OÖ Zuchtrinderschau am 6.9.2018

Die oberösterreichischen Zuchtverbände präsentierten sich von 6. bis 9. September mit hervorragenden Kühen auf der AgroTier in Wels. Das Preisrichten fand unter großem Publikumsinteresse am ersten Messetag statt. Als Preisrichter rangierte Ernst Grabner in gewohnt zügiger Weise und seine Entscheidungen gut kommentierend die 45 Fleckviehtiere.

Gleich zu Beginn betraten vier kapitale, formatvolle Stiere der OÖ. Besamungsstation den Ring. Alle zeigten ein trockenes Fundament, Körpertiefe und gute Bemuskelung. Am besten gefiel dem Preisrichter der WABAN-Sohn WALISER (MV: Mascha) von Hälter Maria und Josef Kimberger, St. Ulrich/St., gezüchtet von Gerlinde und Helmut Kriechbaumer aus Königswiesen. Reservesieger wurde der HURRICAN-Sohn HOTSPOT (MV: Voran), ebenfalls vom Stierhaltebetrieb Kimberger, gezüchtet von Heinz Peinbauer aus Oepping.

Drei Gruppen mit Erstlingskühen
Es folgten drei Gruppen mit Erstlingskühen. Der Preisrichter zeigte sich bereits von der ersten Gruppe sehr begeistert. Am Siegerpodest dominierten zwei EVERGREEN-Töchter. Eine klare Siegerin, die mit ihrem sensationellen Euter brillierte, fand er in NAGEL (MV: Dryland) von Monika Pendl, Laakirchen vom Rinderzuchtverband Vöcklabruck. Reservesiegerin wurde die harmonische, im optimalen Doppelnutzungstyp stehende MUSCHERL (MV: Mandela) von Margit und Franz Steinmann, Diersbach, FIH.

Die zweite Gruppe fiel durch ihre Ausgeglichenheit und Typstärke auf. Aufgrund ihres langen Euterkörpers  und ihres straffen Fundaments konnte sich die REUMUT-Tochter IRMI (MV: Rorb) von Wilhelmine Fischer den ersten Platz sichern. Den zweiten Platz holte sich wegen ihres starken Zentralbandes die extrem breite POLAROID-Tochter ECHO (MV: Wille) von Josef Schlöglmann, Diersbach, FIH.

Auch die dritte Gruppe der Erstlingskühe war sehr überzeugend: stark im Körper und mit hoher Euterqualität. An die Spitze der Gruppe setzte Grabner die im Rahmen und Körpertiefe überragende GS PANDORA-Tochter MODEIRA-ET (MV: Imposium) von Wolfgang Huemer aus St. Georgen im Attergau, RZV, vor der eleganten MINT-Tochter MONIKA (MV: Everest) von Heidemarie und Martin Günzinger aus St. Georgen/O., FIH.

Gleich nach der Vorstellung der drei Erstlingsgruppen folgte die Wahl der Gesamtsiegerin der Kühe mit einem Kalb. Von den hervorragenden Finalistinnen kürte Preisrichter Ernst Grabner die EVERGREEN-Tochter NAGEL vom Betrieb Pendl aus Laakirchen, Rinderzuchtverband Vöcklabruck, zur Gesamtsiegerin. Sie überzeugte mit ihrer Eleganz, ihrer Frische, ihrem sehr guten Fundament und vor allem mit ihrem Top-Euter. Ihr zur Seite als Reservesiegerin stellte der Preisrichter die REUMUT-Tochter IRMI vom Betrieb Fischer aus Peuerbach, FIH. Er strich ihre harmonische Erscheinung und ihre Ausgeglichenheit "vom Kopf bis zum Schwanz" hervor.

NAGEL (Evergreen x Dryland), Zü.: Monika u. Johannes Meissnitzer, Taxenbach, B.: Monika Pendl, Laakirchen, RZV - Gesamtsiegerin jungNAGEL (Evergreen x Dryland), Zü.: Monika u. Johannes Meissnitzer, Taxenbach, B.: Monika Pendl, Laakirchen, RZV - Gesamtsiegerin jung

Fleckviehkühe mit 2 Kälbern
Auch die Gruppe der Kühe mit zwei Kälbern zeigte sich sehr einheitlich und überzeugte in ihrer Gesamtheit. Ernst Grabner entschied sich für die mittelrahmige, elegante MANGAN-Tochter MAIGLOECKERL (MV: Waldbrand) von Gerlinde und Franz Feichtlbauer aus Raab, FIH. Dahinter reihte er die genetisch hornlose ANNEMARIE PP* vom Landesgut Otterbach, FIH, an die zweite Stelle. Die rahmige WISCHER-Tochter (MV: Hernandes Pp) zeichnete sich mit ihrem langen Euterkörper und mit der guten Euteraufhängung aus.

Fleckviehkühe mit drei und vier Kälbern
Für Ernst Grabner war die Entscheidung in der Gruppe der Kühe mit drei und vier Kälbern etwas schwieriger, weil die Gruppe extrem ausgeglichen war, aber auch, weil sich die Gruppe aus Kühen mit unterschiedlichen Laktationszahlen zusammensetzte. Der Preisrichter entschied sich für die ausgezeichnet beeuterte WIPEG-Tochter HILDE (MV: Malint) von Gerda und Karl Reiter aus St. Thomas am Blasenstein, RZO, als Gruppensiegerin. Gruppenzweite wurde aufgrund der Textur ihres Euters und des hohen Euterbodens AURELIA, eine Kombination Waldbrand x Ettal von Martin Steiner aus Hochburg-Ach, FIH.

Fleckviehkühe mit mehr als 40.000 kg Lebensleistung
An die Spitze der Dauerleistungskühe setzte Ernst Grabner die sehr jugendlich wirkende Sechstkalbskuh VIVIEN von Margit und Franz Schmid, Waldzell, FIH. Vom extrem gut und flach in die Bauchdecke eingebundenen Voreuter und auch von der Drüsigkeit des Euterkörpers der IMPOSIUM-Tochter (MV: Weinold) schwärmte der Preisrichter. Den Reservesieg in dieser Gruppe holte sich die HERMANN-Tochter AFFI von Maria und Josef Ott-Berger aus Aurolzmünster, FIH. Sie zeigte sich sehr ausbalanciert, mit viel Breite im Körper und extrem ausgeprägtem Zentralband.

Bei den Mehrkalbskühen holte sich im Finale die Viertkalbskuh HILDE von Gerda und Karl Reiter aus St. Thomas am Blasenstein, RZO, den Gesamttitel. Sie begeisterte den Preisrichter mit ihrem Fundament und ihrem überragenden Euter. Der Gesamtreservesieg ging an die extrem ausgeglichene, elegante MANGAN-Tochter MAIGLOECKERL von Gerlinde und Franz Feichtlbauer aus Raab, FIH.

HILDE (Wipeg x Malint), B.: Gerda u. Karl Reiter, St. Thomas/Blst., RZO - Gesamtsiegerin FV-KüheHILDE (Wipeg x Malint), B.: Gerda u. Karl Reiter, St. Thomas/Blst., RZO - Gesamtsiegerin FV-Kühe

Die oberösterreichischen Fleckviehzüchter haben es geschafft, mit der Qualität ihrer Tiere nicht nur den Preisrichter, sondern auch das Fachpublikum zu beeindrucken.

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Programm

6.9.2018