Betriebsreportage Familie Wagner, Unzmarkt, Stmk.

Der Betrieb von Johann und Sonja Wagner vlg. Lenzbauer befindet sich in Wallersbach bei Unzmarkt in der Steiermark. Aufgrund des Stallzubaus 2003 konnte die Fütterung verbessert werden und durch den höheren Tierkomfort sind sowohl Leistung als auch Gesundheit und Haltbarkeit der Kühe beträchtlich gestiegen.

Die Betriebsleiterfamilie hat den Fleckvieh- zuchtbetrieb mit ca. 40.000 kg A Quote übernommen. Ziel von Johann und Sonja war es, den Betrieb im Vollerwerb weiterzuführen und so wurde ständig Quote zugekauft und der Tierbestand erhöht. Aufgrund stagnierender Leistung der Kühe,  Verschlechterung der Tiergesundheit und der mit der Zeit  zu hohen Arbeitsbelastung  wurde der Schritt zum Stallzu- und Umbau gemacht.  An das Altgebäude wurden der neue Liegeboxen- laufstall mit 38 Liegeplätzen und der Melkstand südseitig angebaut. Der Futtertisch befindet sich wie die Tiefbuchten für das Jungvieh und Kälberboxen im Altgebäude.

Rinderzucht – Kühe ohne Extreme

Die hochleistende Fleckviehherde  umfasst  aktuell 27 Kühe, 48 Stück  Jungvieh und Kälber. Durch den Stallumbau und die Verbesserungen des Kuhkomforts, Managements, der Fütterung und der Hebung  des Zuchtfortschritts konnte sich die Herdenleistung  auf  9.000 kg bis 10.000 kg Milch einpendeln. Die Zwischenkalbezeit konnte auf dem sehr tiefen Niveau von 371 Tagen stabilisiert werden.

Das Zuchtziel der Betriebsleiterfamilie spiegelt sich im Tierbestand wieder. Kühe ohne Extreme zu züchten, ist der Leitgedanke. Die Herde besticht durch sehr ausgeglichene Kühe, mit Stärken in der Doppelnutzung, im Fundament und Euter. Bei den eingesetzten Stieren wird vom Eigenbestandsbesamer besonders Augenmerk auf Euter, Melkbarkeit, Fitness, Fundament und natürlich auch die Leistung gelegt. Hin und wieder wird auch gezielt Fremdblut in die Fleckviehherde eingekreuzt. Aktuell findet man die Stiere MANITOBA, VANSTEIN, RUREX, ROTAX, HUPSOL, RAU, ILION, DON JUAN sowie jede Menge Teststiere der Rinderzucht Steiermark im Samencontainer. Die Wagners tragen das Zuchtprogramm der RZS voll mit und sind mit der Betreuung sehr zufrieden. Nach jeder Zuchtwertschätzung wird der von der RZS abgehaltene Züchterstammtisch besucht. Dieser trägt wesentlich zur Entscheidungsfindung des richtigen Besamungsbullen bei.

Rinderverkauf

Der Betrieb verkauft sämtliche Stierkälber über die Nutzrindermärkte der Rinderzucht Steiermark. Auch auf den Zuchtviehversteigerungen hat der Betrieb Wagner mit seinen Kalbinnen einen guten Ruf. Der Zuchtviehverkauf wird  als interessante Einkommensalternative gesehen und wird in Zukunft wieder forciert werden.

Starker Zusammenhalt der Familie

Bei den Arbeiten  halten bei den Wagners Jung und Alt zusammen. In der Früh trifft man Betriebsleiter Johann im Melkstand, Gattin Sonja versorgt inzwischen die Kinder mit dem Frühstück. Der Vater Josef ist mit dem Füttern der Kühe und den Kalbinnen beschäftigt. Mutter Anna hat die Fütterung der Kälber über. Am Abend milkt Sonja die Kühe. Und falls Johann und Sonja mal nicht zuhause sind, übernehmen die Töchter Stefanie und Melanie die Melkarbeit.
Sämtliche Arbeiten werden mit den eigenen Maschinen durchgeführt. Lediglich das Pressen der Ballen wird vom Maschinenring durchgeführt.

Wirtschaftlichkeit verbessern

Um das Leistungsniveau erfolgreich abzusichern, ist die Kälber-  und Jungviehaufzucht besonders wichtig. Deshalb ist in naher Zukunft an eine neue Überdachung für die Kälberiglus gedacht. Gleichzeitig soll die Tränkezeit bei den weiblichen Kälbern verkürzt und die Aufzucht intensiviert werden. Das Erstkalbealter der Kalbinnen soll auf 27 bis 28 Monate sinken, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

Die Betriebsführer möchten, dass die nächste Generation die Möglichkeit hat den Betrieb ebenfalls im Vollerwerb weiterführen zu können. Für diese Aufgabe vorgesehen wäre der Jüngste, Markus, momentan 4 Jahre alt. Der interessiert sich aber zur Zeit fast nur für Fußball, ebenfalls eine Leidenschaft von Johann und so kann es schon vorkommen, dass Vater und Sohn die Zeit am Fußballplatz verbringen, während die anderen im Stall sind.

Betriebsdaten (2008)

Familie: Betriebsleiterehepaar Sonja und Johann, Kinder Stefanie und Melanie (18 Jahre), Kathrin (12 Jahre), Markus (4 Jahre), die Eltern Anna und Josef
Seehöhe: 750 m
Niederschläge: 700 mm
BHK-Punkte: 93
Betriebsgröße: 35 ha LN, davon 6 ha Acker, 21 ha Wiesen, 8 ha Pacht ((2 ha Acker, 4 ha Wiese, 2 ha Weide) 10 ha Almfläche, 25 ha Wald
Betriebsschwerpunkte: Milchwirtschaft, Kalbinnenaufzucht, Waldwirtschaft
Viehbestand: 27 Milchkühe, 48 Stück Jungvieh
Stall: Liegeboxen mit Schrapper für max. 38 Kühe, Tieflaufstall für Jungvieh, Gruppenboxen für Kälber und Iglu für Neugeborene
Fütterung: Grundfutter bestehend aus 3/4 Silage, 1/4 Heu; Leistungsfutter und Ausgleichsfutter über Transponder
Milchlieferleistung: 220.000 kg
Melktechnik: 4-er Autotandem
Leistungsentwicklung:
2008    27,1    10.279    4,32    3,58    812
2007    27,0      9.979    4,26    3,57    781
2006    25,8      9.599    4,30    3,58    757
2005    23,1      8.323    4,43    3,60    668
2004    23,4      7.158    4,53    3,63    584
1998    17,0      7.441    4,42    3,48    588
1996    16,0      6.142    4,33    3,56    485

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