Betriebsreportage Fam. Schwab, Oberösterreich

Anton und Claudia Schwab bewirtschaften im reinen Grünlandgebiet in Pöndorf, circa zwanzig Kilometer nördlich vom Mondsee, einen Fleckviehzuchtbetrieb. Der Einsatz von Top-Genetik und eine sehr hohe Milchleistung aus dem Grundfutter sind mitentscheidend für den Erfolg des Betriebes.

Familie Schwab: Anton und Claudia mit den Söhnen Anton (14) und Lukas (12)1. Reihe von links: Lukas (12 Jahre alt) und Betriebsführerin Claudia; 2. Reihe von links: Anton (14 Jahre alt) und Betriebsführer Anton Schwab

Der Betrieb wird seit 1721 als „Erbhof" geführt und wurde 2006 von den Eltern übernommen. Die beiden Kinder besuchen derzeit die Neue Mittelschule in Frankenmarkt sowie die LFS Vöcklabruck. Die Eltern der Betriebsleiterfamilie sind im Arbeitsablauf eingebunden.

Erfolgreiche Betriebsentwicklung
Im Jahr 2008 befanden sich 24 Kühe in Anbindehaltung am Betrieb. Zu dieser Zeit gingen die Jungübernehmer noch außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten nach. Anton und Claudia haben sich aber bewusst für eine Weiterführung des Betriebes entschieden und diesen zum Vollerwerbsbetrieb ausgebaut. So wurde der bestehende Anbindestall in einen kostengünstigen Liegeboxenlaufstall, welcher für ca. 40 Kühe Platz bietet, umgebaut. Eine problemlose Erweiterung für 60 Kühe wäre jederzeit möglich.
Der Hof der Familie Schwab in Pöndorf in OberösterreichAnton und Claudia Schwab übernahmen 2006 den Betrieb und bauten ihn zu einem Vollerwerbsbetrieb aus

Einstieg in die Rinderzucht
Familie Schwab ist 2008 der Milchleistungskontrolle beigetreten und von da an konnte insbesonders über den Einsatz von Top-Genetik die durchschnittliche Milchleistung je Kuh/Jahr innerhalb von vier Jahren von 5.300 kg auf 8.200 kg gesteigert werden. In Zusammenarbeit mit dem Rinderzuchtverband Vöcklabruck konnten in letzter Zeit sogar einige Top-Vererber für den Prüfstiereinsatz gezüchtet werden. Besonders die RUMGO-Tochter GLÜCK hat sich als Teststiermutter der Extraklasse erwiesen. Von ihr stammt der WALDBRAND-Sohn WIMM sowie die beiden GIRADELI-Söhne GRANDIOS und GUARDIOLA, welche aus einem Embryotransfer stammen.
Stier WIMM zusammen mit seinen Halbbrüdern GRANDIOS und GUARDIOLA WIMM, GRANDIOS und GUARDIOLA
WALDBRAND-Sohn WIMM wurde auf der Eliteversteigerung im Rahmen der Bundesfleckviehschau versteigerWIMM wurde auf der Eliteversteigerung in Rotholz in Tirol von der EUROgenetik, Neustadt/Aisch erworben.

Ein interessanter SYMPOSIUM-Sohn wurde kürzlich von der Oö. Besamungsstation angekauft. Ebenso stammen die Nummer 3 der SHAQIRI-Söhne sowie die Nummer 1 der RAFFZAHN-Söhne aus dieser Kuh. Leider sind aber beide Anlagenträger für Erbfehler. Durch die konsequente Zuchtarbeit konnten Anton und Claudia im Jahr 2014 den fünften Platz bei der Wahl zum Fleckviehzüchter des Jahres erringen.

Beste Grundfutterqualität
Der Betrieb befindet sich im Grünlandgebiet an der Grenze zum „Salzburger Flachgau". Traditionell wird hier silagefrei gefüttert. Es wird im Sommer geweidet oder Gras gefüttert und das Winterfutter besteht aus Heu/Grummet. Die Familie Schwab hat sich mit dem Stallneubau auch für die Umstellung auf eine ganzjährige Silagefütterung entschieden. „Wir wollten in keinen entsprechend großen Heubergeraum mit Heubelüftung investieren", so die Begründung. Die Grassilageballen werden über die Eigenmechanisierung hergestellt. Im Zuge der Umstellung auf Silagefütterung wird auch etwas Maissilage zugekauft und an die Milchkühe verfüttert.
Anton Schwab ist Mitglied beim Arbeitskreis „Grünland-Aktiv-Vöcklabruck". Bei diesem von der Landwirtschaftskammer ÖÖ betreuten Arbeitskreis wird der Schwerpunkt auf fachliche Weiterbildung und Erfahrungsaustausch gelegt. Durch konsequente Umsetzung von Maßnahmen ist es gelungen, eine deutliche Verbesserung des Grünlandbestandes und somit der Grundfutterqualität zu erreichen. Grundfutteranalysen bestätigen die überdurchschnittliche Futterqualität. Die Grundfutterleistung liegt bei 5.000 kg Milch je Kuh und Jahr.

Erfolgreiche Weiterentwicklung
Das genetische Leistungspotential der Kühe ist vorhanden und wird weiter verbessert. Damit kann die Milchleistung in Zukunft noch wesentlich verbessert werden. Ein weiteres Ziel ist es, möglichst viele langlebige Tiere im Bestand zu haben. Durch konsequente homöopathische Maßnahmen zur Verbesserung der Tiergesundheit werden bereits jetzt die Tierarztkosten gering gehalten.
„Insgesamt sind wir mit unserer derzeitigen Ausrichtung des Betriebes sehr zufrieden. Die Größenordnung soll insbesonders auch vom Arbeitsablauf gut überschaubar bleiben. Eine gut organisierte Arbeitseinteilung soll auch noch Freizeit und etwas Urlaub ermöglichen", so Anton Schwab. Etwas Zeit beansprucht zusätzlich die Tätigkeit als Gemeinderat.
Eine Erweiterung auf 60 Milchkühe ist durch eine Erweiterung des Stalles gut möglich. Ein Problem ist und wird in Zukunft noch mehr der hohe Pachtpreis für Grünland in der Region. Gerade deswegen wird jetzt schon relativ intensiv gewirtschaftet und die Jungviehaufzucht auf einem anderen Betrieb ausgelagert.

Betriebsdaten

Schwab Anton und Claudia, vulgo Probst, Schachen 7, 4891 Pöndorf, Tel. Nr. 07684/20041 oder 0664/5005833, E-Mail

Flächenausstattung: 30 ha Grünland, davon 18 ha Eigengrund und 12 ha Pachtfläche
Viehbestand: 40 Fleckvieh-Milchkühe;  Jungviehaufzucht ausgelagert, Stierkälberverkauf zur Einstellermast
Milchlieferung: 300.000 kg

Autor: Markus Pendl, RZV