Betriebsreportage Hollnbuchner, Garsten, OÖ

Die Familie Hollnbuchner bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb mit Nachzucht im hügeligen Bezirk Steyr in Oberösterreich. Durch die Errichtung des Liegeboxenlaufstalles im Jahr 2001 konnte sich das hohe Leistungspotenzial der Herde so richtig entfalten. Der Viehbestand setzt sich aktuell aus 30 Milchkühen und 45 Stück weiblicher Nachzucht zusammen.

Familie HollnbuchnerSeit 2012 wird mit einem Mischwagen AGR vorgelegt und der Rest des Kraftfutters über den Transponder verabreicht. Weide als Grundfutter nimmt einen hohen Stellenwert in der Rationsgestaltung ein, dafür stehen 10 ha Dauerweide zur Verfügung. Die weibliche Nachzucht erhält ab der ersten Lebenswoche Kälber-TMR ad libitum. Im Alter von sechs Monaten wechseln die Jungrinder von Tiefstreu auf Hochbuchten mit Gummimatten. Angestrebt wird ein Erstkalbealter von durchschnittlich 26 Monaten.

Züchterisches Geschick

Die Eltern Christine und Josef legten großen Wert auf Linien, die gute Eigenschaften im Fitness-, Leistungs- und Fruchtbarkeitsverhalten zeigten. Durch das züchterische Geschick der Eltern und Hofübernehmer steht zurzeit eine sehr interessante Fleckviehherde im Stall. Wurden früher bereits regelmäßig Teststiere eingesetzt, so finden sich auch heute viele interessante genomische Jungstiere im eigenen Besamungscontainer (maximal vier Portionen je Stier). Aktuelle Vererber sind VOLTAIRE, SYMPOSIUM, MAKAM, VIKUNJA, VOX, GS MAI und SCOTT. Kalbinnen werden wegen der Sicherheit des Kalbeverlaufes nur mit geprüften Stieren (derzeit REUMUT, IVAN, MANTON) besamt.

Vom Stier RUMBA gingen zwei Teststiertöchter hervor, wobei eine davon bei der RUMBA-Nachzuchtschau im Jahr 2000 ausgestellt wurde. Diese RUMBA-Töchter sind auch die Gründerinnen der beiden Linien (B und L) im Kuhbestand.
Die leistungs- und euterstarke L-Linie, der auch die Kuh LENA angehört, ist zurzeit das Aushängeschild des Stalles. Diese WILLE-Tochter stammt aus dem Testeinsatz und war bei der Nachzucht-Schau in Rotholz 2011 ausgestellt. An der enormen Leistungsbereitschaft, dem hervorragenden Euter und Exterieur sieht man, dass WILLE- Töchter enormes Potenzial besitzen.

Embryotransfer, eine richtige Entscheidung

Um noch mehr Nachkommen von dieser L-Linie zu bekommen, entschied sich Betriebsführer Josef, LENA für den Embryotransfer zu nutzen. Aus der erfolgreichen Spülung gingen zwei PASSION-Töchter und ein SILVERSTAR-Sohn hervor. Dieses Stierkalb „SUPASTA“ ist bei der Aprilschätzung 2014 der sechstbeste SILVERSTAR-Nachkomme (GZW: 136; MW: 128; EXT: 95/107/107/120(117). Er ist auch frei von Erbkrankheiten.
Anlässlich der Ennstaler Zuchtrinderschau in Ternberg im Juli 2014 wurde die Kuhfamilie vom Jungstier SUPASTA ausgestellt. Hervorzuheben ist hierbei besonders die Urgroßmutter LONDL (V.: Walf) mit einer Lebensleistung von mehr als 95.000 kg Milch bei elf Abkalbungen.

Für die Zukunft wünscht sich die Züchterfamilie einen leistungsstarken Fleckviehbestand mit vielversprechender Genetik, die auch bei den Zuchtverbänden und Besamungsstationen auf reges Interesse stößt.

Betriebsdaten

Michaela und Josef Hollnbuchner, vulgo Ecker, Angernstraße 11, 4451 Garsten

Familie: Betriebsleiter Josef (35), Michaela (32), Töchter Magdalena (6) und Lorena (1 Monat),
Sohn Luis (4), Eltern Christine und Josef, Oma Anna (84)
Seehöhe: 460 m
Niederschlag: ca. 1.200 mm
Viehbestand: 30 Milchkühe und 45 Stück weibliche Nachzucht
Flächenausstattung: 17,5 ha Grünland; 10 ha Grünland in Pacht; 4,5 ha Acker; 8,5 ha Wald
Stallgebäude:    Milchvieh auf Tiefboxen, 6er Side-by-Side-Melkstand, Jungvieh auf Hochbuchten mit Gummimatten, Kälber in Iglu und Tiefstreu

Leistungsentwicklung
    Jahr    Kühe    M-kg      F%     E%    F+E-kg
    1996     12,3      6.761    3,87    3,30     485
    2005     23,5      7.380    4,19    3,45     564
    2008     25,0      8.794    4,10    3,43     662
    2010     27,6      8.507    3,92    3,34     617
    2012     25,6    10.235    3,94    3,44     755
gleitender Stalldurchschnitt:
    2014     32,0    10.205    3,92    3,41     748

Mitglied beim Rinderzuchtverband seit dem Jahre 1995.

Autor: Johannes Penz, RZO

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