Mehr Milch aus dem Grundfutter – Futtertisch-Management

Unsere Milchkühe sollten möglichst viel Milch aus dem Grundfutter erzeugen, um wirtschaftlich und nachhaltig zu sein. Neben der Grundfutterqualität hat vor allem die Futtervorlage täglichen Einfluss auf die Höhe der Futteraufnahme.

Eine hohe Trockenmasseaufnahme der Kühe bildet dafür die Basis, denn jedes zusätzliche Kilogramm Futter-Trockenmasse bringt zwei bis drei Liter mehr Milch. Leistungsstarke Kühe sollten deshalb mindestens 20 kg Trockenmasse aufnehmen. Am Beginn der Laktation liegt bei hochleistenden Kühen fast immer ein Energiedefizit vor. Zurückzuführen ist diese Energielücke auf eine zu geringe Futteraufnahme im Vergleich zur Milchleistung. Kühe erreichen ihr maximales Futteraufnahmevermögen von 20 bis 25 kg Trockenmasse erst rund um die 12. Laktationswoche. Die höchste Milchleistung wird hingegen bereits ab der 8. Laktationswoche erreicht, also etwa vier Wochen früher.

Versucht man, das Energiedefizit durch hohe Kraftfuttergaben auszugleichen, so kann es sehr schnell zu einer Pansenübersäuerung (Azidose) kommen. Verstärkt wird das Azidose-Risiko durch zu hohe Kraftfutter-Einzelgaben über 1,5 kg, was vor allem bei der händischen Zuteilung auftritt, aber auch durch eine falsch eingestellte Abruffütterung oder Futterstehlen in der Kraftfutterstation. Mit einer Pansenübersäuerung können Folgeerkrankungen im Bereich Klauen und Sprunggelenke einhergehen, die sich besonders im Laufstall wieder negativ auf die Fressleistung auswirken. Oberstes Ziel muss sein, dass die Kühe die maximale Grund- bzw. Gesamtfutteraufnahme so schnell wie möglich erreichen, um das Energiedefizit zur Milchleistung gering zu halten. Damit kann das Risiko für Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. Ketose, gering gehalten und Milchleistung und Gesundheit verbessert werden.

Futtertisch-Management verbessern
Die tägliche Trockenmasse-Aufnahme aus dem Grundfutter sollte 13 kg überschreiten und wird stark von der Energiekonzentration und somit von der Qualität des Grundfutters beeinflusst. Außerdem spielt der Kraftfutteranteil eine gewichtige Rolle, dieser sollte keinesfalls mehr als 50 Prozent in der Ration betragen, wobei bereits Mengen über 6 kg zu einer stärkeren Verdrängung des Grundfutters führen.
Wie kann die Grundfutter- bzw. Trockenmasseaufnahme zu Laktationsbeginn gesteigert werden? Im Mittelpunkt steht das Futtertisch-Management, welches alle Tätigkeiten rund um den Futtertisch einschließt. Im besten Fall haben Kühe rund um die Uhr, zumindest aber 22 Stunden am Tag freien Zugang zu frischem, hygienisch einwandfreiem Futter. Bei der Futtervorlage sollte fünf Prozent Futterrest der vollwertigen Ration einkalkuliert werden und nicht ausschließlich Futterverschmutzung wie Steine oder Äste betreffen.

(Auszug aus dem Artikel „Mehr Milch aus dem Grundfutter – Futtertisch-Management?", Fleckvieh Austria Magazin 5/19, von Ing. Wolfgang Stromberger, LK Kärnten)