GENOSTAR-Schau am Samstag, 9.11.2013

Mit der ersten GENOSTAR-Schau am Samstag, dem 9. November 2013 in der Berglandhalle in Niederösterreich verfolgte das Besamungsunternehmen GENOSTAR das Ziel, mit Kühen, die im Zuchtprogramm eine Rolle spielen, einen Schaubewerb durchzuführen. Gleichzeitig wurden Töchter von fünf neuen nachkommengeprüften bzw. teilgeprüften Vererbern vorgestellt.

Das GENOSTAR-Zuchtgebiet erstreckt sich von Salzburg, Niederösterreich, Steiermark bis ins Burgenland. Dementsprechend waren Kühe aus allen vier Ländern auf der Schau vertreten. Das Preisrichten erfolgte durch den 33-jährigen Schweizer Stefan Hodel, der die Tiere zügig und einheitlich rangierte. Für Stimmung in der Berglandhalle sorgte, wie immer gekonnt, Moderator Reinhard Pfleger.

Jungkühe

WAL-Tochter ANJA - Champion der Jungkühe - von Johann Schweighofer, Pöllau, SteiermarkBis zu den Kühen mit drei und vier Abkalbungen zeigte der Ausnahmevererber GS RAU in allen Gruppen eine erhöhte Präsenz. Die Siegerkuh in der ersten Jungkuhgruppe war die besonders euterstarke GS VIDOR-Tochter LUCY von Walter Ruhsam aus der Steiermark, womit sich auch der Halbbruder von GS RAU in Szene setzen konnte. Sie ging vor der eleganten und ebenso über ein qualitätsvolles Euter verfügende GS RUMGO-Tochter ZIRM von Rupert Viehhauser aus Salzburg. In der zweiten Gruppe der Jungkühe machte der Preisrichter die typstarke, mit einem drüsigen, breit angesetzten Euter ausgerüstete RESOLUT-Tochter BETUNA von Rita Loitfellner aus Rauris, Salzburg, zur Siegerin. Ein starker Körper und ein drüsiges Euter waren die Stärken der Zweitplatzierten, GS RAU-Tochter LAURENA von Johanna und Robert Blauensteiner aus Niederösterreich. In der dritten Gruppe holte sich die fundamentstarke GS INNSBRUCK-Tochter GROUND ZERO von Christian Friedl, Steiermark, den Sieg. Sie zeigte noch viel Entwicklungspotential und hatte ein drüsiges Euter. Der Preisrichter rangierte sie vor der starken GS RAU-Tochter SABINE von Waltraud Fried aus Niederösterreich.

In der ersten Gruppe der Kühe mit zwei Abkalbungen ging der Sieg klar an die WAL-Tochter ANJA von Johann Schweighofer aus der Steiermark. Das perfekte trockene Fundament gepaart mit viel Kapazität und Qualität im Euter gab den Ausschlag, sie vor die euterstarke GS RAU-Tochter HOLLI von Franz Handler aus Niederösterreich zu stellen. Die zweite Gruppe der Zweitkalbskühe dominierte mit den Plätzen 1 bis 3 eindeutig der Stier GS RAU: Den Sieg sicherte sich die korrekte Zweitkalbskuh LOFER von Franz Loitfellner aus Salzburg mit einem drüsigen Euterkörper, vor der sehr rahmigen STERN von Ernestine Burgstaller aus Niederösterreich.

Bei der Wahl des Champions der jungen Kühe gab der Preisrichter der WAL-Tochter von Johann Schweighofer wegen ihrer starken körperlichen Entwicklung bei gleichzeitig äußerst korrektem und feinem Fundament sowie einem breit und hoch angesetzten Euter den Vorzug.

Ältere Kühe

RUMBA-Tochter TRIXI - Champion der älteren Kühe - von Hubert Rettensteiner, Flachau, SalzburgIn der Gruppe der Kühe mit drei und vier Kälbern ging mit der sehr formstarken und edlen Kuh BIRKE von Willibald Rechberger, Steiermark, erneut eine GS RAU-Tochter als Siegerin hervor. Ihr folgte als Zweitplatzierte die feine, in Verbindungen und Fundament sehr korrekte VANSTEIN-Tochter GAHNA von Christian Friedl aus der Steiermark. Bei den Kühen mit fünf und mehr Kälbern war die Qualität hinsichtlich Fundament und Euter nach wie vor auf hohem Niveau. Den Gruppensieg holte sich die über ein hervorragendes Seitenbild und viel Kapazität verfügende MORIS-Tochter GILA von Johann Schweighofer aus der Steiermark. Rang zwei belegte die edle, korrekte MASOLINO-Tochter ENZIAN von Maria Mühlthaler aus Salzburg.
Preisrichter und Publikum zeigten sich gleichermaßen begeistert von den Kühen mit einer Lebensleistung von mehr als 65.000 kg Milch. Eine Klasse für sich war die jugendlich wirkende, edle RUMBA-Tochter TRIXI von Hubert Rettensteiner aus Salzburg. Trotz einer bereits erbrachten Lebensleistung von mehr als 99.000 kg Milch beeindruckte die züchterisch intensiv genutzte GS MALHAX-Tochter OSSI von Johann Ratzberger aus Niederösterreich mit einer äußerst vitalen Gesamterscheinung - sie belegte Rang 2 in der Gruppe.

Mit den Worten „Sie kam, sah und siegte" kürte Preisrichter Stefan Hodel die in der achten Laktation stehende und über eine besondere Ausstrahlung verfügende Salzburger Kuh TRIXI zum Champion der älteren Kühe.

Nachzuchtgruppen

Mit insgesamt fünf Töchtergruppen von Fleckviehvererbern verlieh GENOSTAR der Veranstaltung eine spezielle züchterische Note. Das Besondere daran war, dass sich mit GS VABENE, GS VERSETTO und GS HEIDUCK drei züchterisch hochaktuelle Vererber der Kritik des Fachpublikums stellten. Von GS VOLONTAER wurden Töchter aufgrund seiner auffallend positiven Exterieurvererbung gezeigt. IKEBANA wurde im Zuchtgebiet von GENOSTAR als genomischer Jungvererber eingesetzt und es wurden von den ersten fünf Töchtern in Niederösterreich drei vorgestellt.

GS VABENE (Vanstein x Ress)

GS VABENE ist einer der Aufsteiger der August-Zuchtwertschätzung und wird aktuell als Stiervater in der europäischen Fleckviehzucht eingesetzt. GS VABENE stammt aus einer exzellenten RESS-Tochter vom Betrieb Dunkel im niederösterreichischen Waldviertel. Aufgrund des Zuchtwertes und der Eutervererbung ist GS VABENE der gefragteste VANSTEIN-Sohn. Die acht vorgestellten Jungkühe waren gut mittelrahmig auf stabilen Fundamenten. Die Euter gefielen hinsichtlich Länge und Aufhängung. Die Kombination von Milchleistungsvererbung und Fleischleistung auf höchstem Niveau machen GS VABENE zu einem Doppelnutzungsvererber der Extraklasse. Bei der Anpaarung muss die Melkbarkeit beachtet werden.

GS HEIDUCK (Humid x GS Dionis)

Der späte HUMID-Sohn GS HEIDUCK, gezüchtet von Johann Ratzberger, konnte mit seinen Töchterleistungen die Erwartungen aus der Genomzuchtwertschätzung deutlich übertreffen. Besonders die alternative Linienführung macht GS HEIDUCK zu einem gefragten Stier in der Fleckviehzucht. Die Töchterinformation wurde durch die Präsentation der Mutter und einer Halbschwester von GS HEIDUCK bereichert. Besonders seine Mutter, GS DIONIS-Tochter ALIS, beeindruckte mit körperlicher Frische und Euterqualität. Die sieben HEIDUCK-Töchter zeigten eine gute körperliche Entwicklung sowie korrekte, sehr trockene Fundamente bei einer in der Tendenz etwas stärkeren Winkelung. Die Euter entsprachen in allen funktionalen Merkmalen. In der äußeren Erscheinung erinnerten die GS HEIDUCK-Töchter an Muttersvater GS DIONIS.

GS VOLONTAER (GS Volt x Martl)

GS VOLONTAER, gezüchtet von Johann Hollaus, fällt weniger mit seinen Zuchtwerten, aber umso mehr mit dem Exterieur seiner Nachkommen auf. Die sechs präsentierten Töchter bildeten die Exterieur-Zuchtwerte ihres Vaters gut ab. Die durchwegs großen und langen Jungkühe bewegten sich auf sehr korrekten Fundamenten. Die Euter waren hoch angesetzt, das Zentralband gut ausgebildet, die Euterkörper drüsig und die Strichen nicht zu kurz und nicht zu dünn.

IKEBANA (Inhof x Hulock)

IKEBANA stammt aus dem leistungs- und exterieurstarken L-Kuhstamm des bayerischen Zuchtbetriebes Mosandl. IKEBANA verspricht eine inhaltsstoffbetonte Leistungsvererbung mit Stärken in der Euterqualität. Die fast nicht vorselektierten IKEBANA-Töchter aus Niederösterreich waren großrahmige, korrekte Jungkühe.

GS VERSETTO (Vagabund x Romwein)

Mit der August-Zuchtwertschätzung platzierte sich mit GS VERSETTO ein absoluter Milchmengenspezialist neu in der Samenausgabe. GS VERSETTO wurde sowohl in Oberbayern als auch in Niederösterreich geprüft und begeistert in beiden Gebieten mit überragenden Leistungszahlen. GS VERSETTO wurde von der engagierten und begeisterten Züchterfamilie Scharner aus Scheibbs gezüchtet. Seine ROMWEIN-Mutter ISTA ist eine der leistungsstärksten und vor allem fruchtbarsten Stiermütter in Niederösterreich. Die sechs GS VERSETTO-Töchter zeigten viel Rahmen und anständige Fundamente. Bei sehr hohen Milchleistungen waren die langen Euter gut aufgehängt und zeigten hinsichtlich Strichplatzierung, Strichausprägung und Zentralband keine Schwächen. GS VERSETTO soll auf schwere, gut bemuskelte Kühe angepaart werden.

Autor: DI Peter Stückler, GENOSTAR

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Fotos der Siegerkühe