Betriebsreportage Familie Ganitzer, Salzburg

Mit viel Leidenschaft bewirtschaftet Familie Ganitzer ihren Bergbauernbetrieb am Eingang des Großarltales, der auf der linken Seite gelegen mit dem neuen Stallgebäude weithin sichtbar ist. Durch den Zusammenhalt und das Engagement der ganzen Familie wurde in den letzten Jahren der Grundstein für einen erfolgreichen Zuchtbetrieb gelegt.

Betrieb Ganitzer vulgo Andex, Großarl, SalzburgBetrieb Ganitzer vulgo Andex, Großarl, Salzburg

Familie Ganitzer von links: Sohn Mathias, Toni, Hofnachfolger Toni jun. mit Thomas und Julia, Tochter Katharina; vorne Martha mit Oma KatharinaFamilie Ganitzer von links: Sohn Mathias, Toni, Hofnachfolger Toni jun. mit Thomas und Julia, Tochter Katharina; vorne Martha mit Oma Katharina

Die Freude an leistungsbereiten, exterieurstarken Milchkühen ist für Anton Ganitzer und seine Familie Motivation genug, um den Nebenerwerbsbetrieb unter nicht immer ganz einfachen Voraussetzungen zu bewirtschaften. „Einmal geht es schlechter, dann kommt wieder eine bessere Zeit“, lässt sich der Betriebsführer nicht entmutigen. Typisch für das Großarltal spielt neben der Milchproduktion die Jungviehaufzucht und Jungkuhvermarktung eine große Rolle. Der Betrieb Ganitzer zählt seit Jahren zu den leistungsstärksten Betrieben im Land und macht auch mit hervorragenden Vermarktungstieren immer wieder auf sich aufmerksam.

Leistung und Exterieur
Zuchtziel sind leistungsbereite, fundament- und euterstarke Kühe. Gute Beine sind für die Nutzung der steilen Weideflächen rund um den Hof Grundvoraussetzung. Auch bei der Jungkuhvermarktung ist ein gutes Exterieur, vor allem gute Euter, neben einer entsprechenden Einsatzleistung von Vorteil. Um diese Ziele zu erreichen, wird immer wieder mit Red Holstein und Montbeliarde eingekreuzt. Die Leistungsbereitschaft und Qualität der Kühe spiegelt sich neben den Spitzenleistungen am eigenen Betrieb auch bei den Verkaufserlösen wider. So wurde unter anderem die CARMANO RED-Tochter SALI für 3.380 Euro in Maishofen versteigert.

Zweitkalbskuh SALI (V.: Carmano Red) wechselte um 3.380 Euro den BesitzerZweitkalbskuh SALI (V.: Carmano Red) wechselte um 3.380 Euro den Besitzer

Leistungsstarke Zweitkalbskuh (V.: Brink), verkauft am Markt in MaishofenLeistungsstarke Zweitkalbskuh (V.: Brink), verkauft am Markt in Maishofen

Insgesamt werden jährlich 13 bis 15 Erst- und Zweitkalbskühe in Maishofen aufgetrieben und erzielen immer wieder Spitzenpreise. Aktuell besamt wird mit den Stieren HERZSCHLAG, JANDA, RALDI, FABLO (MO), CARMANO RED (RF) und GS INROS, von dem bereits einige vielversprechende Jungrinder am Betrieb stehen. Ein Großteil der Besamungen wird mit gesextem Sperma durchgeführt.

Fütterung
Viel Gespür und ein gutes Gefühl für die richtige Fütterung und die Tiergesundheit sind eine Stärke von Toni. Neben dem hofeigenen Futter wird im Winter Silomais zugefüttert, der Mais wird in Rundballen zugekauft. Kraftfutter wird leistungsbezogen über den Transponder angeboten, im Sommer werden die Milchkühe geweidet. Das gesamte Jungvieh ab einem Alter von sechs Monaten wird gealpt, was sich später sehr positiv auf die Tiergesundheit auswirkt. Die Kuh REIM (Micmac x Morror) erreichte im Jahr 2016 die 100.000-kg-Marke und bestätigt das gute Management am Betrieb, auch die JOYBOY-Tochter ENZIAN produzierte in sieben Laktationen bereits über 80.000 kg Milch und präsentiert sich zur Zeit topfit vor der achten Abkalbung.

REIM (V.: Micmac) erreichte 100.000 l LebensleistungREIM (V.: Micmac) erreichte 100.000 kg-Lebensleistung

Erfolgreiche Austeller
Auch auf Schauen sind die Kühe von Familie Ganitzer immer wieder erfolgreich. Bei der Verbandsrinderschau 2015 in Maishofen erreichte die Kuh ENZIAN (Joyboy Red x Safir) einen Gruppensieg und den Gesamt-Reservesieg bei den Kreuzungskühen.

ENZIAN (V.: Joyboy Red) - Gesamtreservesiegerin der Kreuzungskühe bei der Salzburger LandesschauENZIAN (V.: Joyboy Red) - Gesamtreservesiegerin der Kreuzungskühe bei der Salzburger Landesschau

Anton jun. ist auch auf Jungzüchterschauen immer wieder erfolgreich vertreten, so zum Beispiel mit der Kuh EDELWEISS (Tiscali Red x Weinold), die bei der 1. Nacht der Jungkuh in Maishofen den Gesamt-Reservesieg bei den Kreuzungskühen holte, oder erst kürzlich mit SELINA, der Eutersiegerin der Fleckvieh-Kreuzungskühe der 3. Nacht der Jungkuh. Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der Bundesfleckviehschau 2017 mit der edlen, leistungsbereiten GS MG-Tochter RAUPE.

RAUPE (V.: GS MG) war 2017 auf der Bundesfleckviehschau vertretenRAUPE (V.: GS MG) war 2017 auf der Bundesfleckviehschau vertreten.

Weichen für Zukunft gestellt
Im Jahr 2012 wurde der neue Laufstall mit großzügiger Bergehalle gebaut. „Zum Glück entschieden wir uns für den Laufstall, wir überlegten, die Milchkühe weiterhin anzubinden“, ist der Landwirt heute froh. Die Arbeitserleichterung und das Tierwohl, das sich in den Leistungen und der Gesundheit der Herde widerspiegelt, nennt Anton als die größten Vorteile des neuen Stallgebäudes. Um die Arbeit zusätzlich zu erleichtern, da der Betrieb im Nebenerwerb geführt wird, wurde heuer ein elektrisch betriebener Futtermischwagen angeschafft. Die Futterkonservierung erfolgt in drei Hochsilos mit je 90 m3, ein Drittel des Futters wird als Heu geerntet und mit einer Kaltbelüftung nachgetrocket. Die Gülle wird mittels Gülleverschlauchung ausgebracht, somit entfällt die gefährliche Arbeit des Miststreuens mit dem Muli, auch ein großer Vorteil des neuen Stalles, wie Anton betont.
In einigen Jahren steht die Übergabe des Betriebes an, Familie Ganitzer will weiter gemeinsam an einem Strang ziehen und den Betrieb so erfolgreich weiterführen wie bisher.

Betriebsdaten

Familie Ganitzer vulgo Andex, Großarl, Salzburg
Lage: 963 m Seehöhe
Fläche: 12 ha zwei- und dreischnittiges Grünland (davon 3 ha > 50 % Hangneigung), 3 ha Hutweide, Alm auf 1.450 m Seehöhe mit 12 ha Weide, 3 ha Mähfläche, 6 ha Wald; 319 Erschwernispunkte
Tierbestand: 9 – 10 Milchkühe, 40 Stück weibliche Nachzucht
Haltungsform: Laufstall mit Tiefstreuboxen und Schieberentmistung, Jungvieh auf Hochbuchten mit Spaltenboden, 3er-Fischgräten-Melkstand
Fütterung: Grassilage, Belüftungsheu, im Sommer Weide, im Winter Silomais (Zukauf), Kraftfutter über Transponderstation
Leistungsentwicklung:
Leistungsentwicklung 2008-2016
Autor: Michael Kirchner, Rinderzuchtverband Salzburg