Betriebs-Reportage Fam. Fink, Markt Allhau, Bgld.

Der Betrieb Fink ist durch die Betriebsgemeinschaft mit Hans Taus als „Fink und Taus“, die sich anfangs auf die Vermarktung von Jungkühen und später von trächtigen Kalbinnen spezialisiert hat, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Hans Taus ist mittlerweile in Pension, Martin Fink führt den Betrieb mit seiner Familie weiter.

Rinderzucht Haupterwerb

Die Rinderzucht ist schon seit Generationen der Hauptbetriebszweig der Familie Fink. Bereits in den 70er Jahren wurde die erste Rohrmelk- anlage installiert und damals 12 Kühe gemol- ken. In den 80er Jahren waren es dann knapp 20 Kühe sowie die Aufzucht der weiblichen und Mast der männlichen Kälber. Im Jahr 1995 wurde das vorhandene Milchkontingent verkauft und der Betrieb auf Kalbinnenaufzucht mit anschließender Vermarktung von Erstlings- kühen umgestellt. Drei Jahre später, im Jahr 1998 begann die Zusammenarbeit mit dem Betrieb Taus. Bei diesem fanden die Abkal- bungen statt und dort wurden die Kühe gemolken, während am Standort Fink die Kalbinnen gehalten wurden.
Der Viehbestand erreichte mit diesem geteilten System rund 200 Stück. 2004 entschloss sich dann auch Hans Taus, die Milchlieferung zu beenden und somit wurden die Kalbinnen schon als trächtige Tiere vermarktet.

Stallneubau - ein Großprojekt

Im Jahr 2005 ist die Betriebsgemeinschaft auf biologische Wirtschaftsweise umgestiegen. Da die alten Stallungen aber nicht den Biorichtlinien entsprachen und auch wegen der Dorflage, hat sich Martin Fink entschlossen, einen neuen Stall zu bauen. Anfang des heurigen Jahres konnte der neue Rundholzstall bezogen werden. Das System ist ein Tiefstreustall mit integriertem Auslauf. Die Liegefläche sowie der Futtertisch sind überdacht, der Fressbereich ist offen. Der Laufbereich wird mit einem Faltschieber entmistet.
Auf Seitenwände wurde komplett verzichtet, auf der Nord- und Westseite schützen die gelagerten Strohballen die Tiere vor Wind und Wetter. Der Stall hat mit Mistlagerplatz, Güllelager sowie Strohlagerhalle rund 15.000 m² verbaute Fläche und bietet Platz für 600 Tiere.

Fütterung

Gefüttert wird Grassilage, die ausschließlich in Rundballen konserviert wird, sowie Heu, das den Tieren zur freien Aufnahme bereitgestellt wird. In den ersten Monaten wird zur besseren Jugendentwicklung auch Kraftfutter verabreicht.

Vermarktung

Der Kälberzukauf wird fast ausschließlich auf Versteigerungen in Oberwart, Greinbach sowie Amstetten getätigt. Die Belegung erfolgt je nach Kondition mit rund 18 Monaten. Wenn die Tiere trächtig sind, werden sie selektiert und je nach Leistung und Exterieur entweder über Versteigerung oder über den Export vermarktet. Ein nicht unwesentlicher Teil wird auch direkt ab Hof an Betriebe verkauft.

Das Ziel ist, den Stall möglichst schnell zu befüllen sowie durch Pacht von weiteren Flächen die Landwirtschaft zu vergrößern.

Betriebsdaten

Familie Fink, Markt Allhau, Burgenland

Seehöhe: 360 m
Niederschläge:
600 – 700 mm
Fläche:
160 ha bewirtschaftete Fläche, davon 80 ha Getreide (Weizen, Triticale, Dinkel), 80 ha Feldfutter und Grünland  
Produktionsverfahren: Biobetrieb mit Kalbinnenaufzucht, derzeit ca. 400 Stück
Stall:
Tieflaufstall mit integriertem Auslauf
Arbeitskräfte:
Betriebsleiter-Ehepaar und Sohn Markus

Autor: Ing. Hannes Lang, BRZV

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