Betriebsreportage Fam. Drussnitzer, Paternion, Ktn.

Kontinuierliche und konsequente Zuchtarbeit machten aus dem ursprünglichen Pinzgauerbetrieb der Familie Drussnitzer einen hervorragenden Fleckviehzuchtbetrieb, der bis auf wenige Ausnahmen Fleckvieh immer in Reinzucht gezüchtet hat und es auch künftig tun möchte.

Der Hof der Familie Drussnitzer liegt im mittleren Drautal im Bezirk Villach in KärntenDer Hof befindet sich in einer Gunstlage im Talboden des mittleren Drautals im Bezirk Villach auf 514 m Seehöhe. Der Betrieb ist bereits seit über 400 Jahren im Besitz der Familie Drussnitzer. Seit 1978 ist die Familie Drussnitzer Mitglied des Kärntner Rinderzuchtverbandes.
Durch ein TBC- und Bang-Problem Anfang der 60er Jahre mussten viele Pinzgauertiere den Betrieb verlassen. Die bessere Milch- und Fleischleistung der Rasse Fleckvieh bewogen den Vater des heutigen Betriebsführers, diesen Ausfall mit Fleckviehtieren nachzubesetzen. Im Jahre 1991 wurde der Betrieb vom Vater mit 50.000 kg Milchkontingent und ca. 60 Stück Vieh übernommen. Seit dem Jahre 1980 wurde kein einziges Tier mehr zugekauft, alle stammen aus der eigenen Nachzucht. Seit dem Jahr 1978 wurde nicht nur die Kuhzahl, sondern auch die Leistung auf über 9.000 kg gesteigert.

Tierbestand

Die erstklassige Fleckviehherde besteht heute aus 85 Zuchttieren, davon 31 Milchkühe, 51 weibliche Nachzuchttiere und drei Stiere für die Aufzucht. Der Großteil der Zuchttiere wird laktierend über die Zuchtviehversteigerung in St. Donat abgesetzt. Die Stierkälber werden mit ca. 80 kg über die Firma BVG Kärntner Fleisch vermarktet, ebenso die Schlachtkühe.

Haltung und Fütterung

Ursprünglich wurden die Tiere in einem Anbindestall mit Schubstangenentmistung und Rohrmelkanlage gehalten. Da der alte Stall den Tierhalterichtlinien nicht mehr entsprach und eine Aufstockung des Tierbestandes sowie eine Arbeitserleichterung angestrebt wurden, erfolgte 1995 ein Laufstallzubau zum bestehenden Stall und ein Umbau des alten Stalles in Kälberboxen, einige Anbindeplätze und einen Melkstand.
Die Kühe werden mit Maissilage und Grassilage im Verhältnis 1:1 gefüttert. Morgens und abends erhalten sie auch Heu. Die Kraftfutter- und Mineralstoffzuteilung erfolgt über den Transponder. Viehsalz wird händisch verabreicht. Den Kalbinnen wird Maissilage und Grassilage im Verhältnis 2:3 und zusätzlich Heu vorgelegt. Die Mineralstoff- und Salzversorgung erfolgt per Hand. Im Sommer werden 28 Kalbinnen auf ca. 2.000 m Seehöhe gealpt.
Die Kälber bekommen in den ersten drei Lebensmonaten Vollmilch, zusätzlich noch Kälberstarter und Heu. Ab dem dritten Monat werden sie mit Mais- und Grassilage, Heu, Mineralstoff und Salz versorgt. Zusätzlich erhalten die Kälber ab dem dritten Monat noch eine eigens kreierte Kraftfuttermischung aus Gerste und Soja im Verhältnis 2:1.
Derzeit wird auch über die Anschaffung eines Mischwagens nachgedacht.

Linienzucht und Lebensleistung

Die S-Linie, ausgehend von der bekannten Stammkuh SONJA, einer schauerprobten HORWEIN-Tochter, ist im Betrieb dominant. SONJA war eine großrahmige, kombinierte Fleckviehkuh mit gutem Fundament und einer guten Euteranlage mit einer gewaltigen Leistung von durchschnittlich 10.000 kg bei 8 Laktationen. Trotz der Belastung mehrmaliger Spülungen für den ET erreichte sie eine Lebensleistung von über 97.000 kg. Sie ist auch die Mutter des Besamungsstieres MOGUL-ET, AT 739.223.345, V:  GS Malhax.
Der Stier WATZ AT 432.242.909 ist ein Urenkel von SONJA aus einer sehr leistungsstarken HIPPO-Tochter, welcher ebenfalls für den Testeinsatz angekauft und eingesetzt wurde. Derzeit Wartestier, wird der sehr vielversprechende WATERBERG-Sohn sicher in den Wiedereinsatz kommen.
Von der S-Linie befinden sich derzeit 20 Tiere am Betrieb und eine weitere Vermehrung dieser Linie wird angestrebt.
Als zweite Linie wird die B-Linie, ausgehend von BEATRIX, AT 964.131.272, V: Poldi  4/3 9.115 – 4,34 – 3,42-707, aufgebaut. Von dieser Linie befinden sich derzeit 10 Tiere am Betrieb.

Zuchtziel und Besamung

Angestrebt wird eine kombinierte Fleckviehkuh mit genügend Rahmen, einem guten Fundament und einer problemlosen, hoch anliegenden Euteranlage. Die Milchleistung soll sich im Bereich von 9.000 bis 9.500 kg bewegen, wobei auf Eiweiß großes Augenmerk gelegt wird.
Alle Tiere werden vom Tierarzt künstlich besamt. Der Besamungsindex beträgt 1,4. Aktuell wird mit den Stieren ROMARIO, IMPOSIUM, GS WILHELM, MALHAXL, SAMLAND, ETTAL und GS VANDOR belegt.

Jungzüchtererfolge

Tochter Theresa ist seit 2007 Mitglied des Vereines „Die Kärntner Jungzüchter“ und seit damals bei jedem Jungzüchterbewerb in Kärnten mindestens unter den drei Besten in ihrer Gruppe, sei es als Vorführerin oder mit ihrem Rind als Typsieger. Ihr jüngster Coup war ein Vorführreservesieg mit der Kalbin BIANCA beim Jungzüchterevent Kärnten Osttirol am 13. November 2010 in St. Donat.

Schauerfolge  

2004 Kärntner Landesrinderschau
•    Gruppensieg mit SANTA, V: Harro, 5/5-8.668-4,11-3,55-664
•    Gruppenres.siege mit SONJA, V: Horwein, 8/8-10.380- 4,43-3,29-801, LL.: 97.361 und LENA, V: Horan, 7/7-9.235-3,54-3,41-642
•    3. Platz mit ROMI ET, V: GS Malhax,  6/6-8.800-4,49-3,65-716
2006 Gebietsrinderschau in Lendorf
•    Gesamtreservesieg mit ROMI ET, V: GS Malhax  
•    3. Platz mit SONJA, V: Horwein
•    Teilnahme mit zwei weiteren Kühen
2008 Milchkuhkirchtag in St. Donat
•    Teilnahme mit 3 Kühen
•    Gruppenres.sieg mit ROMI ET, V: GS Malhax  
2010 Milchkuhkirchtag in St. Donat
•    Gruppensieg mit ROMI ET, V: GS Malhax  
•    4. Platz mit BERISA, V: Zahner, 2/1-8.120-4,79-3,65-685

Betriebsdaten

Familie Jakob und Brigitte Drussnitzer, vlg. Nikl, Aifersdorf 14, 9711 Paternion
Tel.: 04245/2215

Besitzer:  Jakob Drussnitzer    
Arbeitskräfte: Betriebsführerehepaar und Theresa in der Freizeit
Kinder: Christian, geb. 1984, Ramona, geb. 1987 und die Zwillinge Theresa und Marie Christin, geb. 1996    
Seehöhe und Niederschlag: 514 m, 900 mm       
Jahresdurchschnittstemperatur: 7 °C    
Boden: lehmiger Sand und Lettenboden, pH-Wert zwischen 6 und 7    
Betriebsgröße: 37 ha bewirtschaftete Fläche, davon 7 ha Pacht 
Bewirtschaftungsform: 5 ha Silomais, 2,5 ha Kleegras, 12 ha Grünland, 16 ha Wald        
Stallform: Kühe in Liegeboxenlaufstall mit Spaltenboden und Tiefboxen, 4-er Tandem Melkstand; Kalbinnen in Liegeboxenlaufstall mit Spaltenboden und Hochboxen; Kälber in Einzelboxen und Iglus    
Siloraum: 780 m³ Fahrsilo und Rundballensilage
Gülleraum: 650 m³; Festmist aus Anbindehaltung und von Kälbern
Mechanisierung: Eigenmechanisierung außer Ackeranbau, Maisernte und Grassilage.
Leistungsentwicklung:
Jahr    Kuhzahl    M-kg    F%    E%    F+E-kg
1978    14,2    4.695    4,51    ----    ----
1991    17,5    5.984    4,44    3,40    469
1999    27,1    8.068    4,17    3,51    619
2004    27,9    9.041    3,98    3,63    687
2006    29,9    8.425    4,18    3,61    656
2008    31,1    8.362    4,35    3,56    661
gleit.    31,1    9.368    4,28    3,56    734

Autor: Ing. Gerhard Altziebler, KRZV

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