Linie Streik brachte Kuhmacher

In den letzten Jahrzehnten gingen aus der Linie STREIK immer wieder Spitzenvererber hervor, die mit ihren Töchtern auf den Ausstellungen brillierten. Obwohl einzelne Stiere aus dieser Linie wie STREIF, STREITL, SAMURAI oder STRELLER ihre Zeit prägten, müssen wir heute sehr darauf achten, genügend Besamungsstiere aus dieser Linie anbieten zu können.

Die Bedeutung der Linie Streik war schon größer. Zu oft konnten Stiere aus dieser Linie die Erwartungen auf der männlichen Seite nicht erfüllen.Obwohl dieselben Vererber auf der weiblichen Seite bewiesen haben, welches Potenzial in dieser Linie steckt und ganz wesentlich zur Weiterentwicklung der Fleckviehrasse beitrugen, gab es oft Licht und Schatten.

Zwei Unterlinien

Die Linie STREIK teilt sich auf die Unterlinien STREIF und STEG auf. In Österreich hat der Stier STREIF die Zucht in den 80er-Jahren geprägt. STREIF war im gemeinsamen Besitz der Besamungsstationen Neustadt und Ried. Für die damalige Zeit brachte STREIF vor allem in der Eutervererbung den für Fleckvieh sehr notwendigen Zuchtfortschritt. Die mittelrahmigen, leistungsstarken Kühe hatten leicht melkbare, gut sitzende Euter. Bei den Fundamenten  mussten allerdings hin und wieder Kompromisse eingegangen werden. Oft waren die Sprunggelenke etwas schwammig. Die deutliche Verbesserung der Leistung, der Melkbarkeit und der Euter machten STREIF zu einem begehrten Vererber.

STREIF-Söhne

Zu den am häufigsten eingesetzten STREIF-Söhnen zählten die bayerischen Stiere STRESS und STREITL. STREITL war im Besitz der Besamungsstationen Meggle und Wieselburg. In den 90er-Jahren setzte STREITL mit seinen Töchtern in der Eutervererbung neue Maßstäbe. Doch was für STREIF galt, sollte auch für STREITL gelten: Der enorme Zuchtfortschritt in der Eutervererbung musste durch Kompromisse in den Fundamenten erkauft werden.
(Auszug aus dem Artikel "Linie Streik brachte Kuhmacher" von Dr. Josef Miesenberger, FIH)