Fleckvieh-Fleisch-Zuchtbetrieb Weishaupt, Kärnten

Eine exterieurstarke und typvolle Fleckviehfleischherde weidet auf den saftigen Wiesen im oberen Lavanttal - ein Bild, das die Herzen von Fleckviehfleischzüchtern höherschlagen lässt. Die einheitliche Herde vom Zuchtbetrieb Weishaupt Thomas aus Preitenegg in Kärnten begeistert auf ganzer Linie.

Die Fleckvieh-Fleisch-Herde von Thomas WeishauptDie Fleckvieh-Fleisch-Herde von Thomas Weishaupt
Der Betrieb Weishaupt Thomas wird im Vollerwerb geführt und verfügt über eine Flächenausstattung von rund 21 ha Grünland und 7 ha Almfutterfläche. Das Grünland teilt sich in 12 Hektar 4-schnittige Wiese und 9 Hektar Mähweide mit zwei Nutzungen. Der Familienbetrieb wird von Thomas, dem Betriebsführer, seiner Lebensgefährtin Katrin sowie den Kindern und Eltern Eduard und Sophie geführt. Auf einer Seehöhe von 1.030 m und günstigen klimatischen Bedingungen begeistert der Zuchtbetrieb auf zahlreichen Rinderschauen.

Das Hofareal des Betriebes Weishaupt in Preitenegg, KärntenDer Hof der Familie Weishaupt in Preitenegg, Kärnten; im Jahr 2004  wurde der Liegeboxen-Laufstall mit Heubergehalle errichtet
Die betriebliche Ausrichtung in die Fleckvieh-Fleisch-Zucht war für den Landwirtschaftsmeister von Anfang an klar. Im Jahr 2004 wurde ein Liegeboxenlaufstall mit Schrapperentmistung für 27 Mutterkühe und eine Milchkuh, die für den Eigengebrauch genutzt wird, errichtet. Der Tieflaufstall für Kälber sowie der Anbindestall für 15 Kalbinnen wurde im Jahr 2009 gebaut.

Fütterung – Kosten einsparen
Die Rationsgestaltung der Mutterkühe besteht zu 95 Prozent aus Grassilage und 5 Prozent Heu. Für die Aufzucht von Stieren wird der Kraftfuttereinsatz mit max. 1,5 kg pro Tag begrenzt. Ziel ist es jedoch, die Grundfutterqualität weiter zu verbessern und den Kraftfuttereinsatz zu senken, damit Futterkosten eingespart werden können. „Seit der Frühjahrswiegung wird bei Jungstieren kein Kraftfutter mehr eingesetzt, dementsprechend interessant wird auch die Herbstwiegung“, ist Weishaupt Thomas gespannt auf die Ergebnisse. Die Futterkonservierung von Grassilage erfolgt im Fahrsilo, lediglich für die Sommerfütterung werden Grassilageballen produziert. Heu wird ebenso in Rundballen gepresst und gelagert.

Fleckviehzucht – seine Leidenschaft
Sobald das Thema Fleckviehzucht thematisiert wird, ist die Begeisterung und Leidenschaft förmlich spürbar. Die Auswahl der Besamungsstiere erfolgt nach dem Exterieur, den Leistungsdaten, der Linie sowie der Pigmentierung. Als weiteres Selektionskriterium sind dem Betriebsleiter der Rahmen und das Fundament besonders wichtig. Bereits 25 seiner typstarken Herdbuchkühe sind genetisch hornlos. Aktueller Einsatz von Spitzengenetik: SAMSON PP, STRABINOS Pp, HARLEY PP, DEUTER PP, PHS POLLED WORLDWIDE sowie STEINADLER PP oder LAZARUS PP für Kalbinnen.

BEATRIX, eine typvolle PAKO-Tochter mit einer täglichen Zunahme bei 200 Tagen von 1.414 gBEATRIX, eine typvolle PAKO-Tochter mit einer täglichen Zunahme bei 200 Tagen von 1.414 g

Die jugendlich wirkende SIMBA-Tochter BURGI mit 8 Abkalbungen überzeugt mit ihrem ExterieurDie jugendlich wirkende SIMBA-Tochter BURGI mit 8 Abkalbungen überzeugt mit ihrem Exterieur

DANIELA, eine UNITED-Tochter mit 5 Abkalbungen beeindruckt mit ihrer TiefeDANIELA, eine UNITED-Tochter mit 5 Abkalbungen beeindruckt mit ihrer Tiefe

PROLI, ein exterieurstarker PAKO-Sohn aus der HOENESS-Tochter MALI im Alter von 8 Monaten PROLI, ein exterieurstarker PAKO-Sohn aus der HOENESS-Tochter MALI im Alter von 8 Monaten

Thomas Weishaupt (stehend) mit MIA, Gruppenreservesiegerin bei der Bundesfleischrinderschau 2016Thomas Weishaupt (stehend) mit MIA, Gruppenreservesiegerin bei der Bundesfleischrinderschau 2016

Die Leistungsdaten vom Jahresbericht sprechen für sich. Die konsequente züchterische Arbeit wird durch zahlreiche Schauauftritte sowie der starken Nachfrage bei Zuchtstieren entlohnt. „Mutterkuhbetriebe wollen einen ruhigen, dunkelbraun gedeckten Fleckvieh-Fleisch-Stier“, weiß Thomas Weishaupt. Ein weiterer Trumpf für die Vermarktung ist die misch- bzw. reinerbige Hornlosigkeit seiner Stiere. Durch gezielte Anpaarung und scharfe Selektion kann die Zuchtherde auch mit sehr guten Produktionszahlen aufwarten, wie aus der Tabelle ersichtlich.

Tabelle: Entwicklung der Produktionszahlen Geburtsgewicht in Kilo (GG), tägliche Zunahmen in Gramm bei 200 Tagen (TGZ 200 TG) und 365 Tagen (TGZ 365 TG), getrennt nach männlichen und weiblichen Rindern
Entwicklung der Produktionszahlen Geburtsgewicht in Kilo (GG), tägliche Zunahmen in Gramm bei 200 Tagen (TGZ 200 TG) und 365 Tagen (TGZ 365 TG), getrennt nach männlichen und weiblichen Rindern

Mit einer Zwischenkalbezeit von 369 Tagen und einem Erstkalbealter von 27,8 Monaten werden die beeindruckenden Leistungsdaten abgerundet und sprechen für das perfekte Management des Betriebsführers.

Das Zuchtziel
Das persönliche Zuchtziel für seine Herde legt der Betriebsführer mit einer Tageszunahme von 1.700 bis 1.800 Gramm bei den männlichen Jungrindern fest. Die Ansprüche an die Genetik sind hoch. „Die fokussierte Auswahl der Besamungsstiere erfordert zwar etwas an Zeit, jedoch macht sie sich später immer bezahlt“, so der Fleckviehfleischzüchter aus Leidenschaft. Grundsätzlich wird von der Genetik eine stetige Forcierung und Verbesserung der Leistungsdaten eingefordert. Als Züchter würde er sich zusätzlich einen Exterieurzuchtwert für reine Fleckvieh-Fleisch-Stiere wünschen. So sollte es in Zukunft auch ein Einzelmerkmal für die Euteranlage geben, da in diesem Bereich noch Verbesserungspotential und vor allem eine Vorselektion erwünscht wäre.

Im Zuge der Umstrukturierung der Direktzahlungen wurde seit 2015 versucht, die Einbußen durch Kostenoptimierung zu kompensieren. Dies gelang jedoch trotz Kraftfutterreduktion und Verbesserung der Grundfutterqualität nur zum Teil. Im Zuge der neuen Förderperiode würde sich der Betriebsführer eine Nachfolgeregelung der Mutterkuhprämie und eine Honorierung der Fleckviehreinzucht wünschen.

Autor: DI Bernhard Prunner, kärntnerrind