Ein Umbruch steht bevor

Vor zehn Jahren wurde das Zuchtprogramm Fleckvieh Austria auf die Beine gestellt und seither konsequent verfolgt – rückblickend eine Erfolgsgeschichte der Rasse Fleckvieh. Der vorliegende Artikel soll einen Überblick über die Entwicklungen der letzten 10 Jahre geben und einen Blick in die Zukunft wagen.

Im Jahr 2000 wurde in Zusammenarbeit von der Universität für Bodenkultur, der AGÖF und ihren Mitgliedsorganisationen das neue Zuchtprogramm Fleckvieh AUSTRIA fertiggestellt. Umfangreiche Kostenerhebungen, Analysen und Zuchtplanungsrechnungen wurden dazu durchgeführt. Unter der Leitung des AGÖF-Geschäftsführers Ing. Richard Pichler und seines Nachfolgers Ing. Johann Tanzler ist konsequent auf die Umsetzung des Zuchtprogrammes durch die Mitgliedsorganisationen geachtet worden. Die Erfolge, gemessen am Zuchtfortschritt, bestätigen die gute Arbeit bei der Rasse Fleckvieh. Mit dem neuen Werkzeug der genomischen Zuchtwertschätzung steht beim Zuchtprogramm ein Umbruch bevor. Mittelfristig sind große Veränderungen zu erwarten.

Zuchtprogramm Fleckvieh AUSTRIA

Das Zuchtziel wird in Österreich durch den Gesamtzuchtwert beschrieben. Im Zuchtprogramm sind die verschiedenen Selektionsschritte (Teststiere, Teststiermütter, Teststierväter und Altstiere) so konzipiert, dass dieses Zuchtziel bestmöglich erreicht wird. Die Basis ist ein System mit Nachkommenprüfung. Aktuell werden aus 1.500 Teststiermüttern ca. 150 Teststiere ausgewählt und getestet. Diese Stiere werden als Wartestiere bis zum Vorliegen ihres Zuchtwertes gehalten. Die besten 25 Stiere sollen dann selektiert und breit eingesetzt werden. Aus diesen Altstieren werden wiederum die besten für die gezielte Paarung ausgewählt.

Eine Analyse über die letzten Jahre

Bei Betrachtung der Entwicklung der Milchleistung und verschiedener anderer Merkmale aus der Leistungsprüfung (Grafik 2 und Tabelle 1) fällt auf, dass die Milchleistung enorm gesteigert werden konnte, der Fettgehalt über 30 Jahre relativ konstant war und der Eiweißgehalt längerfristig ebenfalls angestiegen ist. Deutliche Verbesserungen gibt es auch bei der Effizienz gemessen an der Milchmenge pro Lebenstag. Wurden bei Fleckvieh im Jahr 2000 nur 9,3 kg Milch pro Lebenstag erzielt, so sind es 2010 11,2 kg. Die Melkbarkeit konnte in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert werden. (Auszug aus dem Artikel „Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA - ein Umbruch steht bevor" von Dr. Christa Egger-Danner, ZuchtData)