Der passende Zitzengummi

Welcher Gummi passt zu meinen Kühen? In der Praxis stehen die Milchviehhalter, was den Durchmesser und das Material betrifft, oft einem unüberschaubaren Angebot an unterschiedlichen Zitzengummis gegenüber. Die Melkeinrichter überlassen die Auswahl und damit auch die Ermittlung des zur Herde passenden Zitzengummis nicht selten dem Landwirt selbst.

Bei der Auswahl des Zitzengummis müssen mehrere Faktoren bedacht werden. Bei der direkten Beziehung zwischen Tier und Technik kommt es auf eine bestmögliche Anpassung an die Bedürfnisse der Milchviehherde an.

Macht der Gewohnheit

Über die Jahre hinweg hat sich die Zitzenform, besonders durch züchterische Tätigkeiten, maßgeblich verändert. Dementsprechend muss auch die Melktechnik an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. In der Praxis sieht dies jedoch oft anders aus. Allzu oft werden beim Gummitausch, ohne zu hinterfragen, die gewohnten Zitzengummis nachgerüstet. Es kann jedoch nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass der bisherige Gummi der optimale für die Herde ist. Die gezielte Auswahl erspart dem Landwirt Kummer und den Tieren Leid.

Mögliche Folgen einer nicht angepassten Zitzengummigröße

Ist der Zitzengummi zu klein, kommt es zu einer Abschnürung der Zitze und das Öffnen des Schließmuskels wird behindert. Bei einem zu großen Zitzengummi besitzt das Melkzeug eine geringere Haftung, es kann zu einem frühzeitigen Klettern der Melkbecher kommen und die Zitzen werden überdehnt, was zu Schwellungen und Verhärtungen führen kann. In beiden Fällen wird der Melkprozess verlangsamt und der Ausmelkgrad beeinträchtigt. Außerdem wird die Kuh unruhig und kann auch zu schlagen beginnen. Sind die Zitzen zu kurz, kann das Melkzeug logischerweise nicht mehr frühzeitig klettern.
(Auszug aus dem Artikel "Der richtige Zitzengummi – das Bindeglied zwischen Kuh und Technik", von Franz Wolkerstorfer, LK OÖ, BRP-Urfahr)