurde der Preisrichter beauftragt, aus jeder der zehn Gruppen in der ersten Runde eine Jungkuh, zwei Kühe mit 2 bis 4 Abkalbungen, eine Kuh mit fünf und mehr Abkalbungen sowie die Kuh mit dem bestem Euter ins Finale der Landesentscheidungen jung, mittel, alt und „bestes Euter“ zu schicken.

Jungkuhchampion
Championwahl der JungküheBei den Erstlingskühen fand Josef Zieglgänsberger mit der GS WOYZEK-Tochter HELM (MV: Wille) von Bernhard Zehethofer, Winklarn/RZV Amstetten eine klare Siegerin. Die sehr harmonische Jungkuh bewegte sich auf einem perfekten Fundament und zeigte ein modernes Jungkuheuter. Reservechampion wurde die elegante, rahmige RALDI-Tochter SAMIRA (MV: GS Othello) von Maria Pichler, Artstetten-Pöbring/RZV Melk Nord. Gute Verbindungen und ein hoch angesetztes Euter mit klaren Vorteilen im Voreuterbereich zeichneten diese Jungkuh aus.

Champion (li.) und Reservechampion der JungküheChampion jung HELM (li.) und Reservechampion SAMIRA

Finale der Kühe mit zwei bis vier Abkalbungen
Championwahl der Kühe mit zwei bis vier AbkalbungenBei den Kühen mit zwei bis vier Kälbern setzte sich die äußerst harmonische Zweitkalbskuh SELLI durch, eine GS VERSETTO-Tochter (MV: GS Rawalf) von Anita und Christian Viertlmayer, Euratsfeld/RZV Amstetten. Sie überzeugte mit besten Verbindungen, guter Bemuskelung und sicherem Fundament. Glanzpunkt der Kuh war das breit angelegte, lange und gut ausbalancierte Euter. Zum Reservechampion der mittleren Kuhklasse wählte der Preisrichter die große und breite GS WOYZEK-Tochter ODIZE (MV: GS Dionis) von Regina und Michael Heindl, Hofstetten-Grünau/ RZV Kirchberg bzw. Pielachtal. Die große und breite Drittkalbskuh zählte zu den beeindruckendsten Kühen der Schau und überzeugte mit viel Eleganz und Traumfundament.

Champion mittel SELLI mit Familie Viertlmayer Champion mittel SELLI mit Familie Viertlmayer


Reservechampion mittel ODIZE mit Familie HeindlReservechampion mittel ODIZE mit Familie Heindl

Landessieg der älteren Kühe
Championwahl der älteren KüheDen Landessieg der Kühe mit fünf und mehr Abkalbungen holte sich die GS MARGINAL-Tochter GLERA (MV: Ress) von Rosemarie und Josef Pechhacker, Ybbsitz/ RZV Waidhofen an der Ybbs. GLERA präsentierte sich nach sechs Kälbern im perfekten Doppelnutzungstyp ohne Verbrauchserscheinungen und mit sicherem Fundament. Die Reservesiegerin, die Achtkalbskuh NADINE (GS Rau x GS Stahl) von Waltraud Fried, Oberndorf an der Melk/RZV Scheibbs beeindruckte mit einem überragend starken Körper sowie einem unglaublich unverbrauchten Euter. Dieses Traumeuter, wie es der Preisrichter nannte, sicherte ihr auch den Titel „bestes Euter“. Der Reservetitel dieser Kategorie ging an die Zweitkalbskuh ELSA, eine Kombination GS Wals x GS Polari von der Strasser Gesnbr, Bergland/RZV Ybbs. Sie brillierte mit ihrem hochsitzenden, langgezogenen Euterkörper.

Champion der älteren Kühe GLERAChampion der älteren Kühe GLERA (vorne) und Reservechampion NADINE


Euterchampion NADINEEuterchampion NADINE (vorne) und Reservechampion ELSA

Alles in allem war es eine großartige, spannende Veranstaltung, die vermutlich nicht die letzte ihrer Art bleiben wird. FLECKVIEH AUSTRIA gratuliert dem Team rund um Ernst Grabner zur erfolgreichen Einführung einer etwas anderen Art von Rinderschau und natürlich ganz herzlich den Siegern.

Ergebnisliste

Autoren: P+B Stückler