Betriebsreportage Familie Straßer, Stmk.

Viehwirtschaft mit einer wertvollen Fleckviehherde, Forstwirtschaft mit Eigenjagd und touristische Vermietung von Apartments - mit diesen drei Standbeinen ist Familie Straßer für die Zukunft bestens gerüstet.

Maria und Franz Straßer mit den Kindern Melissa, Arnold und SandraIn der Gemeinde Weißkirchen im hügeligen Steirischen Zirbenland liegt der malerische Betrieb der Familie Maria und Franz Straßer vlg. Laikam. Die Kinder Melissa (arbeitet als Molkereitechnologin in der Obersteirischen Molkerei), Arnold (hat eine landwirtschaftliche Ausbildung und macht zurzeit eine Zimmererlehre) und Sandra (geht noch aufs Gymnasium) helfen tatkräftig am Betrieb mit. Der Betrieb umfasst 116 ha - arrondiert wohlgemerkt. Durch Grundzukäufe erreichte man die 200 Joch und somit Eigenjagdgröße. Der teilpauschalierte Betrieb liegt auf einer Seehöhe von 930 m, die Alm auf 1.250 m. Das Klima ist eher vom Süden beeinflusst.

Betriebliche Entwicklung:
•    1989 - Übernahme des Betriebes durch Franz von den Eltern
•    1993 - Zukauf von 12 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche
•    1997 - Um- und Zubau des Stalles in einen Laufstall und eines Melkstandes
•    2000 - Neubau des Wohnhauses
•    2000 - Zukauf eines Grundstückes im Ausmaß von 4 ha
•    2007 - Neubau eines Jungviehstalles
•    2010 - Renovierung der Almhütte und Ausbau zur Vermietung
•    2012 - Zubau eines Laufstalles für 35 Milchkühe
•    2013 - Zukauf und Renovierung eines altes Bauernhauses samt Stallgebäude zur Vermietung (2 Apartments)
•    2016 - Zukauf der ersten Alpakas für Zucht und Tourismus

Der Fleckviehzuchtbetrieb Strasser vulgo Laikam in Weisskirchen in der Steiermark

Frühzeitige Auslese bei Jungtieren
Durch die vielschichtige betriebliche Entwicklung wird die Milchkuhherde am Betrieb nicht weiter wachsen, sondern ist in den letzten Jahren sogar leicht rückläufig. Das Jungvieh, das man bis vor drei Jahren noch ausgelagert hat, wird wieder am eigenen Betrieb aufgezogen. Die Straßers sind jedoch bemüht, bereits frühzeitig eine Auslese der Jungtiere zu betreiben. Durch die Mitgliedschaft beim Projekt FoKUHs hat die gesamte Jungviehherde einen genomischen Zuchtwert. Dieser wird als Auslese für den Verkauf von Kälbern und Jungkalbinnen herangezogen. Die Qualität der Herde wird dadurch noch weiter gesteigert.

Die Früchte dieser Auslese sind zwei hervorragende HERMELIN-Söhne, welche mit GENOSTAR-Vertrag in der Aufzuchtstation in Kalsdorf stehen. Mit einem genomischen GZW von 137 bzw. 133 und Euter von 127 und 125 besteht auch die berechtigte Hoffnung, dass sie im nächsten Jahr bei GENOSTAR als genomische Jungvererber aufscheinen.

Herausstechende weibliche Tiere
Viel Freude hat Familie Straßer mit den beiden GS WATTKING-Töchtern BARONESS und BARCELONA, welche aus einem ET aus einer GS INROS-Tochter stammen. Auch die WATTMEER-Tochter BREXIT (Mutter eines der HERMELIN-Söhne) bezaubert die Familie Straßer. Hohe Einsatzleistungen und beste Euter zeichnen diese Kühe aus. Maria ist auch von BILLA (V.: GS Wohltat) und BUNTE (V.: Martin) überzeugt. Viel Milch, bestes Melkverhalten und Unauffälligkeit in der Herde sprechen für diese Kühe.
BARCELONA (GS Wattking x GS Inros), gGZW 131, MW 129, +1.755 -0,42 +34 -0,15 +47BARCELONA (GS Wattking x GS Inros), gGZW 131, MW 129, +1.755 -0,42 +34 -0,15 +47

Bei der vielversprechenden Jugend stechen eine IMPERATIV-Tochter und eine MADNESS-Tochter mit Gesamtzuchtwerten jenseits der 130 hervor. 15 verschiedene Väter (ausschließlich genomische Jungstiere) teilen sich auf 20 Stück weibliches Jungvieh auf. Bei der Stierauswahl, um die sich Franz kümmert, legt er großen Wert auf beste Inhaltsstoffe, gute Fundamente und einwandfreie Euterzuchtwerte. Stiere mit einem deutlichen Minus in Fett und Eiweiß sind ein absolutes No-Go. HERMELIN erfüllt diese Voraussetzungen am besten und wird dadurch mit Abstand am stärksten eingesetzt. HERZAU, HOCHHINAUS und MANAUS kommen ebenfalls noch öfters zum Zug.

Sieben 100.000 kg-Kühe
Die Wirtschaftlichkeit steht bei der Familie Straßer im Vordergrund. Die Auszeichnung „Top-Herde-Steiermark“ ist somit ein Ziel, das man jedes Jahr anstrebt. Den intensiven Blick auf die Wirtschaftlichkeit beweisen auch die mittlerweile sieben Kühe mit einer Lebensleistung jenseits der 100.000 kg Milch. Den Rekord hält dabei die RENGER-Tochter ZARIN mit starken 124.267 kg Milch. Die Bestandsbetreuung durch Dr. Walter Peinhopf ist ein wichtiger Bestandteil des wirtschaftlichen Erfolgs. Mit Besorgnis blickt Franz jedoch der Entwicklung des Milchpreises und des Verkaufserlöses beim Zuchtvieh entgegen.

Die Vermarktung der Jungkühe und Jungkalbinnen erfolgt großteils über die Zuchtrinderversteigerung in Traboch. Private Abnehmer wissen die Qualität der Laikam-Zuchtrinder ebenfalls zu schätzen. Stierkälber, welche nicht zur Zucht bestimmt sind, werden ebenfalls in Traboch bei Nutzrindermärkten verkauft.

Ernte und Fütterung
Bei den Erntearbeiten setzt man auf überbetrieblichen Maschineneinsatz. Die 15 Hektar am Heimbetrieb werden vier bis fünf Mal gemäht. Die sieben Hektar auf der Alm sind dreimähdig. Steilflächen werden üblicherweise zwei Mal geerntet.
Die Kühe werden ausschließlich im Stall mit Grassilage - ohne Mischwagen - gefüttert. Das Kraftfutter wird als Fertigfutter zugekauft und über Transponder verabreicht. Mais gibt es nicht in der Ration. Trockensteher werden separat gehalten und erhalten auch Heu. Die Kälber bekommen drei Wochen Vollmilch ad libitum, danach wird auf Austauscher umgestellt. Für die Kälberaufzucht ist Maria verantwortlich.

Forstbetrieb
Die Forstwirtschaft ist ein wichtiges Standbein am Betrieb Straßer. Franz bemüht sich, den Wald mustergültig zu bewirtschaften. Er ist auch Inhaber des „Grünen Zweigs“, einer Auszeichnung für vorbildliche Waldwirtschaft. Bis auf die Prozessorarbeiten werden die Waldarbeiten von Franz und Arnold allein bewältigt. Die wirtschaftliche Situation in der Forstwirtschaft ist dieselbe wie in der Landwirtschaft. Hier gibt Franz den immensen Holzimporten die Mitschuld. Die Jagd wird von Franz und Sohn Arnold mit großer Leidenschaft, aber als Hobby betrieben.

Tourismus
Familie Strasser vermietet eine Almhütte und zwei ApartmentsDurch den Zukauf eines alten Bauernhofes, dem Baumgartnerhof, und dessen Renovierung ist man auch intensiv in den Tourismus eingestiegen. Die Vermietung der zwei Apartments dieses Betriebes und der Almhütte ist mittlerweile zur größten Einnahmequelle aufgestiegen.

Alpakazucht am Betrieb StrasserSeit drei Jahren züchtet man auch erfolgreich Alpakas. Sieben Stück nennen die Straßers mittlerweile ihr Eigen. Angeboten werden auch geführte Alpakawanderungen, welche zum Großteil durch Tochter Sandra begleitet werden. Maria ist in diesem Bereich voller Tatendrang. Geplant ist auch noch die Errichtung eines Hofladens mit Alpakaprodukten. In Planung ist ebenfalls, im Betrieb einen „Green Care Auszeithof“ zu installieren.

Die Familie Straßer legt auch großen Wert auf Freizeitgestaltung. Wandern auf den heimischen Bergen und ein gemeinsamer Urlaub mit den Kindern sind ihnen äußerst wichtig.

Betriebsdaten

Maria und Franz Straßer, vulgo Laikam, Weißkirchen in Steiermark; www.laikam.at

Flächenausstattung: 116 ha, davon 25 ha Grünland, Rest ist Wald und Almfläche, 182 BHK Punkte

Betriebsschwerpunkte: Milchwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd, Tourismus und Vermietung

Tierbestand: 28 Fleckvieh-Milchkühe, 20 Stück weibliches Jungvieh

Kennzahlen der Herde 2018:
Ø Lebensleistung: 39.730 kg
Ø Zellzahl: 142.000
Ø Erstlingsleistung: 10.066 kg
Ø Zwischenkalbezeit: 366 Tage
Ø GZW eingesetzte Kalbväter: 127

Leistungsentwicklung:    
Milchleistungsentwicklung

Autor: Willi Edlinger, Rinderzucht Steiermark