AMA-Info: Erzeugermilchpreis – Milchanlieferung November 2018

Der österreichische Erzeugermilchpreis legte auch im November 2018 gegenüber dem Vormonat leicht zu und beträgt im Durchschnitt aller Qualitäten und auf natürlichem Fettgehalt basierend 38,68 Cent/kg netto. Für konventionell erzeugte Milch mit 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß erhielten die Landwirte netto 35,30 Cent/kg, für Bio-Milch 45,49 Cent/kg.

Für den neuerlichen Preisaufschwung sind wiederum die steigenden Inhaltsstoffe ausschlaggebend.

Tab.: Durchschnittlicher Erzeugerpreis netto pro kg Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß; Nov. 2018, Vergleich mit Okt. 2018 und Nov. 2017
Durchschnittlicher Erzeugerpreis netto pro kg Milch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß; Nov. 2018, Vergleich mit Okt. 2018 und Nov. 2017

Zum Vergleich: Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis für November 2018 beträgt 36,06 Cent/kg.

Milchmenge in Österreich gegenüber dem Vorjahresmonat leicht rückläufig
An die österreichischen Molkereien und Sennereien wurden im November 2018 rund 239.000 t Rohmilch angeliefert, das waren um etwa 9.700 Tonnen bzw. 3,9 Prozent weniger als im Oktober. „Die verminderte Anlieferung ist unter anderem auf die Trockenheit und die daraus resultierende Futterknappheit zurückzuführen. Die ersten spürbaren Auswirkungen dieser extremen Wetterkapriolen kommen nun, zumindest regional, zu tragen und beeinflussen somit die Lieferleistung der Landwirte. Der Rückgang der Anlieferungsmenge ist seit August 2018 zu beobachten“, stellt der Verfasser des AMA-Milchberichtes fest.
Um diese Aussage über die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr treffen zu können, wurden die Daten bereinigt. Grund für die Datenbereinigung: Zwei ausländische Molkereien haben mit April 2018 ihren registrierten Sitz in Österreich aufgegeben und auch den Milchankauf aus Österreich eingestellt. Jedoch andere nicht inländische Molkereien kaufen seitdem österreichische Milch zu und daher ist seit dem April 2018 die Vergleichbarkeit der Anlieferungsmenge in absoluten Zahlen mit den veröffentlichten endgültigen Vorjahresdaten nicht gegeben.

EU: minimaler Lieferrückgang gegenüber dem Vorjahresmonat
Auch die Milchanlieferung in der EU ging im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht zurück (-0,4 %). Im Vormonat war es ein minimaler Lieferrückgang von 0,1 Prozent. Die prophezeiten drastischen Milchanlieferungsrückgänge sind noch nicht eingetreten. Die Gesamtanlieferung in der EU von Jänner bis Oktober 2018 liegt mit 1,2 Prozent über der Anlieferung des Vorjahres. Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) geht in ihrem Rückblick auf den Milchmarkt 2018 ebenfalls von einem steigenden Milchaufkommen für die EU aus. In einigen Hauptproduktionsländern der EU gehen die Anlieferungen zurück, als Beispiel sind hier unter anderem die Niederlande mit einem Minus von 5,5 Prozent im Oktober oder Italien mit einer geringeren Anlieferung von 4,5 Prozent zu nennen. Dagegen steigt in anderen Mitgliedsstaaten die Anlieferung, allen voran in Irland. Die irischen Landwirte lieferten im Oktober um 20,2 Prozent mehr Milch an als im Vorjahresmonat. Von den Auswirkungen der schlechten Witterungsbedingungen und dem kurzen Liefereinbruch im Juli ist aktuell nichts mehr zu merken. In Polen kletterte das Milchaufkommen im Oktober um 2,8 Prozent über jenes aus dem Vorjahresmonat. Die Milchanlieferung im Jahr 2018 lag bis dato in Polen über der Menge des Vorjahres und dieser Trend scheint sich weiter fortzusetzen.

Kieler Rohstoffwert Milch stieg an
Nach einer kurzen Erholung im September 2018 begann der Kieler Rohstoffwert Milch wieder zu sinken und erreichte im November 2018 mit 29,7 Cent pro kg für Milch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß den niedrigsten Wert seit März 2018. Im Dezember 2018 konnte der Kieler Rohstoffwert Milch wieder die 30 Cent-Marke knacken und liegt aktuell bei 30,7 Cent pro kg. Auslöser für diesen Preisanstieg waren die gestiegenen Erlöse für Magermilchpulver, allerdings fielen die Butterpreise weiter. Der Erlös für Butter beträgt für Dezember 2018 also 455,34 Cent pro kg.

Der Kieler Rohstoffwert Milch ist ein Frühindikator für die Preisentwicklung auf den Milchmarkt der Bundesrepublik Deutschland. Die Angaben beziehen sich immer auf Standardmilch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, ab Hof des Milcherzeugers, ohne Mehrwertsteuer. Durchschnittliche Erfassungskosten, sprich Abholung der Milch von Erzeuger bis zur Molkerei, werden jedoch in Höhe von 1,4 Cent je kg Milch berücksichtigt. Die Berechnungsbasis bilden die Bruttoerlöse für Butter (geformt und lose) und für Magermilchpulver (Lebensmittel- und Futtermittelqualität), ohne Berücksichtigung langer Kontrakte. Für die Bruttoerlöse von Butter werden die Marktpreise der Notierungsbörse in Kempten herangezogen.

Quelle: AMA-Milchmarktbericht