Genomische Selektion weltweit auf Vormarsch!

Der Begriff genomische Selektion ist in Fachkreisen der Rinderzucht in der jüngsten Vergangenheit das Thema Nummer 1. Zuverlässige Zuchtwerte von Jungstieren und von Kühen nur aufgrund ihrer Genominformation lassen viele Züchter und Zuchtorganisationen auf höheren Zuchtfortschritt und geringere Züchtungskosten hoffen.

Nach Nordamerika und Neuseeland werden seit August 2009 auch in Europa immer stärker genomische Zuchtwerte geschätzt und verwendet. Die Zuchtprogramme werden bereits Änderungen unterworfen - vieles ist im Umbruch.

Entscheidend für den Erfolg der genomischen Selektion ist die Zuverlässigkeit der genomischen Zuchtwerte. Bei der Rasse Holstein werden bereits relativ hohe Sicherheiten der Zuchtwerte bei Jungstieren und Kühen erzielt. Wenn  bereits von einem Kalb/Jungstier ein sicherer genomischer Zuchtwert vorliegt, so kann der Jungstier ohne Nachkommenprüfung breit eingesetzt bzw. auch als Teststiervater gezielt angepaart werden. Durch diese Verkürzung des Generationsintervalls kann der Zuchtfortschritt enorm gesteigert werden. Weltweit wird intensiv an dieser Technologie geforscht. Verschiedene Organisationen in Nordamerika, Neuseeland und seit August 2009 immer stärker auch in Europa schätzen genomische Zuchtwerte. 

Fleckvieh
Wissenschaftler in Österreich und Deutschland arbeiten seit ca. 1,5 Jahren intensiv an der Entwicklung einer genomischen Zuchtwertschätzung für Fleckvieh. In Österreich wird von 2/2008-1/2011 ein von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördertes Projekt in Zusammenarbeit von der Universität für Bodenkultur Wien, der AGÖF und der ZuchtData als Projektträger durchgeführt. Mit dem Start dieses Forschungsprojektes hat Österreich einen ganz wesentlichen Impuls gesetzt, dass auch für die Rasse Fleckvieh die Forschung in diesem Bereich intensiv vorangetrieben wird und Know-How für diese zukunftsweisende Technologie im eigenen Land aufgebaut wird.

Ca. 2.000 Fleckviehstiere wurden in Österreich aktuell genotypisiert und anhand dieser Lernstichprobe wird eine Formel für die Schätzung des genomischen Zuchtwertes entwickelt. (Auszug aus dem Artikel „Genomische Selektion weltweit auf Vormarsch!")

Autoren: Dr. Christa Egger-Danner (ZuchtData), Dr. Birgit Gredler (BOKU), Prof. Dr. Johann Sölkner ( BOKU)