Gesunde Kälber machen Freude

Eine optimale Kälber- und Jungviehaufzucht legt den Grundstein für gut entwickelte, gesunde und leistungsbereite Kühe. Der folgende Beitrag widmet sich der erfolgreichen Kälberaufzucht und weist auch darauf hin, wo Fehler passieren können.

Der erfolgreiche Start ins Leben beginnt für das Kalb bereits Wochen vor der Geburt. In der Praxis häufig beobachtete Fehler passieren bereits in der Spätlaktation. Ziel muss es sein, die Kuh mit einer Körperkonditionsnote zwischen 3,25 und 3,75 trocken zu stellen. Es muss also darauf geachtet werden, dass altmelkende Kühe nicht verfetten (Milcheiweißgehalt >3,8 Prozent). Auch die Mineralstoffversorgung der altmelkenden Kühe ist entscheidend. 6-8 dag Mineralstoffmischung und 2 dag Futterkalk garantieren in den meisten Fällen eine ausreichende Versorgung der Kuh und des heranwachsenden Fötus.

Idealerweise werden die trockenstehenden Kühe getrennt gehalten und gefüttert. Dadurch können die hochtragenden Tiere einfacher beobachtet und kontrolliert sowie die Mineralstoffergänzung umgestellt werden. Um Milchfieber vorzubeugen, sollten in den letzten 3-4 Wochen vor der Kalbung kein Futterkalk und eine calcium- und phosphorreduzierte Mineralstoffmischung verfüttert werden.

Bei den ersten Anzeichen der bevorstehenden Geburt (Einfallen der Beckenbänder, Anschwellen der Scham, Euterödem, Abgang von Schleim, Abfall der Körpertemperatur) sollte die Kuh in eine saubere, trockene, helle und weich eingestreute Abkalbebox gebracht werden. Sehr gut voraussagen lässt sich die Geburt mittels täglicher Kontrolle der Körpertemperatur. Fällt die Temperatur innerhalb zweier Messungen um mehr als 0,5 °C, ist mit der Geburt innerhalb der nächsten 12-24 Stunden zu rechnen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Kälber auch wirklich in der Abkalbebox zur Welt kommen.

Die ersten Stunden sind entscheidend
Nach der Geburt sollte die Kuh sofort gemolken und das Kalb mit Biestmilch getränkt werden. Die in der Biestmilch enthaltenen Immunglobuline tragen für das Immunsystem des Kalbes wichtige Informationen zur Abwehr der stallspezifischen Keime. Die Immunglobuline reichern sich während der Trockenstehzeit im Euter an und werden mit der ersten Milch abgegeben. Die Konzentration in der Milch ist demnach beim Erstgemelk direkt nach der Abkalbung am höchsten und nimmt danach rapide ab. Bereits 24 Stunden nach der Abkalbung findet man nur noch 25 Prozent der Ausgangskonzentration in der Milch.
(Auszug aus dem Artikel „Gesunde Kälber machen Freude" von Dr. Marco Horn, BEd, LK NÖ; Fleckvieh Austria Magazin 3/18)