FIH: FEST DER KUH am 8.11.2014

Die bis auf den letzten Platz gefüllte Versteigerungshalle in Ried bot ein hervorragendes Ambiente für die Galanacht der Rinderzucht. Dem FIH gelang es erneut, den Besuchern ein sehr kurzweiliges Unterhaltungsprogramm zu bieten. Im Mittelpunkt standen aber die Züchter mit ihren bestens präsentierten Kühen.

Irisches Flair in Ried
Irisches Flair - Dudelsackbläser beim EinmarschDas Konzept für das Unterhaltungsprogramm war heuer nicht zuletzt wegen dem Preisrichter aus Nordirland auf Musik und Tanz aus dem Vereinigten Königreich aufgebaut. Nach dem Einmarsch der Dudelsackbläser, der Gruppe Hellmountain Pipeband, eröffnete Obmann Hosner das Fest der Kuh. Diese Veranstaltung ließen sich auch zahlreiche Ehrengäste, angeführt von ÖR Präsident Reisecker und der Milchkönigin Ingrid Weilbuchner nicht entgehen. Für ihre, mit einer beeindruckenden Präzision, dargebotenen Stepptänze, bekam die Gruppe Irish Fire tosenden Applaus. Für eine in der Versteigerungshalle Ried neue Stimmung sorgte aber vor allem die Medley Folk Band mit ihren irischen Klängen. Eine Überraschung für das Publikum war die Präsentation einiger Hochlandrinder durch Züchter aus Oberösterreich. Es durfte aber auch Regionales nicht fehlen. Von den Schuhplattler Aufführungen der Fachschule Otterbach waren die Besucher, aber auch der Preisrichter besonders angetan. Für den reibungslosen Ablauf sorgten viele Personen im Hintergrund, aber vor allem auch Kati Ornetsmüller, die Moderatorin des Abends.

Interessantes Richten durch Züchter aus Nordirland
Nachdem der Zuchtrinderexport für die Mitglieder des FIH sehr wichtig ist, war es naheliegend, einmal einen Landwirt aus Nordirland als Preisrichter für das Fest der Kuh zu engagieren. Thomas Hamilton bewirtschaftet in Nordirland einen Milchviehbetrieb. Er ist durch die Genetic Austria vor 10 Jahren auf Fleckvieh aufmerksam geworden und kauft seitdem immer wieder Fleckviehzuchttiere in Österreich für seinen Betrieb, aber auch für viele andere Bauern im Vereinigten Königreich zur Reinzucht und für die Kreuzung an. Es war deshalb für alle Züchter sehr interessant zu beobachten, auf welche Eigenschaften ein Preisrichter aus Nordirland, der selbst begeisterter Züchter, aber auch Kunde ist, besonders achtet, da dies vermutlich dieselben Merkmale sein werden, die beim Kauf eine Rolle spielen. Wer vermutete, dass die Kühe mit der meisten Kapazität, sprich die schwersten Kühe, zu den Favoriten des Preisrichters zählen, wurde enttäuscht. Auf das Stockerl schafften es Kühe mit einer sehr guten Euterausbildung. Vor allem das Hintereuter musste top sein. Die Entscheidungen wurden von Johanna Schachinger aus dem ganz speziellen englischen Dialekt von T. Hamilton in den Innviertler Dialekt übersetzt.

Beeindruckende Qualität der Kühe
KuhgruppeDie Kühe wurden in 7 Gruppen gerichtet. In jeder Gruppe wurden die ersten 3 Kühe gereiht. Es ist beim Fest der Kuh üblich, dass von jedem Betrieb nur eine Kuh ausgestellt wird und dass alle Kühe von den Züchtern selbst präsentiert werden. Dass die Präsentation der Kühe so reibungslos funktionierte, ist der hervorragenden Vorbereitung der Aussteller zu verdanken.
Von den vielen fachkundigen Besuchern aus ganz Österreich und aus Bayern wurden vor allem die ausgezeichnete Euterqualität und die hervorragenden Fundamente der Kühe besonders hervorgehoben. Gerade von FIH-Mitgliedern bekam man immer wieder zu hören, dass sie diese hohe Qualität nicht erwartet hätten.

Knappe Entscheidungen in den Gruppen
Bei den frischmelkenden Erstkalbskühen gewann die sehr korrekte WALDBRAND-Tochter EFEU vom Betrieb Gröstlinger, Ottnang, vor der leistungsstarken WILLE-Tochter BUSSAL vom Betrieb Trinkfass, Taufkirchen und der bildschönen ROMARIO-Tochter DANIELA vom Betrieb Strasser, Andrichsfurt.

In der zweiten Gruppe der Erstkalbskühe stellte der Preisrichter, zur großen Überraschung des Züchters, die sehr elegante, mit einem hervorragenden Euter ausgestattete SAMPRO-Tochter HENNA, vom Betrieb Lindinger, Pram, nach vorne. Ihr folgte die formschöne STRELLAS -Tochter MAXI vom Betrieb Steinmann, Diersbach und die sehr rahmige WALDBRAND-Tochter INA vom Betrieb Wipplinger, St. Georgen.

Bei den altmelkenden Erstkalbskühen führte kein Weg an der OLANDO-Tochter ODETTE vom Betrieb Anzengruber, Pram, vorbei. Sie gewann vor der umsatzbetonten MALHAXL-Tochter VICHTE vom Betrieb Rieser, Mörschwang, und der WALDBRAND-Tochter ALMA vom Betrieb Pillichshammer, Frankenburg.

Eine in allen Merkmalen beeindruckende Kuh gewann die Gruppe der frischmelkenden Zweitkalbskühe. Die HERMANN-Tochter MARIANNE vom Betrieb Roitinger-Finzinger aus Weibern war nicht zu schlagen. Auch die zweitplatzierte SAMEN-Tochter VIOLINE vom Betrieb Sterrer, Gaspoltshofen beeindruckte den Preisrichter durch ihr sehr stark ausgeprägtes Hintereuter sehr. Der Betrieb Steiner, Hochburg-Ach, erreichte mit seiner wunderschönen ENDO-Tochter ADMIRA den dritten Platz in dieser starken Gruppe.

Bei den altmelkenden Zweitkalbskühen gewann der Betrieb Obermaier aus Atzbach mit seiner sehr rahmigen REBELL-Tochter ANNABELL vor der ETTAL-Tochter DORA vom Betrieb Six aus Gampern und der WAL-Tochter KALENDULA vom Betrieb Burgstaller aus Rossbach.

Formatvolle Fleckviehkühe mit hervorragenden Fundamenten und beeindruckenden Eutern lieferten sich in der Gruppe der Kühe mit 3 Abkalbungen ein knappes Rennen um die Stockerlplätze. Es gewann die typische RAU-Tochter PEGGY vom Betrieb Übetsroider aus Nussdorf vor der DON JUAN-Tochter HILDEGUND vom Betrieb Zauner, Münzkirchen, und der züchterisch sehr interessanten MANDELA-Tochter WACHAU vom Betrieb Karrer, Mettmach.

Bei den Kühen mit vier und mehr Abkalbungen sicherte sich die sehr starke LEON-Tochter ARONA vom Betrieb Günzinger aus St. Georgen, vor der nicht minder imposanten RUMBA-Tochter SIBILLE vom Betrieb Eder, aus Natternbach, den Gruppensieg. Dritte wurde die sehr elegante VANSTEIN-Tochter ELBA vom Betrieb Schwaighofer aus Tarsdorf.

Beim Fest der Kuh kann sich und soll sich aber jeder Aussteller als Sieger fühlen. Es ist einfach eine sehr hohe Leistung von allen Züchtern, bei diesem Fest aktiv als Aussteller dabei zu sein. Eine Leistung zu der wir gratulieren möchten und ein Aufwand für den wir uns sehr herzlich bedanken möchten. Unser Dank gilt aber auch allen Akteuren, den Sponsoren, den Jungzüchtern für ihre tatkräftige Unterstützung und den Mitarbeitern für die hervorragende Vorbereitung und Umsetzung. Der Feierabend klang im Haus der Landwirtschaft gemütlich aus.

Ergebnisliste

Autor: DI Dr. Josef Miesenberger