Genomische Zuchtwertschätzung - es geht los!

Die genomische Zuchtwertschätzung wird bei Holstein bereits seit einigen Monaten routinemäßig durchgeführt und kommt jetzt auch beim Fleckvieh in den Praxiseinsatz. Die Entwicklung ist so weit abgeschlossen, dass einer Umsetzung in der österreichischen Rinderzucht nichts mehr im Wege steht.

GS WILHELM startet in den WinterDie offizielle Einführung der genomischen ZWS (gZWS) bei Fleckvieh stellt sicher eine der größten Neuerungen im Zuchtgeschehen der letzten Jahrzehnte dar. Erstmals liegen jetzt Zuchtwerte bei Jungtieren vor, deren Sicherheiten einen breiteren Besamungseinsatz von ungeprüften Vererbern rechtfertigen. Das EU-Recht definiert eine Mindestsicherheit von 50 % beim Milchwert, um mehr als 2.000 Samenportionen eines Besamungsstieres vermarkten zu dürfen.  Diese Mindestsicherheit wird bei genomisch optimierten Zuchtwerten (goZW) beim Fleckvieh deutlich überschritten, womit einem breiten Einsatz in der Besamung ab dem Zeitpunkt der offiziellen Anerkennung des Schätzverfahrens durch ICAR (International Committee for Animal Recording), voraussichtlich ab August 2011, aus rein rechtlichen Gründen nichts im Wege steht.

Was ist eine genomische Zuchtwertschätzung?

Die Schlagwörter ‚genomisch‘ oder ‚Gen- bzw. SNP-Effekte‘ lassen möglicherweise viele Züchter vermuten, dass hier ein Zuchtwert quasi am Erbgut abgelesen bzw. festgestellt werden könnte. Leider sind wir aber noch weit davon entfernt, den wahren Zuchtwert aufgrund von genetischen Markern bestimmen zu können.Um das Potential der genomischen ZWS besser abschätzen zu können, soll das Verfahren hier vereinfacht beschrieben werden. „(Auszug aus dem Artikel „Genomische Zuchtwertschätzung – es geht los!")

Autoren: Dr. Hermann Schwarzenbacher, Dr. Christian Fürst und Dr. Christa Egger-Danner, ZuchtData)