Betriebsreportage Fam. Häusler, NÖ

Im Herzen des Waldviertels im Bezirk Zwettl liegt der Betrieb der Familie Häusler. Bis März 2015 führte Seniorchefin Erika den Betrieb im Nebenerwerb. Ihr Mann Franz engagierte sich als Bürgermeister der Gemeinde Waldhausen. Sohn Reinhard betreibt mit seiner Gattin die Landwirtschaft in 3. Generation im Vollerwerb und setzt voll und ganz auf Schnittlauch, Mohn und Fleckvieh.

Familie Häusler, v. l.: Reinhard, Katharina, Erika und FranzFamilie Häusler, v. l.: Reinhard, Katharina, Erika und Franz

Durch die eingeengte Lage im Dorf blieb der Familie keine andere Möglichkeit, als am Ortsrand ein ambitioniertes Projekt umzusetzen: Ein neuer Milchviehstall wurde errichtet. Der erste Meilenstein für den Aussiedlerhof wurde von den Eltern gesetzt – die Bergehalle wurde 2013 fertiggestellt. 
Ende 2016 wurde der neue hochmoderne Außenklimastall bezogen.Nach jahrelanger Planung fand im März 2015 der Spatenstich für den neuen Milchviehstall statt. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde der neue hochmoderne Außenklimastall Ende 2016 bezogen.

Im Oktober 2016 stieg Freundin Katharina voll in den Betrieb ein. Als Quereinsteigerin in die Landwirtschaft hatte die Wienerin zunächst keine Erfahrungen im ländlichen Bereich, was sich aber bald änderte. Sie engagierte sich gleich stark im Rinderzuchtverein Zwettl. Die Begeisterung für die Fleckviehzucht gibt sie mittlerweile als Vorstandsmitglied und Schriftführerin des RZV Zwettl weiter.
Im Sommer 2017 fand die Bauernhochzeit von Katharina und Reinhard statt und im darauffolgenden Sommer wurde Töchterchen Franziska geboren.

Alternativen                 
Bevor Reinhard den Betrieb übernahm, arbeitete er bei der Firma Waldland. An diesen Kontakt anknüpfend ergab sich für den Betrieb Häusler eine tolle Kooperationsmöglichkeit mit dem früheren Arbeitgeber von Reinhard. Die Firma Waldland schaffte mit innovativen Ideen eine hochwertige Produktvielfalt im landwirtschaftlichen Bereich. Der Anbau von Sonderkulturen wurde durch die Initiative von Waldland ein wichtiger Faktor für eine lebendige und regionale Landwirtschaft im Waldviertel. So baut auch Familie Häusler 10 ha des berühmten Waldviertler Graumohns an, welcher weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt ist. Außerdem werden 4,5 ha der Sonderkultur Schnittlauch kultiviert.

Tag der Offenen Stalltür
Bei herrlichem  Frühsommerwetter öffneten die Häuslers im vergangenen Jahr ihre Stalltüren. Familie Häusler konnte am Tag der Offenen Stalltür viele Gäste aus nah und fern begrüßenZahlreiche Besucher aus nah und fern folgten dieser Einladung. Zu besichtigen gab es einen modernen Außenklimastall, welcher Platz für 87 Milchkühe plus Nachzucht bietet. Auf Kuhkomfort wurde großer Wert gelegt. Die Laufgänge sind mit Rillenplatten und Kammschieberentmistung ausgestattet.
Die Grundfuttervorlage für die Kühe wird mittels Fütterungsroboter der Firma Wasserbauer durchgeführt.Die Grundfuttervorlage für die Kühe wird mittels Fütterungsroboter der Firma Wasserbauer durchgeführt. Das Melken der aktuell 62 Milchkühe übernimmt der Melkroboter der Firma GEA-Westfalia. Zahlreiche Firmen, welche beim Bau des Stalles beteiligt waren, umrundeten das Programm.
Firmen, die am Bau des Stalles beteiligt waren, schenkten der Familie Häusler ein Zuchtkalb.Diese schenkten der Familie Häusler ein züchterisch interessantes Kalb, mit bester Genetik aus Niederösterreich.

Züchtung
Durch den Einsatz der besten Besamungsstiere von GENOSTAR, mit einem hohen Anteil an genomischen Jungvererbern, wird sich die züchterische Grundlage der Milchkühe verbessern, sind sich die jungen Bauersleute einig. Durch die rasante Herdenaufstockung mit großteils eigener Nachzucht konnten die Märkte des NÖ-Genetik-Rinderzuchtverbandes in Zwettl bislang nicht beschickt werden. In Zukunft werden auch genomische Untersuchungen bei den weiblichen Kälbern gemacht, um noch besser selektieren zu können.

Betriebsdaten

Familie Häusler, 3914 Waldhausen 3

Familie:    Betriebsführerehepaar Katharina und Reinhard, Tochter Franziska, Großeltern Erika und Franz
Lage: 700 m Seehöhe, ca. 650 mm Jahresniederschlag
Fläche: 106 ha bewirtschaftete Fläche, davon 32 ha Eigengrund und 8 ha Wald
Flächennutzung: 43 ha Grünland, 63 ha Ackerland (Getreide, Silomais, Mohn und Schnittlauch)
Viehbestand: 62 Milchkühe und ca. 60 Stück weibliche Nachzucht
Mechanisierung: Eigenmaschinen + Maschinenring
Zuchtverband: Mitglied bei NÖ Genetik seit 1994
Aktueller Stiereinsatz: MINT, WOBBLER, GS VIGOR, GS EQUADOR, GS HERZBLUT, HERMELIN
Milchleistung:   
Entwicklung der Milchleistung von 2000 bis 2018
    
Autor: Thomas Wagner, NOEGEN