FleckScore-Bewertungstour in Holland

Bereits seit mehreren Jahren wird in Holland in einem steigenden Anteil an Zuchtbetrieben Fleckvieh als Kreuzungspartner auf Holsteinkühe eingesetzt. Der betreuende Zuchtverband dieser Betriebe, „Netherlands Fleckvieh Stamboek“, bot ihren Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Kühe auf Basis von FleckScore beurteilen zu lassen.

Am Betrieb van Soest, Vorstandsvorsitzender von Fleckvieh Herdboek Netherland (Foto: van Soest)Am Betrieb van Soest, Vorstandsvorsitzender von Fleckvieh Herdboek Netherland (Foto: van Soest)

Mit Unterstützung von Genetic Austria als Samenexporteur von österreichischer Fleckviehgenetik, wurde Ende Februar 2019 eine FleckScore-Tour nach Holland organisiert.

Elegante Kreuzungs-Erstlingskuh, bewertet mit 87 Punkten im Euter (Foto: Pollak)Elegante Kreuzungs-Erstlingskuh, bewertet mit 87 Punkten im Euter (Foto: Pollak)

Die besuchten Betriebe zeigten sich mit den Fleckvieh-Kreuzungskühen sehr zufrieden. Vor allem die Stoffwechselstabilität, die hohen Milchinhaltsstoffe und die gute Leistungssteigerung in den Folgelaktationen unserer Fleckviehgenetik werden geschätzt. Auch Fruchtbarkeit und Eutergesundheit konnten durch den Einsatz von Fleckvieh deutlich verbessert werden. Die Vermarktung von reinrassigen Zuchttieren spielt in den Niederlanden ohnehin keine bedeutende Rolle mehr, da auf Grund von neuen strengeren Düngeauflagen die Tierbestände reduziert werden müssen. Die Landwirte reagieren darauf, indem sie versuchen, möglichst wenige Kalbinnen, maximal solche für die eigene Bestandsergänzung, auf ihren Betrieben zu halten.

Die Kreuzungszucht mit Fleckvieh konnte sich in den letzten Jahren etablieren und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Einige Betriebe haben sich inzwischen bereits zur Verdrängungszucht mit Fleckvieh entschieden. In ein paar Jahren dürfte es also bereits die ersten reinrassigen  Fleckviehzuchtbetriebe in Holland geben.

Fleckvieh-Kreuzungsherde in Holland (Foto: Pollak)Fleckvieh-Kreuzungsherde in Holland (Foto: Pollak)

Autor: Ing. Gerald Pollak, AGÖF
11.3.2019