Betriebsreportage Fam. Kepplinger, Oberösterreich

Der Betrieb Kepplinger liegt circa dreißig Kilometer nordwestlich von Linz in der Gemeinde Kleinzell im Mühlkreis. Bewirtschaftet wird der Betrieb von Hans-Peter mit seinen Eltern, tatkräftig unterstützt von seinen Geschwistern. Das Melken der 43 Kühe überlässt er zu seiner vollsten Zufriedenheit dem Melkroboter.

Hans-Peter Kepplinger mit seinen ElternSchon seit den 40er-Jahren wird am Betrieb Kepplinger intensiv Fleckviehzucht betrieben. Als Mitglied des Fleckviehzuchtverbandes Mühlviertel wurden schon damals Stiere auf den Versteigerungen angekauft. Darunter waren auch Stiere aus Ried im Innkreis. Später wurden Wartestiere der Besamungsstation gehalten, wobei die künstliche Besamung immer eine große Rolle spielte, um die besten Tiere gezielt anpaaren zu können. Es wurden nie Red-Holstein oder andere Rassen eingekreuzt.

S-Linie hat sich durchgesetzt

Weibliche Tiere wurden bis auf eine Ausnahme nie zugekauft. Die Genetik dieses einzigen zugekauften Rindes konnte sich jedoch im Betrieb nicht durchsetzen. Somit kristallisierte sich eine eigene Zuchtlinie heraus. Mittlerweile stammen alle Tiere aus dieser S-Linie. Derzeit stehen ca. 90 weibliche Nachkommen am Betrieb. Eine Kuh aus dieser Linie ist besonders hervorzuheben. Die Kuh SALUTI (Heto x Balbo), die als Kalbin im Jahre 1990 bei einer Versteigerung angeboten wurde, aber um einen Zuschlagspreis von 20.000 Schilling nicht abgegeben wurde und somit wieder in den Züchterstall heimkehrte. SALUTI brachte dreizehn Kälber und eine Lebensleistung von 94.300 kg Milch. Die besonders vitale Kuh erbrachte ihre Höchstleistung von 8.771-4,22-3,31 in der 12. Laktation. Von dieser Kuh stehen derzeit vierzehn weibliche Nachkommen in Milch am Betrieb.

Schauerfolge

Die ersten Erfolge stellten sich mit den Stieren und Wartestieren (unter anderem LIPP) auf diversen Schauen ein. Bei den weiblichen Tieren konnte der Betrieb erstmals wiederum mit der Kuh SALUTI, die drei Mal Gruppensiegerin und ein Mal Gesamtsiegerin auf der Rohrbacher Messe wurde, Siege feiern. In Wels 2006 präsentierte sich die Kuh SULIANE (Rainer ET x Rolo) bei der Nachzucht-Sammlung des Stieres RAINER-ET ausgezeichnet.
Im Jahr 2011 war es die Kuh SABRI (Vanstein x Stego) die bei der Böhmerwaldmesse in Ulrichsberg Gruppenreserve- und Eutersiegerin bei den Jungkühen wurde. Sie konnte sich  auch bei der Bundesschau in Ried 2011 bestens präsentieren. Der größte Erfolg stellte sich jedoch im heurigen Jahr ein: Bei der Bundesschau in Rotholz erreichte der Betrieb Kepplinger einen Gruppenreservesieg mit der Kuh SABRI. „Ein bewegender Moment vor so vielen Zuschauern bei der Endauswahl in der Mitte des Ringes zu stehen“, so Hans-Peter Kepplinger.
Und natürlich gibt es noch die WEBAL-Tochter SOLAIKA (Webal x Horan), die mit ihren sechs Abkalbungen heuer den Gesamtsieg in Ulrichsberg und den Gesamtreservesieg in Ried erzielen konnte. Sie überzeugte die Preisrichter mit ihrem korrekten Fundament und herausragenden Euter.

Jungkuh-Vermarktung überwiegt

„In früheren Jahren wurden fast sämtliche männliche Tiere und zahlreiche Kalbinnen über die Versteigerung in Freistadt vermarktet. Mittlerweile werden hauptsächlich circa zehn bis fünfzehn Jungkühe versteigert. Dadurch konnte die Qualität der Herde nochmals deutlich erhöht werden“, so der Betriebsführer. Etwa fünfzehn Stiere werden jährlich zur Mast verkauft, der Rest der männlichen Tiere wird schon als Kalb abgegeben. Erwähnenswert ist auch, dass in den 80er Jahren eine Kalbin für die Fleckviehschau in Paris angekauft wurde.

Stallneubau - Melktechnik - Fütterung

In den Jahren 2011 bis 2012 wurde nach langer und reiflicher Überlegung ein neuer Milchviehstall mit Tiefboxen und Schrapperentmistung errichtet. Im Fressbereich wurden Gummimatten verlegt. Bei der Planung des neuen Stalles waren auch die Erfahrungen mit dem Liegeboxenlaufstall der Jungrinder, der 2001 errichtet wurde, sehr hilfreich. Allgemein legt der Betriebsführer großen Wert auf Kuhkomfort.

Ein Melkroboter der Firma Alfa-Laval übernimmt die tägliche Melkung der Zuchtkühe. Im Schnitt werden zwischen 2,9–3,2 Melkungen pro Kuh und Tag erreicht. Laut Betriebsleiter ist die Milchleistung der Erstlingskühe durch die circa dreimalige Melkung pro Tag um 20 Prozent gestiegen. Einen großen Vorteil sieht Hans-Peter Kepplinger auch in der Flexibilität durch den Melk¬roboter.

Es werden ca. zwei Drittel Grassilage und ein Drittel Maissilage mittels Futterkamm vorgelegt. Die Silierung erfolgt in Sandwichform, somit ist immer nur ein Silo offen und genug Vorschub vorhanden. Im Sommer wird derzeit noch Grünfutter vorgelegt, wobei überlegt wird, auf Ganzjahressilage umzustellen.

Betriebsdaten

Hans-Peter Kepplinger, Oberbauer, Weigelsdorf 3, Kleinzell/Mkr., Oberösterreich

Arbeitskräfte: Hans-Peter Kepplinger mit Eltern
Lage: 550 m Seehöhe
Niederschlag: 850 mm
Fläche: 46 ha LN (davon 21 ha gepachtet) und 16 ha Wald
Kulturarten: 27 ha Grünland, 19 ha Acker (5 ha Mais, 5 ha Kleegras, 9 ha Getreide)
Viehbestand: 43 Milchkühe, 45 Stück weibliche Nachzucht, 15 Stück Maststiere
Futterkonservierung: Traunsteinsilo ca. 1100 m³
Maschinen: Eigenmechanisierung außer Maishäckseln
Leistungsentwicklung:
2013    42,1    9.243 - 3,98 - 368 - 3,42 - 316 - 684
2012    39,4    8.898 - 3,97 - 353 - 3,39 - 302 - 656
2010    33,5    8.695 - 3,92 - 341 - 3,42 - 297 - 638
2005    30,3    8.493 - 4,26 - 362 - 3,50 - 297 - 659
2000    23,2    7.528 - 4,37 - 329 - 3,53 - 266 - 595
1995    20,4    5.670 - 4,18 - 237 - 3,41 - 193 - 430

Autor: Wolfgang Grillberger, RZO

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