Neue Trends bei der Eutergesundheit

Im Rahmen einer Tagung der Österreichischen Buiatrischen Gesellschaft, der Sektion Klauentiere der Österreichischen Gesellschaft der Tierärzte und des TGD Steiermark wurde kürzlich von nationalen und internationalen Experten ein aktueller Einblick in neue Methoden der Mastitisbekämpfung gegeben.

Schalmtest für Früherkennung von Euterkrankheiten wichtigDie ersten Vorträge befassten sich mit neuen Diagnostik- und Keimdifferenzierungsmöglichkeiten. Dabei wurde die Wichtigkeit der Vorbeugung durch gute Hygienemaßnahmen, genaue tierärztliche Untersuchungen und die Bedeutung des Schalmtests und der sterilen Milchprobenentnahmen betont. Die Standard-Untersuchungsmethode ist weiterhin die bakteriologische Kultur auf Nährböden mit biochemischen Tests. Sie ermöglicht die Differenzierung lebender Keime, deren Quantifizierung und Resistenzverhalten. Eine weiterführende Typisierung kann heute mit IR-Spektroskopie erfolgen, die sensitiver aber auch teurer ist und deshalb nur bei speziellen, zusätzlichen Fragestellungen, bei Herdenproblemen oder bei negativen bakteriologischen Befunden in der Routinediagnostik zum Einsatz kommt. Ähnliches gilt auch für die PCR, die eine molekulargenetische Typisierung und  Differenzierung eines Stammes aus der Bakterien-DNA ermöglicht. Mit diesen sehr präzisen Methoden sind die Rückverfolgbarkeit und die Herkunftsbestimmung von Keimen im Rahmen der Lebensmittelkette auch an gesunden Tieren möglich, um eine Infektionsquelle zu finden.
Bei manchen Formen der Mastitis ist zum Zeitpunkt der Probennahme und Untersuchung der Milch ein Keimwachstum nicht mehr feststellbar oder sind nur schädliche Toxine vorhanden.  Fast 40 % der untersuchten Milchproben zeigen daher kein Wachstum von E. coli-Keimen, wodurch gerade die milde Form der Colimastitis gegen Ende der Laktation weit unterschätzt wird. Auch hier sind die rechtzeitige Untersuchung und Prävention in der Trockenstehzeit und eine verbesserte Euterhygiene gefordert, da die Kosten des späteren Milch-, Euterviertel- oder Kuhverlustes wesentlich höher sind, als die moderne Diagnostik und Therapie.

Erfahrungen mit Impfung    

Im zweiten Teil der Tagung wurde von Referenten aus Dänemark und Spanien über erste praktische Erfahrungen mit der Impfung gegen E. coli und Staph. aureus berichtet. Beide sind überall vorkommende Umweltkeime, die bei schlechter Hygiene in das Euter einwandern können. Besonders gefährdet sind die Kühe in der Trockenstehzeit. Unter Stress oder nach Ansaugen der Kalbinnen kommt es nach Beginn der Laktation zum Auftreten einer Mastitis. (Auszug aus dem Artikel „Neue Trends bei der Eutergesundheit“)

Autor: Dr. Karl Bauer, TGD Steiermark