Betriebsreportage Fam. Schöggl. Stmk.

Familie Schöggl führt einen gemischtrassigen Rinderzuchtbetrieb mit Holstein und Fleckvieh im Mürztal in der Steiermark. Ihre Kuh MERI ist mit einer produzierten Menge von 178.233 kg Milch und knapp 12.000 kg Fett und Eiweiß Weltrekordhalterin der Rasse Fleckvieh, was die Lebensleistung betrifft.

Ehepaar Schöggl mit Kindern, Großmutter und Kuh MERIMERI (V.: Bois Le Vin) wurde am 23.01.1996 geboren und kam als Lebendtierimport aus Frankreich am 22. Dezember 1997 auf den Betrieb von Martina und Christian Schöggl in das steirische Mürztal. MERI startete mit einer Einsatzleistung von 37,4 kg Milch und vollendete ihre erste Laktation nach 290 Tagen mit 9.863 kg Milch und 687 kg Fett und Eiweiß. Bei 14 „pünktlichen“ Abkalbungen, 359 Tagen Zwischenkalbezeit und nicht mehr als 19 Besamungen erreichte sie eine durchschnittliche Milchleistung von 12.641 kg Milch und somit eine Lebensleistung bei 4.487 Melktagen von 178.233 kg Milch, 3,47 % Fett und 3,25 % Eiweiß mit 11.973 Fett+Eiweiß-kg. Die Höchstleistung erbrachte sie in der 5. Laktation: 16.022 kg Milch im alten Anbindestall bei einem Tageshöchstgemelk von 68,4 Liter Milch.

Bei den 14 Abkalbungen kamen neun gesunde Kuhkälber zur Welt. Aktuell gehen 21 weibliche Nachkommen am Betrieb in direkter Linie auf die Kuh MERI zurück. Als äußerst starke Zuchtkuh erweist sich die Enkeltochter MELLI (V.: Romel), von der vier Töchter (zwei Töchter von GS RAU und Zwillinge von MALHAXL) am Betrieb stehen. Eine hoffnungsvolle GS RAU-Tochter brachte im September eine GS MG-Tochter zur Welt. MELLI, eine leistungsstarke Kuh und keine Unbekannte im Schauring, konnte bei der Steiermarkschau im Jahre 2010 ihre Klasse gewinnen und bei der Bundesschau in Ried 2011 wurde sie Bundesreservesiegerin bei den alten Kühen.

Ebenfalls leistungsstarke Kühe im Stall sind Enkeltochter MARBEL (V.: Redondo-ET), HL. 4. Lakt.: 15.212 kg Milch, Tochter MEGY (V.: Lucky-Red) HL. 5. Lakt.: 14.887 kg Milch bei guten Inhaltsstoffen oder Ururenkeltochter MELISSA (V.: Redon) hat die erste Laktation mit 12.936 kg Milch abgeschlossen. „Eines ist sicher, Milch haben die MERI‘s im Blut, gemolken hat bis jetzt noch jede“, so Christian Schöggl.

Der Stall

Familie Schöggl ist Mitglied bei der Rinderzucht Steiermark und bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb mit aktuell 30 Milchkühen und eigener Nachzucht. Im Jahre 2004 erfolgte ein Stallzubau plus Auslauf mit Liegeboxen und Schrapperentmistung. Der Melkstand, ein 4er-Swing-Over, wurde ins Altgebäude integriert. Das Jungvieh ist im neu erbauten Außenklimastall und im Altgebäude untergebracht.

Fütterung

Gefüttert wird ganzjährig TMR, die Ration setzt sich aus Grassilage, Maissilage, Biertreber und Kraftfutter zusammen. Das restliche Kraftfutter wird über zwei Transponderstationen zugefüttert, Heu wird ein Mal am Tag vorgelegt. Auf Kuhkomfort wird großer Wert gelegt, so werden die Tiefboxen täglich zwei Mal mit Stroh eingestreut. Im Sommer sorgen zwei große Ventilatoren für kühle frische Luft im Stall. Die Trockensteher werden separat gehalten. Wichtig sei bei ihnen eine optimale Mineralstoffversorgung, die sich besonders positiv auf die Kälbervitalität auswirke, so der Betriebsführer. Im Sommer gehen die Trockensteher auf die Weide. Die Kälber werden drei Mal täglich bis zu einem Alter von drei Monaten mit Vollmilch gefüttert. Kraftfutter und Heu ab dem ersten Lebenstag stehen ad libitum zur Verfügung. Das Jungvieh wird mindestens ein Mal gealpt.

Durchschnittliche Lebensleistung

Der Stalldurchschnitt der Herde betrug im Jahre 2011 11.084 kg Milch bei 3,78 % Fett und 3,51 % Eiweiß. Die durchschnittliche Lebensleistung liegt bei 31.543 kg Milch. Die Viehvermarktung läuft über die Rinderzucht Steiermark: Weibliche Tiere, großteils trächtig, werden über die Zuchtviehversteigerungen in Leoben oder Greinbach und Stierkälber mit 2 bis 3 Monaten über die Nutzviehmärkte in Leoben verkauft.

Jungzüchterarbeit wird unterstützt

Jungzüchterarbeit wird am Betrieb groß geschrieben. So konnte Christian Schöggl junior Gruppensiege beim Bundesjungzüchterchampionat in Maishofen 2006 sowie beim Steirischen Jungzüchtercup in Leoben erreichen. Hannes Tangl ging mit der HORB-Tochter MERCY, einer Enkelin von MERI, beim Jungzüchtercup in Greinbach 2009 als Gesamtvorführsieger über alle Rassen hervor.

Stierauswahl

Bei der Stierauswahl steht die Milch an oberster Stelle, danach Exterieur und Nutzungsdauer. „Es wird der ‚alten Kuh‘ zu wenig Aufmerksamkeit bei der Stierauswahl geschenkt, jeder ist scharf auf den neuesten Genomstier, lieber etwas abwarten. Der Einsatz von geprüften Stieren ist die sicherste Variante“, so der Betriebsführer.

Betriebsdaten

Martina und Christian Schöggl, Langenwang in der Steiermark

Familie: Martina und Christian Schöggl, Mutter Maria, Kinder Christian, Maria, Katharina u. Paul

Betriebsgröße: 29,31 ha landw. Fläche (davon 12 ha Pacht) und 42 ha Wald

Flächenbewirtschaftung: 24,81 ha Grünland, 3,5 ha Silomais, 1 ha Triticale

Seehöhe: 630 m

Betriebsentwicklung: Stallzubau 2004, Liegeboxen + Schrapper, 600 m³ Gülleraum

Viehbestand: 27 Milchkühe, 34 Stück weibliche Nachzucht, 4 Stück Mastochsen

Fütterung: TMR: Grassilage, Maissilage, Biertreber, Kraftfutter

Milchleistung:
2000 14,1    7.560 – 4,19 – 3,61 – 589 F+E-kg
2004 14,7    9.774 – 3,91 – 3,55 – 730 F+E-kg
2008 20,1  10.567 – 3,74 – 3,39 – 754 F+E-kg
2010 19,1  10.932 – 3,86 – 3,41 – 795 F+E-kg
2011 22,8  11.084 – 3,78 – 3,51 – 808 F+E-kg

Kennzahlen der Herde:   Durchschnittliche Lebensleistung: 31.543 kg
                                        Milchwert: 111 GZW: 109
                                        Besamungsindex: 1,4
Schau u. Zuchterfolge:   Steiermarkschau
                                        Bezirksschau Mürzzuschlag
                                        Bundesfleckviehschau
                                        Dairy Grand Prix
Zwei Lebensleistungskühe: MERI (178.233 kg) und PIA (aktuell 111.000 kg)

Autor: Christian Rinnhofer, Rinderzucht Steiermark

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