Betriebsreportage Fam. Weissacher, Salzburg

Der Betrieb der Familie Weissacher ist schon seit über drei Jahrzehnten ein Kalbinnenaufzuchtbetrieb mit mehreren zusätzlichen Standbeinen. Nach der Öffnung der Rinderrassengesetze in Salzburg war Weissacher Josef sen. einer der Ersten, der auf die Fleckviehrasse umstellte und diese mit Erfolg züchtete. Josef sen. war auch langjähriger Fleckviehobmann des Rinderzuchtverbandes Salzburg und gestaltete maßgeblich die Geschicke des Verbandes mit.

Arbeitserleichterung war nötig

Familie WeissacherGleich nach der Betriebsübernahme entschied man sich, den alten Anbindestall zu einem Laufstall mit Liegeboxen, Schrapperentmistung und teilweise Spaltenböden umzubauen. Zum einen, um das Volumen der Kalbinnenaufzucht zu vergrößern und zum anderen, um den Jungtieren den bestmöglichen Tierkomfort bieten zu können. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man sich für Tiefboxen mit Stroheinstreu entschied. Ein weiterer wichtiger Aspekt war auch die Arbeitserleichterung, da im vielseitig orientierten Betrieb natürlich auch Zeit für die drei anderen Standbeine, nämlich die Arbeit als Besamungstechniker, Urlaub am Bauernhof und Legehennenhaltung benötigt wird. Vor einem Jahr wurde ein neuer Stall für die Legehennen gebaut. Die Eier werden auch hier in Eigenregie verkauft. Das laut Josef wichtigste Standbein, die Kalbinnenaufzucht, wird von den Männern am Hof erledigt.

So wird gefüttert

Bis zu einem Lebensalter von acht Wochen erhalten die Kälber Vollmilch und Kälberaufzuchtfutter. Danach wird die Milch abgesetzt. Im Alter von zwei bis vier Monaten wird Heu, Silage und Kraftfutter bis maximal 2 kg/Tag verabreicht. Ab dem vierten Lebensmonat bis zum ersten Lebensjahr wird auch Biertreber zugefüttert und die Kraftfuttergabe leicht verringert. Danach wird nur noch Silage und Heu verfüttert.
Im Sommer kommen alle Jungtiere die älter als ein Jahr sind, das waren 2008 64 Stück, auf eine Alm ins Fuschertal, am Fuße des Großglockners. Da Familie Weissacher keine eigene Alm besitzt, muss natürlich Zinsgeld für die Sömmerung bezahlt werden.
Der Belegzeitpunkt richtet sich nach der Entwicklung der Tiere und nach der Alpperiode. Vier Wochen vor der Abkalbung wird mit Grassilage, Heu, Biertreber, Rübenschnitzel und 1 kg Kraftfutter angefüttert. Die Kraftfuttergabe nach der Abkalbung hängt von der aktuellen Milchmenge ab. Klauenpflege ist am Betrieb selbstverständlich und jeden Herbst werden sämtliche Tiere geschoren.

Was wird produziert?

Originalzitat von Josef Weissacher: „Alles was der Markt verlangt." Dieser honoriert elegante Jungkühe mit guten Eutern und Fundamenten bei hohen Tagesleistungen. Dass er mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf trifft, beweisen seine Verkaufserfolge in Maishofen. Zahlreiche Rekordpreise in den letzten Jahren bestätigen dies eindrucksvoll. Besamt wird derzeit mit VANSTEIN, RORB, REDON, NIKOS, PERNAN, CLASSIC, ELAYO und JOYBOY.

Bis zu 35 Stück jährlich

Alle Jungkühe, das sind jährlich 30 – 35 Stück, werden über den Vermarktungsstandort Maishofen verkauft. Da das Auge bekanntlich die Kaufentscheidung beeinflusst, werden die Verkaufstiere bestmöglich präsentiert. Dafür sind Klauenpflege, Schur, Waschen und eine gute Führigkeit der Kühe Grundvoraussetzung. Dies ist bei Versteigerungen mit einer Beschickung von 5 – 7 Stück zwar sehr arbeitsintensiv, lohnt sich aber. Die Stierkälber werden mit einem Gewicht von 70 – 80 kg vermarktet. Da im langjährigen Schnitt ungefähr die Hälfte Kuhkälber fallen, müssen jährlich zwischen 15 und 20 Kälber zugekauft werden. Beim Zukauf wird auf wüchsige, blickige Kälber mit bester Abstammung geachtet.

Betriebs-Daten (2008)

Weissacher Maria und Josef, Kendlgut, Eulersberg 3, 5453 Werfenweng

Produktionsgebiet:
Werfenweng, Bezirk Pongau, Seehöhe 900 m,
Φ 1.200 – 1.400 mm Niederschlag,BHK-Punkte: 154
Familie:
Ehepaar Maria und Josef Weissacher,
vier Kinder im Alter von 6, 15, 17 und 20 Jahren
Austragbauern Barbara und Josef
Flächenausstattung: 
34 ha Eigengrund, davon 17 ha mehrmähdige Wiesen arrondiert und
17 ha Wald
Betriebs-Standbeine:
Kalbinnenaufzucht
2.000 Legehennen auf Bodenhaltung - Direktvermarktung
Ferienwohnungen – Urlaub am Bauernhof
Josef ist seit drei Jahren Besamungstechniker im Gebiet Werfen
Arbeitskräfte:      
Josef und Maria, bzw. Austragbauern und Christian, der älteste Sohn

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