Kryptosporidien: Auf vielen Betrieben ein Dauerbrenner

Kryptosporidien sind eine der häufigsten Erreger für Frühdurchfälle beim Kalb. Ihre Bekämpfung ist leider nicht ganz einfach. Nur mit einem ausgeklügelten Hygienemanagement sind sie in den Griff zu bekommen.

Kryptosporidien sind Einzeller. Sie sind in jedem Stall vorhanden und das infektiöse Entwicklungsstadium, die Oozysten, werden von betroffenen Tieren mehrere Monate lang im Kot ausgeschieden. Die Übertragung auf das nächste Tier erfolgt über das Maul. Die Oozyten weisen eine sehr hohe Widerstandskraft aus, so sind Temperaturen von -16 Grad bis plus 65 Grad kein Problem für sie.

Wie hält man Kryptosporidien in Schach?
Es hilft nur ein konsequentes Hygieneprogramm. Abkalbebox, Kälberboxen und Iglus sowie Gruppenboxen müssen regelmäßig gereinigt und desinfiziert und Leerzeiten eingehalten werden. In betroffenen Beständen muss das Kalb unmittelbar nach der Geburt in eine saubere Kälberbox verbracht werden. Es infiziert sich meistens bereits in der Abkalbebox. Kälberboxen mit Holzwände sollten ausgetauscht werden. Wichtig sind glatte Oberflächen, die gut zu reinigen sind.
Indirekt kann man das Immunsystem des Kalbes stärken. Eine ausreichende Biestmilchgabe unmittelbar nach der Abkalbung muss Standard sein. Mindestens drei Liter von Biestmilch guter Qualität (Kontrolle über Spindel oder Refraktometer) sowie eine sofortige Eisen- und Selengabe stärken das Kalb. Auch Vollmilchaufwerter von verschiedenen Futtermittelfirmen haben sich gut bewährt, um das Immunsystem der Kälber zu stärken. Das Ansäuern der Tränkemilch bringt oft eine leichte Verbesserung im Kampf gegen den Kälberdurchfall, dennoch ist es kein Allheilmittel und Kryptosporidiendurchfälle bringt man damit nicht endgültig weg. In betroffenen Beständen muss außerdem mit dem Tierarzt zusammen ein Behandlungsplan aufgestellt werden. Die Gabe von Halucur ist meistens unausweichlich.

Zu welchen Schäden kommt es?
Das Kalb erleidet einen Flüssigkeitsverlust. Dieser kann bis zu acht Liter betragen. Dadurch kommt es zur Blutübersäuerung und im schlimmen Fall zum Festliegen. Auch die Haare gehen aus. Dadurch sind Durchfallkälber oft sehr lange zu identifizieren und erzielen somit am Markt einen geringeren Erlös. Weiters schädigen Kryptosporidien Darmzellen. Betroffene Kälber hängen somit in der Entwicklung hinterher und haben oft irreversible Schäden.
(Auszug aus dem Artikel „Kryptosporidien: Auf vielen Betrieben ein Dauerbrenner", Fleckvieh Austria Magazin 6/16, von DI Monika Seebacher, BRP Vöcklabruck, LK OÖ)