Niederösterreichische Landesfleckviehschau 2012

Im Rahmen der Landwirtschaftsmesse Inter-Agrar in Wieselburg fand am Freitag, dem 29. Juni 2012 die zweite niederösterreichische Landesfleckviehschau statt. Das in- und ausländische Fachpublikum zeigte sich von der erstklassigen Qualität der ausgestellten Rinder beeindruckt.

Präsentiert wurden 4 Stiere und 52 Elitekühe, die in sieben Gruppen von Michael Walser, selbst Fleckviehzüchter und Mitarbeiter des ZV Weilheim in Oberbayern, rangiert wurden.  Darüber hinaus wurden von GENOSTAR Töchter des MARTL-Sohnes MELENAOS vorgestellt.

Stiere

Landessieger bei den Stieren wurde GS RADIAL, ein den Doppelnutzungstyp verkörpernder RORB-Sohn. Gezüchtet wurde er von Margarete und Franz Maier, Altlengbach. Er ist im Besitz von Anita und Arthur Rasch, Grünau. Den Reservesieg errang der lange und rahmige MALINT-Sohn MINDIRA aus dem Zuchtbetrieb Ratzberger und nun im Besitz von GENOSTAR.

Jungkühe

RUREX-Tochter SOJURADie Kühe mit einer Abkalbung wurden in drei Gruppen gerichtet. Eine korrekte Typkuh mit einem langen, drüsigen Euter entschied die erste Gruppe für sich: RUREX-Tochter SOJURA von Ingeborg Ströcker, Altenmarkt a. d. Triesting. SOJURA verwies die gut kombinierte GS POLARI-Tochter MOLLI von Brigitte und Josef Gadinger, Altenmarkt, auf Platz 2.
Der Sieg in der zweiten Jungkuhgruppe ging an eine absolute Zukunftskuh, an die GS SEIDL-Tochter KARISMA von Johann Ratzberger, St. Peter/Au. Sie zeichnete sich durch ein perfektes trockenes Fundament und ihr kleinvolumiges Euter aus. An die zweite Stelle platzierte der Preisrichter die elegante RILKE-Tochter MINERAL von Leopoldine und Josef Haider, Münichreith-Laimbach.
Die letzte Gruppe der Erstlingskühe wurde von einer GS RAU-Tochter dominiert: LOTTE von Franz Lahmer, Artstetten, eine sehr feingliedrige, noch entwicklungsfähige, ideal für den Laufstall geeignete Jungkuh mit einem drüsigen Euter.  Reservesiegerin wurde die GS POLARI-Tochter SANDY von Sabine Wippl, Wieselburg-Land, - eine enorm tiefe Erstlingskuh mit ideal gelagertem Becken und trockenem Fundament.
Im Finale kürte der Preisrichter SOJURA (V.: Rurex) vom Betrieb Ströcker zur Landessiegerin jung. „Eine absolute Spitzenjungkuh mit grandiosem Euter“, so Walser. Zur Landesreservesiegerin ernannte er KARISMA (V.: GS Seidl) vom Betrieb Ratzberger.

Kühe mit zwei bis drei Abkalbungen

HOLLI (vorne), NELLY (hinten)In dieser Klasse traten die Kühe in zwei Gruppen Zweitkalbskühe und einer mit Drittkalbskühen in den Ring. Gleich den ersten Sieg holte sich die amtierende Bundesreservesiegerin von Ried 2011: Die GS RAU-Tochter HOLLI von Barbara und Stefan Müllner, Weiten. HOLLI brillierte neumelkend mit einem extrem langen, drüsigen Euter, das speziell im Hintereuterbereich breit und hoch angesetzt ist. Hinter ihr rangierte auf Platz 2 die VANSTEIN-Tochter RIMINI von Leopold Kastenberger, Wieselburg. Der Preisrichter strich ihr gutes Zentralband und ihre perfekte Zitzenstellung hervor.
Eine enorm breite und tiefe Doppelnutzungskuh siegte in der nächsten Gruppe: LIESI (V.: Vanstein) von Franz Schmoll, St. Leonhard. Ihr folgte auf Rang 2 die harmonische ROTAX-Tochter BIBIONE von Sabine Wippl, Wieselburg-Land.
Fleckvieh in Perfektion repräsentierte NELLY (V.: GS Rau) von Franz und Josef Weber, Gföhl, die Gruppensiegerin der Drittkalbskühe. Als Reservesiegerin wählte der Preisrichter die lange tiefrippige MALINT-Tochter BIGI von Edeltraud Gschwandegger, Ybbsitz.
Um den Landessieg mittel ritterten schließlich die zwei GS RAU-Töchter NELLY und HOLLI, beide auch erfolgreiche „Bundesschaukühe“. NELLY vom Betrieb Weber überzeugte letztendlich mit ihrem Typ und Kaliber den Preisrichter und durfte den Landessieg mit nach Hause nehmen. Landesreservesiegerin wurde verdient HOLLI vom Betrieb Müllner.

Klasse der älteren Kühe

SISSI (re) und IRENA (li)In der Gruppe der Kühe mit vier bis sechs Kälbern ging die sehr lange, tiefe und breite MARTL-Tochter IRENA von Johann Ratzberger, St. Peter/Au als Siegerin hervor. Auf den zweiten Platz setzte der Preisrichter eine rahmige Fünftkalbskuh mit sehr trockenem, korrektem Fundament:  LISA (V.: Repteit) von Brigitte und Josef Gadinger, Altenmarkt.
Eine Kollektion von äußerst vitalen Dauerleistungskühen bildete den Abschluss des Gruppenpreisrichtens. Als Siegerin ging die besonders typvolle REGIO-Tochter SISSI von Franz und Josef Weber, Gföhl hervor. Aus der gleichen Kuhfamilie kommt auch der Stier GS RAWALF. Den Gruppenreservesieg erzielte die noch extrem unverbraucht wirkende Fünftkalbskuh LÄDYREOL, eine mittelrahmige GS REHARD-Tochter von Hermine Strohmeyer, Ardagger. Bereits die Mutter von LÄDYREOL – die ROMEN-Tochter LATERNDL – konnte einen niederösterreichischen Landessieg verbuchen. LÄDYREOL stammt aus derselben Kuhfamilie wie GS VANDOR und WAL.
„Bei der Auswahl der Landessiegerin der älteren Kühe haben nur Nuancen entschieden“, erläuterte Michael Walser und kürte im Finale IRENA vom Betrieb Ratzberger zur Landessiegerin und SISSI vom Betrieb Weber zur Reservesiegerin.

Nachzucht MELENAOS

Von MARTL-Sohn MELENAOS wurden fünf Töchter präsentiert. Die Kühe zeigten sich einheitlich großrahmig mit noch viel Entwicklungspotential. Die Euter zeichneten sich durch eine gute Aufhängung und sehr gute Strichplatzierung aus.

Ergebnisliste

Bildergalerie (NÖ-Genetik)